Tier-Engel unterwegs e.V.

Die Tiernothilfe im Kreis Ludwigsburg & Umgebung

Unsere Einsätze

Hier finden Sie unsere aktuellen Einsatzberichte.

Im Jahr 2020 hatten wir 475 Einsätze.

In 2021 sind bis jetzt bereits über 240 Einsätze in unserer Statistik aufgeführt.

Falls auch Sie einmal ein Tier in einer Notlage auffinden oder eine Totfundmeldung abgeben möchten - ein Anruf auf unserem Notfalltelefon genügt und wir sind zur Stelle: 0178-9313 465



Montag, 03.05.2021 |

Nr. 242/2021

Kaspar - 10 Wochen weg von Zuhause
Vermisst seit 19.02.2021 in Marbach,
Happy End am 03.05.2021 in Neckarweihingen

Es war Montag und Einsatz Nummer 6 (von 10 an diesem Tag!) wurde uns um 17.45 Uhr gemeldet. Eine zugelaufene Fellnase sei in Neckarweihingen seit einiger Zeit bei einer Familie, wer zum Chipauslesen hin könne.

Teammitglied Debbi wohnt quasi um die Ecke und übernahm den Einsatz.
Vor Ort erfuhr sie, dass die Familie ursprünglich aus Ossweil kommt und frisch nach Neckarweihingen gezogen sei. Vor ca. 4 Wochen fiel ihnen die Fellnase zum ersten Mal auf, da er immer bei ihnen auf der Terrasse geschlafen hat. Da das Tier sehr gepflegt aussah, haben sie sich anfangs keine weiteren Gedanken gemacht. Als der kleine Mann blieb, fragten sie in der Nachbarschaft rum - doch niemandem gehörte die Samtpfote. Es kam lediglich heraus, dass ein Mann, der einen älteren Streuner versorgte, Kaspar schon mehrfach gesehen hatte, wie er sich das Bäuchlein vollschlug. Eine andere Nachbarin berichtete, dass sie die Fellnase auch schon gekämmt hat, weil der so zutraulich bei ihnen rumstromerte….

Die Familie beschloss, den offenbar unbekannten herrenlosen Stromer zu beobachten. Letzte Woche dann hat es sehr viel geregnet und die Fellnase schlief jede Nacht auf der überdachten Terrasse bei ihnen. Und dann kam zum 01.05. der Umzug nach Neckarweihingen…. Was tun? Die Melderin rief also im Tierheim an und fragte, was sie jetzt machen soll - das Tier einfach sich selber überlassen kam nicht in Frage…. Das Tierheim gab die Nummer unseres Vereins weiter mit der Bitte, dort anzurufen - die Tier-Engel würden helfen….

Da am Wochenende Möbelpacken angesagt war, wurde auch kurzerhand der irgendwie schon zur Familie gehörende schwarze Kater mit eingepackt…. Und dann ging der Anruf bei uns ein….

Bei Debbis Eintreffen lag die Fellnase mit der kleinen Tochter ganz entspannt auf dem Sofa und ließ ohne Angst Debbi mit dem Chiplesegerät an sich heran. Sofort tönte der so sehr erhoffte Signalton und es erschien eine Chipnummer. Debbi rief gleich TASSO an, stellte den Lautsprecher auf Mithören und so erfuhr die Familie, dass der „Streuner“ Kaspar hiess und bereits seit dem 19.02. in Marbach vermisst wurde…. Wahnsinn!!!!! Gänsehaut pur - wie kam Kaspar denn 10km weiter nach Ossweil?????

Noch während TASSO diese tolle Botschaft verkündete, warfen sich alle im Raum leise Jubelgesten zu…. Keine 2 Minuten später meldete sich die Besitzerin bei Debbi - sie fährt sofort los und holt Kaspar. Während der ca. 30minütigen Wartezeit erfuhr Debbi, dass die Familie selber erst kürzlich ihren kleinen Mops gehen lassen mussten. Die Tochter weinte herzzerreissend, so lieb hatte sie die Fellnase - die sie „Coco“ tauften, gewonnen, doch ihre Eltern erklärten ihr, dass man fremde Tiere nicht einfach so behalten darf und dass Kaspar eine Familie hat, die ihn ganz schrecklich vermisst und er nun wieder dahin zurück darf…. Welch großartige Vorbildfunktion!

Als Kaspars Frauchen eintraf, war das Wiedersehen für alle unbeschreiblich emotional. Kaspar stürzte sich direkt in die Arme seiner Besitzerin und schmiegte sein Köpfchen tief in die Hand. Ein Pfötchen hielt den Arm ganz fest und es war klar, dass beide zusammengehörten. Die Besitzerin erzählte, dass sie die Hoffnung, Kaspar wiederzusehen, schon aufgegeben hatten…. Kaspar wird bald 2 Jahre und er sei ein sehr guter Jäger - offenbar hat ihm dies auch das Überleben erleichtert. Er würde jetzt allerdings mehr wiegen…. also Hunger litt er nicht - und Debbi erzählte, dass er sich wohl ganz gut „durchgefressen“ hatte in Ossweil….

Überglücklich verabschiedete sich Kaspars Frauchen und fuhr mit Kaspar nach Hause - seine Familie wartete sehnsüchtig auf das Wiedersehen. Auch Debbi verabschiedete sich, selber überglücklich über dieses Happy End, fuhr sie heim und genoss diesen für sie so wunderschönen Montagabend….
(eine Genehmigung zur Veröffentlichung der Bilder liegt selbstverständlich vor)




Sonntag, 02.05.2021 |

Nr. 234/2021

Ein Bericht von Andrea

Gemeldet wurde am Sonntag gegen 16.30 Uhr ein Erpel, der seit mehreren Tagen nicht mehr wegfliegen kann und nun von anderen Enten gejagt und attackiert wird.

Vor Ort sah man auch überall Federn liegen. Das Einfangen mit dem Kescher erwies sich als schwierig, da der Erpel immer wieder ins Wasser sprang um den See zu durchschwimmen und auf der anderen Seite an Land zu gehen. Wenn ich den Kescher im Wasser über ihn warf tauchte er unter. Die Melder versuchten ihn mit mir einzugrenzen, was misslang. Er flüchtete dann in ein Eck ins Gestrüpp. Ohne Kescher kroch ich hinterher. Er lief aber immer auf der anderen Seite wieder raus. Ein Nachbar kroch dann mit ins Gestrüpp und man konnte den Erpel dann mit den Händen greifen, als alle Auswege versperrt waren.

Ein herzliches Dankeschön an alle Helfer!

Jetzt heißt es abwarten, was die tierärztliche Untersuchung ergibt. Wenn der Erpel wieder gesund ist, darf er wieder in den Garten zurück. Drückt die Daumen!




Donnerstag, 29.04.2021 |

Nr. 227/2021

4 Wochen allein auf sich gestellt...

Donnerstag , kurz nach 17 Uhr - Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion erhielt von einem Herrn den Anruf, dass er unsere Notfallnummer vom Tierheim erhalten hat. In Schwieberdingen in einer Wohnung ist seit 4 Wochen eine Katze allein - die müsse rausgeholt werden. Sie sei sehr aggressiv, knurrt und ist absolut nicht kooperativ, weshalb man Hilfe anfordert. Bei Marion schrillten alle Alarmglocken…. Noch auf dem Weg zum Auto fragte sie in unserem Helferchat Unterstützung an…. Sofort meldeten sich einige Teammitglieder zurück. Teammitglied Melly fuhr dann mit Marion gemeinsam den Einsatz.

Was würde beide erwarten? Vier Wochen auf sich allein gestellt???? In welch Zustand wird das Tier sein - wie konnte es solange überleben?

Marion bat den Melder, das Zimmer, in welchem sich die Katze jetzt befinde, bitte zu verschließen. Vor Ort angekommen, bekam Marion Antworten auf die vielen offenen Fragen: Die Katze sei jetzt zufällig entdeckt worden….. Die Besitzerin kam als Notfall in die Klinik und anschließend gleich ins betreute Wohnen-es wurde damals eine Katze mitgenommen und untergebracht - offenbar hatte man nicht gewusst, dass die Dame 2 Katzen hat….

Marion war ein paar Minuten vor Teammitglied Melly am Einsatzort und nahm Handschuhe, Kescher, Box und Futter mit - wahrscheinlich war das Tier mehr als nur ausgehungert nach 4 Wochen Alleinsein…. Doch irgendwie musste sich die Fellnase versorgt haben - 4 Wochen ohne Nahrung überlebt keine Katze…. Die Melder warteten bereits.

Mit Öffnen der Wohnungstür schlug Marion ein übler Gestank entgegen… Es roch nach tierischen Exkrementen,….  Das Tier war in der Küche, versteckt im Lebensmittelregal. Und auf dem Boden lagen durch die Fellnase geöffnete Nassfutterverpackungen herum…. Somit war Marion klar, wie das Tier überleben konnte…. Das Tier konnte an das im offenen Regal lagernde Futter heran…. welch ein Glück, dass das Futter nicht in einem Schrank war…..

In der Küche überall Fäkalien….Marion ist rückwärts wieder raus und schnappte nach Luft. Auch Melly war inzwischen eingetroffen und wurde von Marion vorgewarnt. Beide Teammitglieder sind dann gemeinsam wieder in die Küche - Marion hob die Box vor die knurrende Fellnase in der Hoffnung, diese würde reinspringen - sehr lustig und leider nur theoretisch in Marions Kopf. Melly zog sich dann ihre Handschuhe an und versuchte, das Tier in Richtung Box zu bewegen - doch außer dass die Fellnase sich im Handschuh verbiss, passierte nicht das Erhoffte….

Melly stupfte dann mit dem Stiel des Keschers die Fellnase an, gleiches Ergebnis - sie rückte nicht von ihrem Platz sondern verbiss sich im Kescherstiel. Marion meinte, das würde nichts bringen und es hilft wohl nur noch, das Tier zu Keschern…. Während Marion die Box weiter hielt, damit das Tier nicht aus dem Regal flüchten konnte, stülpte Melly das Keschernetz kurzerhand über die Fellnase. Marion hielt den Stiel, Melly packte das Tier und ab damit in die Box…. Vehement und verständlicherweise protestierte das Samtpfötchen dagegen. Vier Wochen allein und dann solch Action - klar dass sie verstört ist….. Da darf man ruhig schlecht drauf sein.

Marion und Melly beeilten sich nun, aus der sehr sehr übel riechenden Wohnung schnell herauszukommen. Die Melder bedankten sich unzählige Male, dass so schnell jemand kam und dem Tier nun geholfen wird - vom Anruf bis zur erfolgreichen Sicherung vergingen ca. 35 Minuten. Marion brachte die Fellnase ins Tierheim, wo diese absolut kein Interesse hatte, die Box zu verlassen, so dass sie zunächst mit der Transportbox in eine Quarantänebox gesetzt wurde - für heute hatte die kleine Maus wirklich genug Aufregung gehabt….




Donnerstag, 29.04.2021 |

Nr. 226/2021

Es war Donnerstag, kurz vor 17 Uhr und auf dem Notfalltelefon wurde ein zugelaufener Hund in Besigheim gemeldet. Teammitglied Denise gab Bescheid, dass sie den Einsatz übernimmt.

Vor Ort angekommen, prüfte sie das knuffige Kerlchen auf einen Chip und tatsächlich wurde eine Chipnummer angezeigt. Sofort rief Denise bei TASSO an, doch leider keine gute Nachricht: Der Chip war nicht registriert….

Die Finder berichteten Denise, dass sie den Kleinen in Bietigheim gefunden haben, bei TASSO angerufen hatten und auch im Tierheim. Sie haben dem Hund dann gleich ein Geschirr gekauft. Denise rief bei der Polizei Bietigheim an. Tatsächlich hatte die Besitzerin ihren vierbeinigen Liebling bei der Polizei als vermisst gemeldet und so bekam Denise die Telefonnummer der Halterin. Am Telefon klärten die beiden Frauen, ob es sich wirklich um den gefundenen Hund handelte… Aufgrund eindeutiger Angabe von Besonderheiten durch die Besitzerin gab es keine Zweifel und so machte sich Denise auf den Weg zu der Familie.

Voller Freude wurde Denise von der Besitzerin und deren Sohn empfangen - sie schlossen den kleinen Ausreisser glücklich in die Arme, beiden schossen vor lauter Glück Tränen in die Augen. Der kleine Mann ist aus dem Garten entwichen, erfuhr Denise….
Denise wies die Besitzerin eindrücklich darauf hin, den Hund unbedingt registrieren zu lassen, was die Halterin auch zusagte.

Und wieder einmal die eindringliche Bitte an alle Tierhalter: Lasst Eure Tiere kennzeichnen - am besten mit einem Mikrochip - Tattoo verblassen im Laufe der Zeit - und ganz wichtig:
Meldet Euer Tier bei einem Haustierregister (Tasso und/oder Findefix)
Nur so können wir bei Auffinden zügig handeln und das Tier wieder nach Hause bringen.
Übrigens: Viele glauben, dass man den Mikrochip ertasten kann - das ist so gut wie nicht möglich - auch wenn man „nichts fühlt“, kann trotzdem ein Chip vorhanden sein - so dass ein Chipauslesen IMMER vorgenommen werden sollte…..




Mittwoch, 28.04.2021 |

Nr. 223/2021

Mittwoch, kurz nach 19 Uhr - Teammitglied Lisa stellte einen Totfund einer Katze in Besigheim ein und übernahm den Einsatz auch gleich.

Es war mehr Zufall, denn als sie heimkam und aus ihrem Auto stieg, sah sie auf der anderen Strassenseite eine leblose Fellnase - sofort lief sie zu dem Tier und musste leider feststellen, dass das Tier verstorben war. Lisa lief zurück zum Auto und holte ihr Chiplesegerät - doch leider schlug dieses nicht an. Auch eine Tätowierung konnte Lisa nicht ausmachen…..

Der Zufall wollte es, dass Lisa das Tier kannte und schon öfter in der Gegend gesehen hatte. Sie wusste dass die Fellnase ein Zuhause hatte, nur nicht wo…. Ein junger Mann lief auf Lisa zu und fragte sie, ob es ihre Katze sei - Lisa verneinte und stellte sich als Teammitglied vom Tierschutzverein „Tier-Engel unterwegs e.V.“ vor.

Der junge Mann erzählte Lisa, dass ihm das passiert sei und er war zutiefst traurig und berührt. Er hat die Fellnase nicht gesehen, sie muss unter einem Auto gewesen sein und wohl hervorgeschossen. Sofort habe er angehalten um zu helfen, doch es war zu spät. Daraufhin rief er die Polizei an und wartete nun auf diese…. Trotz der traurigen Situation gehört dem jungen Mann Respekt ausgesprochen, auch wenn sein Verhalten „normal“ sein sollte….Leider erleben wir es nur allzuoft, dass einfach weitergefahren wird…

Eine Nachbarin, welche Lisa kennt, hatte das aus dem Fenster beobachtet und rief Lisa zu, sie wisse wohin die Fellnase gehört. Lisa bedankte sich und lief zu der Adresse und klingelte. Ein Mann öffnete ihr und bestätigte die Lisas Frage, ob sie eine weisse Katze hätten… Lisa überbrachte in behutsamen Worten die traurige Nachricht über den Tod der Samtpfote. Der Mann ging zurück in die Wohnung und holte ein Tuch. Am Unfallort angekommen, nahm er sein Tier tieftraurig auf den Arm, er sprach nichts und lief mit hängenden Schultern weg….

Nach nur 30 Minuten war die Fellnase bei ihren Besitzern und konnte von dort ihre letzte Reise, begleitet von ihrer Familie, antreten…. Komm gut rüber kleine Fellnase….

Und wieder einmal die eindringliche Bitte an alle Tierhalter: Lasst Eure Tiere kennzeichnen - am besten mit einem Mikrochip - Tattoo verblassen im Laufe der Zeit - und ganz wichtig:
Meldet Euer Tier bei einem Haustierregister (Tasso und/oder Findefix). Nur so können wir bei Auffinden zügig handeln und das Tier wieder nach Hause bringen.




Dienstag, 27.04.2021 |

Nr. 217/2021

Einsatz für Caro noch „vor dem Aufstehen“…

Bei Teammitglied Caro klingelt der Wecker morgens um 6 Uhr. Während sie dann noch 10 Minuten mit ihrer Fellnase kuschelt, schaut sie - wie die meisten bei uns nach dem Aufwachen - in den Notfallchat… Tatsächlich war bereits der erste Notfall gemeldet worden…. eine flugunfähige Taube an der Druckerei der Bietigheimer Zeitung….

Das morgendliche Fellnasen-Kuscheln entfiel heute. Um 6.15 Uhr gab Caro Bescheid, dass sie den Einsatz übernimmt, um 6.30 Uhr war die Taube mittels Kescher gesichert… Caro berichtete, dass die Taube an einer sehr stark frequentierten Stelle saß - und keine irgendwie mobile Taube würde da sitzen bleiben - also musste es ihr wirklich sehr schlecht gehen. Als Caro auf sie zuging, humpelte sie kurz weg, setzte sich nach ein paar Tippelschritten allerdings wieder hin. Nach der Sicherung kam sie in Caros Transportbox und flugs ging es zum Tierheim nach Ludwigsburg. Morgens um 7 Uhr war Tierheimleitung Ursel Gericke vermutlich vom morgendlichen Kaffee weggeholt worden, als Caro ankam, doch sie kümmerte sich sofort um das schwache Täubchen! Lieben Dank wieder einmal für die tolle Kooperation!

Caro verspürte innerlichen Zeitdruck - sie musste unbedingt wieder heim - pünktlich um 8 Uhr hatte sie im Homeoffice am Rechner zu sein. Und Frühstücken vorher wäre auch nicht schlecht… Trotz Berufsverkehr lief alles gut und Caro saß rechtzeitig am PC.




Samstag, 24.04.2021 |

Nr. 214/2021

2 Mini-Waschbären auf großer Reise in die Zukunft

Am Samstag um 18 Uhr wurden auf dem Notfalltelefon 2 Waschbärenbabys gemeldet, die auf eine Päppelstation mussten.

Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion erinnerte sich an eine Päppelstelle, fragte im Tierheim Ludwigsburg nach den Kontaktdaten und rief dann dort an. Glücklicherweise hatte es noch Platz für die Zwerge! Somit machte sich Teammitglied Melly auf den Weg nach Affalterbach.

Sie berichtete uns später, dass die Finderin die Babys in der Nacht zuvor zu sich genommen hatte. Die Tiere wurden in der Stadthalle unter dem Dach entdeckt - dort war ziemlich viel durch die Elterntiere zerstört worden. Lange kamen immer 2 Elterntiere, in letzter Zeit kam nur noch ein Elterntier und letztlich gar keines mehr. Die Situation wurde von der Melderin den ganzen Freitag bis in die Abendstunden beobachtet und als klar war, dass die Babys allein waren, nahm sie diese zu sich. Melly, selber Eichhörnchenpäpplerin, war hellauf begeistert, wie wunderbar die Babys von der Melderin versorgt wurden….

Die Zwerge sind wohlbehalten auf der Päppelstelle angekommen - leider werden sie niemals die Freiheit schnuppern dürfen. Seit Jahrzehnten bereits in Deutschland wild lebend, werden Waschbären als invasive Spezies betrachtet und dürfen somit nicht in die Natur ausgewildert werden.

Noch ein Tipp falls Ihr mal in solch Situation kommt:
Waschbärbabys erkunden neugierig ihre Umwelt und entfernen sich manchmal von ihrer Mutter. Es ist wichtig zu wissen, dass Waschbärmütter ihre Babys manchmal bis zu 24 h alleine lassen, um auf Nahrungssuche zu gehen.
Beobachtet also bitte mehrere Stunden das Geschehen. In den meisten Fällen wird die Waschbärenmutter ihr Baby “abholen”. Ist dies nicht der Fall, dürft Ihr Euch gern an uns wenden!




Freitag, 23.04.2021 |

Nr. 211/2021

5 Flauschebällchen allein in der Nacht

Freitag Abend, 20.20 Uhr - als der Notruf einging: Entenküken in einem Abflußschacht in den Weinbergen in Hessigheim, sie kommen nicht mehr raus - dazu ein Bild durch die Stäbe hindurch.

Die Melderinnen hatten zunächst im Tierheim Ludwigsburg angerufen und von dort unsere Notfallnummer erhalten. Teammitglied Caro hatte eben ihren Einsatz in der Kammgarnspinnerei beendet und war auf dem Weg zu „Tier-Engel unterwegs“-Gründerin Marion. Beide übernahmen gemeinsam den Einsatz. Marion war gerade beim Nudeln kochen und übertrug ihrem Sohn die Aufsicht, um die Kükenrettung gemeinsam mit Caro zu starten.

In den Felsengärten angekommen, wurden sie von den Melderinnen erwartet. Noch nicht in Sichtweite angekommen, hörte man die Flauschebällchen lautstark rufen. Die beiden Melderinnen hatten bereit eine Steinplatte, die oben auf lag, runtergenommen, so dass Caro problemlos in den Schacht hineingreifen konnte. Marion bereitete die Transportbox mit einer flauschigen Decke und Wärmesnuggles vor, damit die Kleinen es warm haben, während Caro bereits die ersten Küken sicherte. Diese waren leider schon ziemlich unterkühlt. Caro legte drei Küken sofort in die Hände einer Melderin und meinte nur „Hier-gleich wärmen.“, während sie selber die anderen beiden aufwärmte.

Alle 5 Küken kuschelten sich dann später eng aneinander in der Transportbox. Die Melderinnen erzählten, dass das Muttertier bis vor einiger Zeit mit ca. 3-4 weiteren Küken in einem Gebüsch saß. Daraufhin suchten alle das Gebiet nochmals weiträumig ab, doch leider war kein Muttertier aufzufinden.

Die Flauschebällchen haben sich während der Fahrt ins Tierheim wieder lautstark bemerkbar gemacht, nichts ahnend, dass es bald ganz viel Futter, Wärme und Liebe geben wird…

Wollt auch Ihr unsere Arbeit unterstützen? Für unsere Einsätze wie oben z.B. benötigen wir noch mehr Handwärmer, um alle aktiven Helfer damit auszustatten. Einfach unsere Amazon-Wunschliste anklicken:
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Herzlichen Dank und alles Liebe für Euch und bleibt gesund!




Freitag, 23.04.2021 |

Nr. 210/2021

Wieder ein Freitag, wieder eine tote Katze und wieder übernahm Teammitglied Caro den Einsatz.

Es war Freitag Abend, als wir den Anruf erhielten, dass in Bietigheim in der Kammgarnspinnerei in einem Vorgarten eine tote Katze liege. Teammitglied Caro war noch in Sachen THW unterwegs, wo sie ebenfalls ehrenamtlich tätig ist. Im Anschluß danach übernahm sie den Einsatz.

Vor Ort angekommen, kam Caro mit Anwohnern in Kontakt, die ihr eine Telefonnummer gaben. Diese gehörte einem jungen Mann, der die Fellnase auf der Strasse liegen sah und diese in den Vorgarten legte. Leider hatte er auch keinen Unfall beobachtet. Caro fand die Fellnase und entdeckte auch gleich ein Tattoo in den Ohren-dieses war erstaunlich gut leserlich. Caro bat im Team darum, dass jemand bei TASSO anruft - Teammitglied Nela übernahm den Anruf. Nach einer längeren Wartezeit in der Warteschleife war dann eine sehr nette Dame am anderen Ende der Leitung. Die durchgegebenen Zahlen/Buchstabenkombination allerdings war nicht auffindbar. Während Nela mit Tasso telefonierte, war sie gleichzeitig mit Caro per Whats App in Kontakt. Die Dame bei TASSO war sehr geduldig alles wurde versucht und nach ca. 10 Minuten dann ein Treffer - statt einer „6“ war es ein „G“, alles andere wie Fellfarbe, Fundort etc. passte.

Erleichterung auf beiden Seiten. Da keine Datenfreigabe hinterlegt war, rief TASSO die Besitzer an. Nach kurzer Zeit meldeten sie sich bei Teammitglied Caro. Diese hatte die Fellnase, welche eine Kollision erlitten haben muss, in ein Handtuch gewickelt mit der unfallfreien Seite nach oben… Als die Besitzer sich meldeten, machte sich Caro auf den Weg zu ihnen nach Hause. Die Besitzerin hatte einen Karton in der Hand und vorsichtig legte Caro die leblose Fellnase hinein. Bei der Übergabe empfahl Caro den sichtlich mitgenommenen Besitzern, das Tier so zu belassen, da die andere Seite weniger schön aussah. Dankbar nahmen sie den Hinweis auf. Behutsam klärte Caro das Paar auf, was sie nun mit ihrem Katerchen machen können, um ihn auf die letzte Reise zu schicken. Der Mann war so ergriffen, dass er sich aus dem Gespräch rausnahm…. Caro erfuhr, dass der Kater 2 Jahre war, erst letztes Jahr wurde seine Schwester beerdigt, die ebenfalls durch einen Unfall ums Leben kam. Beide kamen ursprünglich von einem Bauernhof und waren sehr scheu, mit viel Liebe und Geduld wurden sie jedoch zahm. Jetzt gibt es nur noch eine einzige Katze dort - ein sehr scheues Tier was ungern raus geht, sich jedoch immer sehr freute, wenn ihr Kumpel wieder heimkam…

Gute Reise kleiner Schatz und deinen Besitzern wünschen wir viel Kraft, diesen schrecklichen Verlust zu bewältigen.

Teammitglied Caro machte sich anschließend auf den Weg zu Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion, um dort neue Handtücher abzuholen und dann heimzufahren - doch sie fuhr direkt in den nächsten Einsatz hinein. Lest einfach den Bericht obendrüber.




Freitag, 23.04.2021 |

Nr. 209/2021

Freitag um die Mittagszeit war es, als im Notfallchat eine tote Katze mitten auf der Fahrbahn zwischen Neckarweihingen und Poppenweiler an der Schleuse gemeldet wurde. Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion war in diese Richtung unterwegs und übernahm den Einsatz. Vor Ort angekommen konnte sie rasch erkennen, dass es sich hier um einen Waschbären handelt, der leider bereits mehrfach überfahren wurde….

Alles was Marion noch tun konnte, das Tier bzw. das was übrig war, von der Strasse holen, damit nicht noch mehr Autos darüber fahren und in das anliegende Gebüsch zu legen.

Gute Reise über die Regenbogenbrücke!




Donnerstag, 22.04.2021 |

Nr. 205/2021

Der erste Einsatz für Teammitglied Peggy

Am Donnerstag kam um 19 Uhr die Totfundmeldung einer Katze in Wüstenrot im Notfallchat. Teammitglied Jasmin hatte zuvor Peggy privat gefragt, ob sie den Fall übernehmen könnte, sie selber sei ausgerechnet heute nicht mobil.

Peggy musste kurz überlegen, weil ihre Kleine schlief - abends und nachts ist sie deshalb nicht flexibel. Glücklicherweise war ihre Mama da. Da Peggy noch nie einen Einsatz übernommen hatte (alle waren bis jetzt zu weit weg von ihr) sagte sie Jasmin zu.
Noch schnell die Einsatzsachen zusammengepackt und schon ging es los. Auf dem Weg durch Murrhardt holte sie Jasmin ab. Diese bot Peggy an, sie zu begleiten, da es ja der 1. Einsatz war.

Vor Ort angekommen, wartete ein Ehepaar dort - doch nicht auf unsere Teammitglieder-sie standen wohl rein zufällig draußen, denn als Peggy sie ansprach, wussten sie nichts von einer toten Katze. Die beiden waren sehr nett und erlaubten das Parken auf ihrem abgesperrten Grundstück.

Die Fellnase hatte leider weder Chip noch Tattoo - es war ein unkastrierter Kater…. Auf Nachfragen hieß es, der gehöre wahrscheinlich zu einem der Bauernhöfe aus der umliegenden Gegend… Sie werden sich umhören und wenn sie was wissen, uns Bescheid geben. Bisher hatte hier niemand den Kater gesehen….
Peggy und Jasmin bedankten sich, hinterließen noch unsere Vereins-Visitenkarte falls das Paar etwas hören sollte und verabschiedeten sich.

Peggy machte noch ein paar Bilder der toten Fellnase, damit wir über Facebook eine Fundmeldung erstellen können - schon oft kam es vor, dass - teilweise auch erst nach 3 Wochen - die Fellnase erkannt wurde. Leider hat sich bis heute niemand gemeldet, der das Tier vermisst.
https://www.facebook.com/Tierengelunterwegs/posts/469097181182474

Gute Reise über die Regenbogenbrücke!




Mittwoch, 21.04.2021 |

Nr. 204/2021

Am Mittwoch Nachmittag gegen 16.30 Uhr wurden wir von unserem Kooperationspartner, dem Tierheim Ludwigsburg, gebeten, nach einem Greifvogel zu schauen, der laut Melder schon seit 2 Stunden im Garten sitzt und nicht abhebt.

Teammitglied Birgit übernahm den Einsatz. Vor Ort angekommen, konnte sie erkennen, dass der Greifvogel eine tote Ratte am Fuß hatte. Mit einem Handtuch näherte sich Birgit vorsichtig dem Tier und der wunderschöne Vogel hüpfte samt Ratte am Fuß in eine Hecke.

Birgit lief zu ihrem Auto, um sich Handschuhe zu holen und als sie zurückkam, hatte sich die Ratte vermutlich im Gebüsch verhakt und der Greifvogel war frei zum Abheben. Stolz saß er zunächst auf der Gartenhütte. Birgit und der Melder beobachteten das Tier - es flog höher auf einen Baum, eine Verletzung war nicht auszumachen Mit beiden Füßchen hielt er sich am Ast fest, die Flügel funktionierten auch einwandfrei.

Birgit rief im Tierheim an und gab Bescheid, dass der Vogel frei und unversehrt war und fuhr nach Hause.

Alles Gute dem wunderschönen Tier und vielen Dank an alle Beteiligten!




Mittwoch, 21.04.2021 |

Nr. 201/2021

Mittwoch, kurz nach 10 Uhr und im Notfallchat kam die erste Meldung an diesem Tag: „verletzter Igel in Ludwigsburg + Adresse“.
Teammitglied Yvette hat eine besondere Affinität für die kleinen Stacheltierchen und übernahm den Einsatz.

Sofort machte sie sich auf den Weg. Die Melderin wartete bereits auf Yvette. Der Igel war in einem Wäschekorb und Yvette sah gleich, dass es dem Mini-Kerlchen gar nicht gut ging. Am Mäulchen und an den Füsschen sah Yvette Schwellungen, ein Füsschen zog er hinterher und blutete…. Der Anblick ging Yvette sehr nah.

Die Melderin - selber nicht mobil - war sehr erleichtert, dass so schnell Hilfe eintraf. Unverzüglich fuhr Yvette ins Tierheim nach Ludwigsburg - je schneller der kleine Mann versorgt wurde, desto besser.

Im Tierheim wurde die Handvoll Stacheltier sofort untersucht und tierärztlich versorgt. Es war Yvettes zweiter Igeleinsatz innerhalb einer Woche, wieder ein Igelchen, dem es sehr schlecht ging….. Dies kleinen stachligen Wesen sind so immens nützlich für die Natur und erfahren so oft durch Menschenhand Leid.

Bitte achtet bei Garten- und Mäharbeiten auf die Lebewesen, die sich gern verstecken… Vielen Dank!Alles Gute dem kleinen Stacheltier - komm wieder auf die Füßchen!




Montag, 19.04.2021 |

Nr. 197/2021

Es war Montag am Nachmittag, als im Notfallchat die Meldung erschien, dass in Sachsenheim ein freilaufender Hund mit Leine gesichtet wurde. Teammitglied Kate war vor Ort und benötigte Hilfe.

Kate war mit ihrem Buddy fast fertig mit der Gassirunde, als sie von Weitem eine Mama mit Kind sowie weitere Kinder beim Spielen erblickte.Aus dem Nichts tauchte plötzlich ein ziemlich großer Hund auf, der Richtung Kinder lief und diese bekamen Angst und rannten weg. Kate stockte das Herz - während die Mama mit ihrem Kind ruhig weiterlief…

Kate lief in Richtung Hund - als dieser plötzlich umdrehte und zielstrebig über das Feld Richtung Kate und Buddy lief. Buddy ist ein ziemlicher kleiner Kerl, während der Hund doch groß und beeindruckend wirkte. Kate kennt sich mit Hunden sehr gut aus und bewahrte die Ruhe. Der unbekannte Riese drehte kurzerhand um und lief dann vor Kate und Buddy her.

Noch immer war kein Besitzer in Sicht - da er auf Kates Ansprache nicht reagierte, forderte diese dann Unterstützung in unserem Team an. Da Kates Wohnhaus nicht weit weg war, beschloß sie, ihren Buddy nach Hause zu bringen - somit konnte sie sich auf den unbekannten Hund konzentrieren. Dieser drehte während der ganzen Zeit auch seine Runden auf dem Feld. Kate rannte mit Buddy zu ihrem Auto und fuhr Richtung Aufenthaltsort des Hundes. Kurzzeitig verschwand er aus Kates Sichtfeld - um dann in Begleitung einer Frau wieder aufzutauchen. Kate hielt an und sprach die Dame an. Ja - es war ihr Hund. Sie machte nicht den Eindruck, als wäre etwas Ungewöhnliches passiert - Kate gab im Team bekannt, dass der Einsatz beendet sei und fuhr mit ihrem Buddy heim.




Samstag, 17.04.2021 |

Nr. 193/2021

Es war am Samstag, als ein Anruf der gegen 13.45 Uhr auf unserem Notfalltelefon einging und Einsatz Nummer 4 an diesem Tag wie folgt in unserem Notfallchat erschien: „Tote Katze in Gebüsch in Friolzheim. Dagmar ist vor Ort.“ dazu ein Bild mit einem Holzzaun, worüber offenbar ein Katzenschwanz hing….

Oha - und was hing auf der anderen Seite des Zaunes??? Hatte jemand eine Katze sooo abgelegt?????

Die Melderin hatte am Telefon lediglich gesagt, es hänge etwas Puschliges aus der Tujahecke heraus… Dagmar wohnte nur 5 Minuten vom Meldeort und übernahm diesen Einsatz. Schon von weitem sah sie das beschriebene Etwas und ihr wurde mulmig…. Das Fell war länger…. war es eine Rassekatze? Vorsichtig stupfte Dagmar das Puschelding an - es war ziemlich steif und nichts rührte sich.

Dagmar klingelte an dem Haus um von der anderen Seite in den Garten zu gelangen, doch es war niemand da. Vorsichtig machte sie dann von der Strassenseite die Hecke auseinander und musste feststellen, dass an dem kuschligen „Schwanz“ kein Körper dran war. Dagmar schossen Bilder von Tierquälern durch den Kopf… Vorsichtig zog sie an dem Puscheldingens, welches dann runterfiel.

Während ihrer Arbeit vor Ort wurde Dagmar sehr kritisch von den Spaziergängern  und vorbeifahrenden Menschen beäugt… Vermutlich sah es so aus, als wolle sie auf dem Grundstück einsteigen…. Bei der Begutachtung des felligen Teiles stellte Dagmar fest, dass es sich hier um einen alten Fellkragen eines Wintermantels handelte…. Erleichterung - besonders als sie den Flammentest machte und es sich als Kunstpelz herausstellte, der allerdings verblüffend echt wirkte…. Zumindest musste hier kein Tier für die Pelzindustrie leiden.

Wollt auch Ihr wissen, wie man echten Pelz von Kunstpelz unterscheidet, dann schaut hier nach:
https://www.hotelzurpost.info/blog/kunstfell-und-echtpelz-wie-sie-den-unterschied-erkennen/




Samstag, 17.04.2021 |

Nr. 192/2021

Samstag, 13.30h - im Notfallchat wurde ein kleiner, tataktiver Igel mit Hungerknick gemeldet - Teammitglied Lisa aus Besigheim übernahm den Einsatz quasi als „Heimspiel“.

Vor Ort wurde sie erwartet. Die Melderin hatte selber einen kleinen Hund und war sehr tierlieb - sie hatte den kleinen Stachelmann in einem Karton gesetzt - mit einer weichen Unterlage, dazu etwas Futter. Der Igel hatte ziemlich verklebte Augen und war auch ganz geschwächt. Die Melderin erzählte Lisa, dass die Igel jedes Jahr unter der Terrasse sind und vor Ort auch gefüttert werden. Dieser kleine Kerl allerdings machte ihr etwas Sorgen und sie war sehr froh, dass sich nun fachmännisch um ihn gekümmert wird.

Und sie gab eine Dose des Futters mit, damit man im Tierheim auch gleich weiss, WAS gegeben wurde und die richtige Therapie starten könne - rührend welche Gedanken sie sich machte. Der Melderin lag sehr viel an dem Igel, denn sie berichtete Lisa, dass sie sich am Montag erkundigen möchte, wie es ihm geht.

Lisa wickelte den Stachelkerl noch in ein Handtuch, ehe sie ihn in die Transportbox setzte. Sie verabschiedete sich von der Melderin, welche sich mit einer großzügigen Spende an unseren Verein für die schnelle Hilfe bedankte. Lisa kam nach 20 Minuten am Tierheim an, wo der kleine Igel nun gepäppelt wird.

Herzlichen Dank nochmals an die Melderin für die Spende und alles Gute dem kleinen Stacheltier - komm wieder auf die Füßchen!




Freitag, 16.04.2021 |

Nr. 188+189/2021

Aus eins mach zwei
Ein Doppel-Einsatzbericht von Nela Mauermann

Am Freitag Vormittag hatten wir bereits schon 2 Einsätze - leider beides tote Fellnasen… Als dann gegen 13.30 Uhr im Notfallchat die Meldung kam: „angefahrener Erpel am Kreisverkehr Bissingen“ reagierte ich unverzüglich - hier konnte dem Tier möglicherweise noch geholfen werden!

Keine zehn Minuten später war ich vor Ort. Leider war die Melderin weitergefahren und ich wusste nicht, wo genau ich das Tier suchen sollte.
Zunächst suchte ich im hohen Gras des Kreisverkehrs - ohne Erfolg. Ich schaute mich um - es war ein weitläufiges Gebiet - wenn sich das Tier hier in ein Gebüsch verzogen hatte, dürfte es ein Glücksfall sein, es zu finden. Ich rief „Tier-Engel unterwegs-Gründerin“ Marion an und bat um Kontaktaufnahme zur Melderin, so dass wir den Suchradius eingrenzen konnten - leider konnten wir die Melderin nicht erreichen.

Also kletterte ich zunächst in den kleinen Bachlauf, um in der Unterführung nachzusehen - doch auch hier befand sich kein Tier. Dann begann ich den Suchradius zu vergrößern, schaute unter parkende Autos, lief weiträumig den Bachlauf ab - leider ohne Ergebnis. Und auch die Melderin reagierte nicht - vermutlich war sie auf Arbeit….

Ich blieb in Kontakt mit Marion, als diese mich gegen 14.20 Uhr anrief. Eine Taube mit nur einem Flügel war in Bietigheim auf dem OBI-Parkplatz am Eingang gemeldet worden. Das Tier sei munter, hüpfe herum und blutig sei auch nichts. Ob ich da mal schauen kann.

Nachdem ich fast 45min. nach dem angefahrenen Erpel leider ergebnislos suchte, brach ich den Einsatz ab. Ein mulmiges Gefühl blieb, während ich zum OBI fuhr. Wenn das Tier jetzt irgendwo lag und Schmerzen hatte - ich mochte gar nicht weiter darüber nachdenken….. Was konnte ich noch tun?????

Mittlerweile war ich beim OBI angekommen - das Tier. sei am Beginn der Einfahrt zum Haupteingang. Theoretisch vielleicht, denn praktisch war weder Melderin noch eine Taube vor Ort. Erneut rief ich Marion an, diese gab mir Bescheid, dass die Melderin um die Ecke wohne und zu mir kommen würde. Okay - solange suchte ich beim OBI auch zwischen den Blumenrabatten und Regalen am Eingang, weitete meine Suche auf den Parkplatz aus, schaute in abgesperrte Zonen - keine Taube zu sehen.

Mein Blick suchte die Dächer ab und tatsächlich sah ich 2 Tauben obenauf sitzen. Aus der Entfernung konnte ich nichts sehen und unwahrscheinlich, dass die Einflügelige dort hochgelangt ist. An der Seite war eine Wendeltreppe, die ich hochlief, so dass ich näher an den Tieren war. Wirklich erkennen konnte ich nicht, wie der Zustand der beiden war, denn sie lagen gemütlich.

Kurz darauf erblickte ich dann doch Nummer 3 - irgendwas stand da vom Körper weg - war es das gesuchte Tier? Doch Nummer 3 begann sich zu putzen und dabei sah ich, dass sie noch beide Flügel hatte - es war lediglich ein Federchen, was abstand. Nach 30 Minuten, an denen auch die Melderin nicht aufgetaucht ist, brach ich diesen Einsatz ab. Ich informierte Marion und diese sagte mir, dass die Melderin des Erpels geantwortet hat. Ich bekam nochmals eine detaillierte Beschreibung und erfuhr, dass das Tier wohl mit hängendem Flügel und Köpfchen im Gras gesessen sei. Also beschloß ich, erneut zum Kreisverkehr nach Bissingen zu fahren - evtl. fand ich jetzt das Tier und konnte helfen….

Doch leider war trotz erneutem längerem Suchen kein verletztes Tier zu sehen - auch hatte ich keine weiteren Enten vor Ort ausmachen können…. So hoffte ich, dass das Tier evtl. „nur“ ein Anflugtrauma hatte, sich erholte und wegfliegen konnte bzw. dass evtl. jemand das Tier fand und sich darum gekümmert hatte….

Mit keinem guten Gefühl fuhr ich heim, solche Einsätze hängen noch lange nach, ich frage mich immer, ob ich nichts übersehen habe, alles gemacht und an alles gedacht habe, um das Tier zu finden…. Zuhause kuschelte ich deshalb zunächst ausgiebig mit meinen Fellnasen, die meine Stimmungen sehr sensibel aufnehmen und mich wundervoll trösten……




Freitag, 16.04.2021 |

Nr. 186/2021

Es war am Freitag, als um 7.40h im Notfallchat die Meldung kam: „Tote Katze in Bietigheim-Bissingen vorm Bäcker Keil in der Schillerstraße, liegt jetzt in einem Karton“

Teammitglied Caro schaute auf die Uhr, 8 Uhr war Dienstbeginn im Homeoffice…. Sie wohnte gleich um die Ecke der Bäckerei - sofort gab sie Bescheid, dass sie den Einsatz übernimmt und holte die Fellnase unverzüglich zu sich. Als sie mit dem Chiplesegerät dann einen Chip feststellte, war Caro erleichtert. Würde diesmal eine Registrierung und die aktuellen Daten bei TASSO hinterlegt sein?

Teammitglied Marion rief dann bei TASSO an und tatsächlich - zum ersten Mal bei einem Einsatz von Caro „passte“ alles und die Besitzer wurden über TASSO verständigt….. Da die Fellnase einfach so in einem Karton lag, wickelte Caro sie zuerst in eine Einmalunterlage, denn die Samtpfote schied Körperflüssigkeiten aus. Anschließend schlug Caro sie behutsam in ein Handtuch.

Die Katze erinnerte Caro sehr an ihre eigene…. ebenfalls eine Schildpatt - dementsprechend schwer fiel Caro alles… Die Besitzer meldeten sich bei Caro und holten ihre leblose Fellnase nach Hause - sie wussten nicht, was zu tun sei und Caro hat sie über die verschiedenen Möglichkeiten für die letzte Reise aufgeklärt. Da die Familie unschlüssig war, bot Caro an, dass sie sich gern bei weiteren Fragen bei uns melden können und legte noch einen Flyer von uns dazu. Tieftraurig verabschiedeten sie sich…

Die Familie wohnte direkt hinter der Bäckerei, wo die kleine Maus gefunden wurde - also quasi vor der Haustür wurde sie aus dem Leben gerissen….. Gerade einmal 2 Jahre durfte die Samtpfote werden….

Gute Reise kleiner Schatz und deinen Besitzern wünschen wir viel Kraft, diesen schrecklichen Verlust zu bewältigen.




Mittwoch, 14.04.2021 |

Nr. 184/2021

Ab in die Freiheit….und das sehr zögerlich....
Ein Bericht von Nela Mauerma
nn

Nachdem am Ostersonntag der Bauer vom Waldhof wieder einen Streuner sicherte, mehr dazu lest Ihr hier:

https://www.facebook.com/Tierengelunterwegs/posts/458119405613585

…konnte der Kater nach der Kastration und Kennzeichnung aus dem Tierheim Ludwigsburg abgeholt werden. Niemand hatte ihn als vermisst gemeldet oder nach ihm gefragt… Da er sehr wild war, war es in diesem Fall auch nicht möglich, ihn an Menschen zu gewöhnen um ihn zu vermitteln, so dass er wieder an seinen Ursprungsort gebracht werden sollte. Diesen Einsatz übernahm ich und war am Mittwoch gegen 14 Uhr am Tierheim. Ich gab meine Transportbox ab und wartete… und wartete… Irgendwie dachte ich mir schon, dass der kleine Wildfang wohl nicht umgesetzt werden wollte und genauso war es dann auch. So nahm ich das Katerchen in der Box vom Tierheim mit. Da wir sehr oft dort sind, war eine schnelle Rückgabe kein Problem.

Verängstigt lag die Fellnase in der Box - ich sicherte diese in meinem Auto, legte eine Decke darüber und fuhr Richtung Waldhof. Während der Fahrt änderte der Kater seine Position - von ängstlich in die Ecke gedrückt zu entspannt auf der Seite liegend - genoss er gar die Autofahrt??????

Am Entlassungsort angekommen, suchte ich mir einen Platz im Schutz einer Scheune. Dort stellte ich die Box ab und öffnete das Gitter. Dann zog ich mich zurück. und wartete…. und wartete….. Nichts passierte…. Vorsichtig näherte ich mich der Box wieder - die Fellnase lag entspannt im hinteren Teil der Box… auch vorsichtiges Stupfen half nichts - er wollte nicht raus. Behutsam nahm ich die Box, um ihn nach vorn „auszuschütten“… das einzige was herauskam, war die Decke auf der er lag… er selber blieb weiter im hinteren Teil der Box…

Also irgendwie wollte er gar nicht mehr raus… nächster Versuch: Ich öffnete den Deckel und zog mich wieder zurück - auch hier blieb die Fellnase in der halben Box und beobachtete von dort die Gegend. Und wieder wartete ich hinter meinem Auto… und wartete…. Nichts.

Als ich nach zehn Minuten erneut langsam auf ihn zuging, preschte er plötzlich heraus und lief vorsichtig um die Scheune, geduckt im hohen Gras, um dann später hochgehobenen Hauptes und Schwanzes über die Felder hinweg zu entschwinden.

Ich deponierte noch etwas Futter an der Scheune - die Versorgung wird weiter vor Ort erfolgen und machte mich dann wieder auf den Heimweg.




Mittwoch, 14.04.2021 |

Nr. 183/2021

Kleine Lilly…. kaum hatte dein Leben begonnen und schon bist du ein Fellnasen-Engel…

Es war Mittwoch, 10 Uhr, als im Notfallchat eine tote Katze in Ludwigsburg-Ossweil gemeldet wurde. Das Tier liege hinter dem Haus, beigefügt war die Adresse. Da Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion demnächst sowieso nach Ossweil musste, übernahm sie diesen Einsatz. Marion bat die Melderin, dass Tier abzudecken bis sie eintreffen würde, was dann gegen 11.30 Uhr war.

Vor Ort angekommen wurde Marion von der Melderin schon erwartet und in eine Garage geführt. Die Melderin war ziemlich berührt von der traurigen Situation und sehr froh, dass wir gekommen sind… Vermutlich wurde die Fellnase, die schon steif war, in den frühen Morgenstunden von einem Auto erwischt und hat sich dann noch die 5m von der Strasse in den Hof geschleppt….

Mit dem Chiplesegerät fuhr Marion vorsichtig über das tote Bündelchen und es ertönte der immer so sehr erhoffte Signalton - ein Chip! Marion rief bei TASSO an, dort war die Fellnase auch registriert! Optimal!!! Hoffentlich stimmten alle Daten noch…..

Es handelte sich um das Katzenmädchen Lilly und TASSO informierte die Besitzer. Behutsam nahm Marion die kleine Lilly auf und wickelte sie in ein Handtuch. Marion wünschte Lilly eine gute Reise und kämpfte selber mit ihren Emotionen - sie erkannte gleich, dass Lilly noch recht jung war…. Am Auto sprach Marion noch mit der Melderin, als plötzlich das Handy klingelte und Lillys Besitzerin dran war. Diese wohnte nur eine Querstrasse weiter und war völlig geschockt. Sie war überfordert, es sei ihre erste Fellnase und sie wisse gar nicht, was nun zu tun sei.

Marion sprach behutsam die verschiedenen Möglichkeiten an, die für Lilly nun in Frage kommen könnten - sei es Beerdigen im eigenen Garten (sofern vorhanden) mit der Mindesttiefe von 80cm, Lilly könne auch zu einem Tierbestatter und die Asche bekommen sie zurück… Die Dame wusste nichts mehr, wollte die Entscheidung nicht allein treffen und dies mit der Familie besprechen.

Marion sagte, dies sei völlig in Ordnung und Lillys Besitzerin wollte wissen, wie lange sie denn  anrufen könne. Marion sagte, unser Notfalltelefon ist 24/7 besetzt und sie könne sich jederzeit melden. Erleichterung war am anderen Ende der Leitung zu hören. Marion bedankte sich nochmals sehr bei der Melderin für ihre umsichtige Handlungsweise und nahm Lilly mit.

Nach ca. 1 Stunde meldete sich Lillys Besitzerin wieder. Sie möchten sie nach Hause holen… wann sie kommen darf. Da Marion noch in Ossweil bei ihrem Termin war, entschied sich Lillys Familie, dorthin zufahren und ihre kleine Samtpfote abzuholen. Die Situation war für alle sehr sehr schlimm. Die Tochter stand Marion gegenüber und konnte nicht mehr aufhören zu weinen - sie liefen zu Marions Auto und auch Marion forderte dieser Einsatz emotional wieder einmal alles ab…. Während der Sohn gefasst wirkte, weinte die Tochter herzzerreissend und auch die Mama kämpfte mit den Tränen…. Vorsichtig legte Marion die kleine Lilly in die Arme der Tochter, die trotz ihres Schmerzes darauf bestand, Lilly zu halten… Und dies war der Moment, wo auch Marion ihre Tränen nicht mehr zurück halten konnte…. Für Sekunden übermannte diese ganze traurige Situation auch die im Umgang mit verstorbenen Tieren und deren Besitzern sehr erfahrene „Tier-Engel unterwegs“-Gründerin Marion…

Die Familie bedankte sich, um dann tieftraurig mit ihrer kleinen leblosen Lilly nach Hause zu gehen - Marion brauchte eine Weile, um sich wieder zu fassen…. Lilly war noch kein Jahr alt und war kurz vor ihrem Zuhause ums Leben gekommen…

Gute Reise über die Regenbogenbrücke kleine Lilly…




Dienstag, 13.04.2021 |

Nr. 182/2021

Dienstag, 23.20h - in einem Studentenwohnheim wurde von einem Ludwigsburger Sicherheitsdienst eine Taube in Eglosheim auf einem „Zwischenbalkon“ entdeckt und gemeldet. Zunächst rief der Herr beim Tierheim Ludwigsburg an, und diese verwiesen weiter an uns. Der Melder sagte, offenbar gehe es dem Tier nicht gut - es sitze aufgeplustert da und mache keine Anstalten, wegzufliegen. außerdem liege schon vermehrt Kot dort. Quasi alle Teammitglieder waren schon im Bett - so auch Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion…. Und diese zog sich wieder an, um dem Täubchen zu Hilfe zu eilen….

Marion wurde schon erwartet und zu dem Tierchen begleitet. Der Melder war sehr besorgt und fuhr mit Marion im Aufzug etwas höher, um dann von oben zum „Zwischenbalkon“ zu gelangen. Wenn man von unten kommt und die Tür aufmacht, würde sich die Taube so sehr erschrecken, wenn man von oben kommt, geht die Tür von der anderen Seite auf und es sei nicht so schlimm für die kleine Taube. Wie rührend und fürsorglich für ein anderes Lebewesen….. Gerade bei Tauben kennen wir das leider nur zu oft anders….

Marion sah das völlig aufgeplusterte und komplett in die Ecke gedrückte Tier, dieses ließ sich ohne Widerstand aufheben und in die Transportbox setzen. Der Melder bedankte sich erleichtert, dass wir um diese Zeit noch gekommen sind - Marion verabschiedete sich und fuhr mit der Taube direkt ins Tierheim Ludwigsburg. Tierheimleiterin Ursel Gericke nahm das Tier um Mitternacht persönlich an und Marion fuhr quasi direkt heim in Ihr Bett, wo sie mit einem gutem Gefühl einschlief, weil die kranke Taube nicht noch in der kalten Nacht ausharren musste…

Danke an den fürsorglichen Melder und wieder einmal Danke an das Tierheim für die großartige Zusammenarbeit zum Wohle der Tiere….




Montag, 12.04.2021 |

Nr. 179/2021

Am Montag Nachmittag gegen 14.30 Uhr wurden wir von unserem Kooperationspartner, dem Tierheim Ludwigsburg, gebeten, einen in der Tierklinik befindlichen Bussard abzuholen und ins Tierheim zu bringen.

Teammitglied Dagmar D. hatte Besuch erwartet, dieser jedoch krankheitsbedingt abgesagt. Insofern hatte sie die Wahl zwischen „Nichtstun“ oder „Steuererklärung vorbereiten“. Nichtstun ist nicht so ihr Ding, und der Einsatz kam Dagmar ganz recht, um die Steuererklärung noch etwas zu verschieben.

Einen Bussard aus der Tierklinik abholen und ins Tierheim bringen war easy… Theoretisch….
Denn als Dagmar an der Tierklinik in Ludwigsburg ankam, war man dort überrascht - es war nichts von einem Bussard bekannt. Nach zwei Telefonaten war klar: Das Tier war in der Tierklinik Leutenbach!!! Und das liegt im Rems-Murr-Kreis, ca. 16km von der Tierklinik Ludwigsburg entfernt.

Dagmar setzte sich wieder ins Auto und fuhr nach Leutenbach in die Tierklinik. Dort war man sehr nett und Dagmar beim „Einpacken“ des Bussards behilflich. Und dann ging es direkt ins Tierheim nach Ludwigsburg. Dort wurde der wunderschöne Greifvogel von Tierheimleiterin Ursel Gericke persönlich in Empfang genommen. Und ein gereichtes Stück Fleisch wurde dankbar von dem bildhübschen Kerl verschlungen.Es handelt sich um einen einjährigen Jungvogel, der völlig abgemagert ist - vermutlich hatte er nicht genug Beute jagen können….

Dagmar war sehr angetan von diesem Einsatz. Auch wenn der mehr als 2,5 Stunden dauerte…. Greifvögel findet sie faszinierend und nicht täglich hat sie die Möglichkeit, diesen eleganten Tieren so nah zu kommen. Dass sie solch stolzem Wesen nun helfen konnte, ließ sie glücklich auf der Heimfahrt lächeln… Der Greif wird nun gepäppelt, bis er stark genug ist, um dann wieder in die Freiheit entlassen zu werden.  

Alles Gute dem wunderschönen Tier und vielen Dank an alle Beteiligten!




Sonntag, 11.04.2021 |

Nr. 178/2021

Erneut wurden wir von unserem Kooperationspartner, dem Tierheim Ludwigsburg, um Unterstützung gebeten. In Tamm musste die Fellnase Tinka gesichert werden, da ihr 90jähriger Besitzer aufgrund eines Sturzes auf die Intensivstation musste und niemand sich um Tinka kümmern konnte. Am Sonntag Nachmittag erschien die Meldung in unserem Notfallchat und Teammitglied Christiana übernahm den Einsatz.

Vor Ort angekommen, klingelte Christiana bei den Nachbarn. Diese hatten auch einen Wohnungsschlüssel. Leider war Tinka nicht da - sie stromerte irgendwo draußen rum…. Also ließ man die Terrassentür auf und wartete in der Nachbarwohnung auf Tinkas Rückkehr. Christiana wurde sehr lieb mit Kaffee und Keksen die Wartezeit versüßt. Tinka ist das Ein und Alles ihres Besitzers, wie die Nachbarn berichteten… Täglich bekommt sie frisches Hühnchen/Putenfleisch und wird total verwöhnt.

Leider ließ sich Tinka bis 18 Uhr nicht blicken und man vereinbarte, dass Christiana nun heimfährt und sobald Tinka auftaucht, melden sich die hilfsbereiten Nachbarn wieder.
Am Montag Abend gegen 18.30 Uhr dann ging die Meldung ein, dass Tinka aufgetaucht sei - Teammitglied Jessi aus Tamm meldete sich gleich, dass sie fahren könne.

Auch Jessi wurde sehr sehr nett von den Nachbarn empfangen - diese hatten alle paar Stunden die Wohnung kontrolliert, ob Tinka wieder heimgekehrt sei. Auch mitten in der Nacht erfolgte die „Kontrolle“, um Tinka baldmöglichst zu sichern. Vielen lieben Dank an dieser Stelle für die großartige Unterstützung!

Tinka saß unten im Keller und schaute Jessi mit riesengroßen ängstlichen Augen an. Da das Trockenfutter unberührt war, dachte Jessi, dass Tinka nun riesen Hunger hatte und sich mit Nassfutter in die Box locken ließ - völlig falsch gedacht! Erneut erzählten die Nachbarn, dass Tinka ein absoluter Gourmet sei und von ihrem Besitzer nur das allerbeste Fleisch bekommen hatte. Das merkte Jessi, denn auch den lecker riechenden Thunfisch verschmähte die Feinschmeckerin….

Das Einfangen verlief dementsprechend…. Tinka hatte so gar keine Lust auf die Fremden und fauchte Jessi mehrfach an. Trotz der Abwehr - so berichtete Jessi - war Tinka lieb und hat nicht gekratzt oder gebissen…. Nachdem Tinka dann in einer Ecke saß, stellte Jessi 2 Boxen direkt vor die Fellnase und mit Hilfe des Keschers und gutem Zureden der Nachbarin, konnte Tinka letztlich gesichert werden.

Jessi bedankte sich sehr bei den Nachbarn und machte sich auf den Weg ins Tierheim. Die ganze Fahrt über beschwerte sich Tinka lautstark und massiv bei Jessi…. Gegen 20.30 Uhr dann kam die Meldung von Jessi, dass Tinka im Tierheim abgegeben wurde.

Wir wünschen dem Besitzer rasche Besserung und gute Genesung und sagen nochmals ganz herzlich Danke an die Nachbarn!




Sonntag, 11.04.2021 |

Nr. 177/2021

Es war gegen 13.15 Uhr, als sich auf dem Notfalltelefon jemand meldete, der in Stammheim eine zugelaufene Katze bei sich hatte. Anscheinend sei diese nicht gechippt und hält sich seit mehreren Tagen bei der Familie auf…

Allerdings blieb die Fellnase nicht solange wie sonst und der Einsatz wurde abgebrochen. Am Abend dann gegen 18.15 Uhr erneut die Meldung: „Die Katze ist jetzt wieder da und sei im Haus.“

Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion war mit einem anderen Teammitglied unterwegs um Spenden abzuholen, die wir für einen späteren Flohmarkt geschenkt bekommen haben. Nach Erledigung übernahm sie diesen Einsatz. Vor Ort angekommen, saß die Samtpfote auf der Fensterbank. Marion näherte sich vorsichtig an. Zuerst schüchtern, dann jedoch schmusig und anhänglich, konnte Marion ohne Probleme das Chiplesegerät ansetzen.

Der Kater war nicht gechippt, hatte kein Tattoo und war zudem noch unkastriert. Er war gut genährt, gepflegt, nicht verletzt und offensichtlich Menschen gewohnt. Aus diesem Grund sah Marion keinen Anlass, das Tier mitzunehmen. Mit der Melderin wurde vereinbart, dass dem Tier ein Papierhalsband umgemacht wird, mit der Bitte an die möglicherweise vorhandenen Besitzer, die darauf geschriebene Telefonnummer anzurufen.

Vereinbart wurde ebenfalls, wenn sich niemand meldet bzw. der Kater das Halsband noch immer umhat, wenn er wieder zu Besuch erscheint, dass sich die Melderin dann erneut bei uns auf dem Notfalltelefon meldet. Schon am nächsten Morgen rief die Melderin an - der Kater hat ein Zuhause, die Besitzer haben sich gemeldet. Leider sprechen alle in der Familie nur sehr schlecht deutsch und es gäbe bezüglich der Kastrationsempfehlung leider Verständigungsschwierigkeiten.

In unserem Team fanden wir dann eine Lösung, wie man sich mit der Familie in deren Landessprache unterhalten kann und es wurde der Familie telefonisch genau erklärt, warum das Kastrieren und auch Kennzeichnen lassen so immens wichtig ist. Tierschutz bedeutet nicht nur umsichtig und oft sofort handeln, sondern ebenso umfangreiche Aufklärungsarbeit zu leisten.




Sonntag, 11.04.2021 |

Nr. 176/2021

Sonntag, 12.30 Uhr - und wieder erreichte uns die Meldung einer toten Katze - diesmal in Ingersheim. Teammitglied Jule, erst am Samstag auf einem Totfundeinsatz, war mit ihren Arbeiten zuhause gerade fertiggeworden und übernahm den Einsatz. Der Finderin wurde mitgeteilt, dass Jule in ca. 30 Minuten bei ihr und der Fellnase sein wird. Als Jule ankam, wurde sie bereits erwartet.

Der Sohn der Melderin hatte die Katze zufällig beim Spielen gefunden. Jule sah, dass ein Füßchen unnatürlich wegstand und die Melderin äußerte ihre Bedenken, ob das Kätzchen nicht vergiftet worden sein könnte, denn es habe irgendwas im Mäulchen.

Jule schaute genauer hin, doch es war lediglich Fell. Als Jule das Chiplesegerät über das leblose Körperchen zog, ertönte leider kein Signalton - allerdings fand sie ein Tattoo in den Ohren. Bei allem wurde Jule sehr interessiert vom Sohn und seiner Mama beobachtet.

Da sie sich beim Entziffern des Tattoo unsicher war, bat sie Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion um Unterstützung. Leider ergab die Nachfrage der entzifferten Zahlenkombination bei TASSO kein Ergebnis, verschiedene Varianten wurden nachgeschaut - ohne Erfolg. Aufgrund der Buchstaben, welche auf einen bestimmten Tierarzt hinwiesen, rief Jule am Montag bei dem Tierarzt an - leider haben wir bisher noch keine Rückmeldung bekommen, bleiben allerdings dran.

Eine Fundmeldung in Facebook blieb bisher leider auch ohne Ergebnis:
https://www.facebook.com/Tierengelunterwegs/posts/462430015182524

Komm gut über die Regenbogenbrücke kleine Samtpfote…




Samstag, 10.04.2021 |

Nr. 173/2021

Samstag Morgen, 7.45 Uhr und auf dem Notfalltelefon kommt der erste Einsatz für heute: „Am Ortsausgang Rielinghausen Richtung Marbach liegt eine tote Katze.“

Wie sooft begann der Wettlauf gegen die Zeit… Teammitglied Jule übernahm diesen Einsatz. Während sie unterwegs war, teilte Teammitglied Andrea ihr mit, dass ein Bekannter die Katze von der Strasse geholt und bereits zur Seite gelegt hatte. Danke dafür - so fuhren nicht noch Autos über die Fellnase….

Vor Ort angekommen, fand Jule die Samtpfote nicht auf Anhieb, sie lief etwas rum und dann sah sie das Fellbündelchen. Es musste einen heftigen Unfall gehabt haben, so wie es aussah…. Jule fand zwar keinen Chip, aber ein gut leserliches Tattoo. Über TASSO konnte leider keine Zuordnung erfolgen und Jule rief bei Dr. Heinzelmann an - die Buchstaben HE im Tattoo ließen darauf schließen.

Und tatsächlich war das Tier bei Dr. Heinzelmann registriert. Dieser rief die Besitzer an. Selbige waren allerdings unterwegs und wollten ihren Kater später vom Fundort abholen. In Jule allerdings sträubte sich etwas dagegen. Nach Absprache mit der Tierarztpraxis bettete sie die Samtpfote behutsam in ein großes Handtuch, wickelte sie gut ein und brachte die Fellnase dann selber in die Tierarztpraxis. Dort wurde sie später den Besitzern übergeben.
Diese bedankten sich am Nachmittag telefonisch bei uns und waren sehr froh, dass sie nun Abschied nehmen können…

Traurig über den Tod der Samtpfote und gleichzeitig froh, dass diese durch ihren Einsatz nach Hause kommt, fuhr Jule wieder nach Hause…. Tief vergrub sie ihr Gesicht in ihren kuschligen Fellnasenkater, der Jules Traurigkeit spürte und sie auf seine Art tröstete….




Donnerstag, 08.04.2021 |

Nr. 166+167/2021

Doppelter Einsatz für Ursula vom „Tier-Engel mobil“-Team

Neben den aktiven Helfern der „Tier-Engel unterwegs“ gibt es noch das „Tier-Engel mobil“-Team. Der Unterschied zum Team der „Tier-Engel unterwegs“, deren Helfer die gemeldeten Tiere selber sichern:
Das Tier ist bereits gesichert und für den Transport fertig - und muß nun lediglich noch zum Endbestimmungsort gebracht werden.

Am Donnerstag ca. 10 Uhr wurde auf dem Notfalltelefon eine junge Taube gemeldet, diese sei aus dem Nest gefallen. Das Nest befand sich im Parkhaus des Klinikum Ludwigsburg und das nächste Auto hätte das Täubchen überfahren…. Nach telefonischer Beratung versuchten die Melder zunächst, das Tier wieder ins Nest zu setzen. Dabei fiel ihnen auf, dass das Täubchen weder stehen noch gehen konnte und sie vermuteten, dass ein Beinchen gebrochen sei.

Nach erneutem Anruf auf dem Notfalltelefon wurde vereinbart, dass die Melder das Tier sichern, sie konnten es - beruflich bedingt -leider nicht ins Tierheim bringen. Abholort war die Pflegeschule des Klinikum Ludwigsburg - und liebevoll wurde das Täubchen in einem Karton gesetzt, ausgepolstert mit dem Kittel der Pflegerin Josefine, bis zur Abholung durch Ursula. Um dem Tierchen weiteren Streß zu ersparen, beließ Ursula das auch so - fuhr die junge Taube ins Tierheim und brachte später den Kittel wieder zurück.

Noch unterwegs, kam der nächste Notfall rein: eine verletzte Elster in Remseck - und Ursula bot an, auch diesen Einsatz zu fahren. Die Elster wurde von den Melden ebenfalls gesichert, so dass Ursula auch hier nur den Karton übernahm und ins Tierheim fuhr.

Vielen Dank an alle, die dazu beitrugen, dass den beiden Vögelchen nun geholfen wird und diese bald wieder ihre Kreise durch die Lüfte ziehen können….




Donnerstag, 08.04.2021 |

Nr. 165/2021

Ein Bericht von Nela Mauermann

Es war Donnerstag Morgen, 7.50 Uhr und wieder einmal wurde uns auf dem Notfalltelefon eine tote Katze gemeldet. Sie lag zwischen Sachsenheim und Bietigheim an KM 0,8 rechts an der Strasse…

Ich kannte die Strasse, dort hatte ich bereits schon mehrfach Katzen gesichert - alle durch Unfälle verstorben…. Wo würde diese jetzt liegen? Ich machte mich schnellstmöglich auf den Weg, der Standort war sehr exakt beschrieben und Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion gab mir noch Bescheid, dass ich über einen Feldweg müsse, weil man dort nicht anhalten kann….

Da ich aus Richtung Bietigheim kam, suchte ich mit den Augen links die Seite ab - bei KM 1,1 verlangsamte ich mein Tempo und sah dann schon den leblosen Körper. Da nur wenige Meter weiter eine Brücke war mit Haltebuchten darunter, parkte ich mit eingeschalteter Warnblinkanlage dort. Zu meiner eigenen Sicherheit zog ich mir unsere Vereins-Warnweste an, nahm Chiplesegerät, Handschuhe und ein großes Tuch und lief zu dem Tier.

Da es nah an der Straße lag, hob ich es auf, kletterte die kleine Böschung hoch und befand mich auf dem beschriebenen Feldweg. Dort breitete ich das Tuch aus und legte das Tier behutsam ab. Und hatte ein kleines Dejavue…. Ein sehr ähnlich aussehendes Tier hatte ich nur ca. 500m weiter in 2020 als Totfundeinsatz gehabt. Ähnlich schwarz-braunes, längeres Fell und ähnliche Stelle….

Es war kein schöner Anblick - ein Auto musste die Fellnase erfasst haben und ich hoffte, dass sie nicht lange leiden musste. Leider war das Tier nicht gechipt… mehrfach zog ich das Chiplesegerät über das geschundene Körperchen - erfolglos. Dafür erkannte ich Tattoo in den Ohren - wenigstens etwas! Das Tattoo war allerdings kaum zu entziffern - auch mit dem Taschenlampenlicht hinter dem Ohr erkannte ich nur Teilziffern. Ich rief Marion an - diese fragte nach Bildern, denn sie ahnte aufgrund meiner Beschreibung bereits, wohin die Fellnase gehören konnte… Jetzt erinnerte ich mich auch an den Ausgang des Einsatzes von 2020….

Eine Dame mit ihrem Hund, welche mir entgegenkam, hielt inne, fragte, was passiert sei, ob sie helfen könne…. Nein, leider kam hier jede Hilfe zu spät… Vorsichtig schlug ich das Tier in das Tuch ein und lief zu meinem Auto zurück.

Nachdem Marion und ich vermuteten, dass das Tier zu einem Hof in Sachsenheim gehörte, wo ziemlich viele Fellnasen ihr Zuhause haben, und wir auch wussten, wer der zuständige Tierarzt ist, brachte ich die Fellnase in die Praxis. Es handelte sich um die mit uns kooperierende Tierärztin Frau Hoffmann-Füsser in Bietigheim. Dort wurde ich sehr lieb empfangen - vielen Dank an dieser Stelle an das gesamte Team der Praxis, die immer für uns da sind - auch außerhalb der regulären Sprechzeiten! Danke!

Ich gab das Tier ab mit dem Hinweis, dass wir vermuten, dass die Fellnase zum besagten Hof in Sachsenheim gehöre und der Bitte, das Tattoo zu überprüfen und uns dann bitte eine kurze Rückmeldung zu geben. Nur 10 Minuten später hatten wir die Bestätigung. Die Praxis übernahm es, die Besitzerin über den Tod der Fellnase zu informieren - damit war mein Einsatz beendet….

Ich kann nur jedem Tierhalter empfehlen, sein Tier chippen zu lassen, denn Tattoos können im Laufe der Zeit verblassen und unleserlich werden - so ist es manchmal trotz Kennzeichnung nicht mehr möglich, den Besitzer herauszufinden, weil nur noch Ziffernfragmente leserlich sind….

Komm gut über die Regenbogenbrücke kleine Samtpfote…




Mittwoch, 07.04.2021 |

Nr. 162/2021

Es war Dienstag, 17.30h, als uns ein zugelaufener Hund in Bietigheim am St. Peters-Friedhof gemeldet wurde. Teammitglied Nina übernahm den Einsatz.

Vor Ort angekommen, erzählten die Melder, der Hund sei direkt auf sie zugelaufen. Er wirkte sehr menschenbezogen und machte auch wirklich gar keinen ängstlichen Eindruck. Sein Mäntelchen war komplett durchnässt und er zitterte arg vor Kälte - er war wohl schon länger unterwegs, der arme Kerl….

Nina konnte ohne Probleme den Chip auslesen. Da sie telefonisch bei TASSO nicht durchkam, fragte sie die Chipnummer online ab - leider war diese nicht bei TASSO registriert. Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion fragte parallel dazu bei Findefix nach - leider auch nichts.

Also dann blieb nichts anderes übrig, als den kleinen nassen Tropf ins Tierheim zu schaffen. Nina ließ den Hund in ihren Kofferraum, wo er auch sichtlich erleichtert eingestiegen ist. Endlich ein trockenes Plätzchen! Bis zum Tierheim hat Nina dann nichts mehr von ihm gesehen oder gehört. Der Ausreißer war einfach nur erschöpft und selig, endlich im Warmen zu sein.

Am Tierheim angekommen, hat er jedoch angefangen zu suchen und laut zu fiepen….. Wohl vermisste er seine Besitzer sehr….. Nina erledigte noch die Formalitäten und fuhr wieder heim. In Facebook erstellten wir eine Fundmeldung und verteilten diese dann in verschiedenen Gruppen. Glücklicherweise meldeten sich die Besitzer und Pino - so hieß der Ausreißer - konnte noch am selben Abend wieder nach Hause.




Mittwoch, 07.04.2021 |

Nr. 161/2021

Saskias Odyssee am Mittwoch… im „Gepäck“. eine verletzte Katze und ein überraschendes Happy End

Es war Mittwoch, 9.30 Uhr, als ein Notruf einging: „zugelaufene verletzte Katze in Schwieberdingen in einem Stall“
Teammitglied Saskia kannte den Stall aus ihrer Kindheit und übernahm den Einsatz - nicht wissend, dass dieser über Stunden gehen sollte.

Saskia wurde vor Ort schon erwartet und die Fellnase war in einem großen, allerdings abgesperrten Freigehege eingesperrt, so dass sie nicht weglaufen konnte. Das Tier wurde am Morgen im Stroh gefunden. Die Fellnase war anfangs ganz lieb, ließ sich streicheln, auch das Chiplesegerät wurde akzeptiert - leider schlug es nicht an. Tattoos in den Ohren waren leider auch nicht vorhanden.

Saskia wollte den ziemlich schweren und sehr kräftigen Kater in ihre Transportbox setzen, doch plötzlich war er nicht mehr so brav und verdammt schnell….. Saskia bat noch 2 Mädchen vom Stall um Hilfe, eine hielt die Box, die andere sollte den blitzschnellen Kater im großen Gehege den Weg abschneiden…. Saskia packte den Kater am Genick…Soweit die Theorie…

Das Tier sträubte sich mit unglaublicher Kraft, er war nicht in Saskias Box zu bekommen… Im Notfallchat kam die Meldung: „kein Chip, kein Tattoo, braucht dringend ärztliche Versorgung, nicht sehr kooperativ - Saskia benötigt Hilfe beim „verpacken“… Teammitglied Markus fuhr kurz darauf zur Unterstützung zu Saskia. Beiden gelang es, das Tier zu sichern und in die Transportbox zu setzen. Es sollte ins Tierheim gehen… Saskia und Markus verabschiedeten sich und die beiden Mädchen waren sehr sehr dankbar, dass sich nun um die Samtpfote gekümmert wird.

Währenddessen hatte Teammitglied Nela bereits eine Fundmeldung in Facebook erstellt - bei nicht gekennzeichneten Tieren oftmals für uns die einzige Möglichkeit, den Besitzer zu ermitteln.

Saskia ist noch nicht solange in unserem Team und war noch nie im Tierheim Ludwigsburg - also schaltete sie ihr Navi ein und vertraute diesem. Böser Fehler…. Das Navi schlug ihr den Weg über die Autobahn vor… und führte Saskia direkt in einen Stau… keine Chance um rauszukommen…. Während Saskia im Stau stand, wurde der Geruch des verletzten Tieres immer unerträglicher… Saskia arbeitet in der Altenpflege, kennt sich mit Wunden aus und kann viel ertragen, doch es war wirklich übel - trotz geöffneter Fenster…..  und nichts ging vorwärts…. Auch die anfangs noch heftig schreiende Fellnase war plötzlich ruhig, so dass Saskia sich schon Sorgen machte, ob sie überhaupt noch lebte….

Beim Tierheim angekommen, nahm Vanessa vom Katzenhaus die Fellnase entgegen und gab Saskia ihre Transportbox wieder zurück. In dem Moment klingelte Saskias Handy - Marion.
Es hatte sich ca.um 13.30 Uhr auf dem Notfalltelefon der Besitzer gemeldet… Saskia sollte die Fellnase wieder mitnehmen - Saskia lachte - den kleinen Wildfang wieder zurücksetzen - echt jetzt???? Naja - immerhin war Vanessa da - Profi in Sachen Katzen….

Die Besitzer wohnen auf einem Aussiedlerhof bei Schwieberdingen, ganz in der Nähe des Pferdehoffes…. Die Fellnase war noch nicht lange bei ihnen, sie ist ihnen zugelaufen und die Familie hatte den ehemaligen Streuner „adoptiert“. Sie waren auch erst am Samstag beim Tierarzt wegen dem Abszess am Hals, doch auch dort hatte sich die Fellnase heftigst gewehrt, so dass man ihm nur Antibiotika gespritzt hatte. Ein neuer Arzttermin war bereits zur Kontrolle ausgemacht. Irgendwie hatte sich der Abszess dann leider schnell weiterentwickelt und war geplatzt. Kein Wunder roch es so heftig…

Saskia nahm das Tier und fuhr zurück nach Schwieberdingen - diesmal nicht über die Autobahn und war innerhalb von 20min. zurück. Leider hatte die Autokorrektur des Handys bei der Strassenangabe wieder etwas verhauen und so stand Saskia ratlos in Schwieberdingen an einer nicht existenten Adresse… Sie fragte vor Ort rum, doch niemand kannte die Familie…. Nach Rücksprache mit Marion wurde der Fehler aufgeklärt und Saskia fand dann auch die Familie, die sich um den Kater kümmerten. Sie wies nachdringlich darauf hin, dass das Tier schnellstens zum Tierarzt muss. Die Familie erklärte sich auch gleich bereit und die Fellnase wurde in die Familien-Transportbox umgesetzt….

Um 14.30 Uhr war die Fellnase beim Besitzer und Saskia nach 5 Stunden endlich wieder daheim. Am Abend erhielten wir die Rückmeldung, dass die Fellnase am Nachmittag dem Tierarzt vorgestellt und die Wunde gereinigt wurde. Bei der nächsten Untersuchung wird der Kater auch gleich kastriert sowie ein Chip eingesetzt werden.

Alles Gute kleine Fellnase und als erstes gute Besserung!




Dienstag, 06.04.2021 |

Nr. 160/2021

Am Dienstag erreichte uns am Nachmittag auf dem Notfalltelefon die Bitte bei der Sicherung einer Katze behilflich zu sein, die am Auge verletzt ist. Die Katze sei schon länger bei der Melderin an der Futterstelle, sie habe sie zwar in die Wohnung locken können, allerdings bekomme sie das Tier nicht gesichert - es sollte ja wegen dem verletzten Auge behandelt werden.

Teammitglied Marion übernahm den Einsatz gemeinsam mit Teammitglied Yvette. Die Melderin hatte die Teammitglieder bereits erwartet und berichtete den beiden ausführlich, wie und seit wann das Tier zu ihr komme. Es sei ja keine „normale“ Katze sondern irgendwas müsse da mit Perser dabei sein, da das Fell länger ist und sie habe auch schon verfilzte Stellen herausgeschnitten. Nur dass sie ihn in die Box setzt, das klappt leider nicht. Ihre Hände und Arme waren ziemlich verkratzt - die Fellnase musste sich sehr gewehrt haben….

Allerdings: Wo war der kleine Wildling? Zwischen Heizung und Fernseher hatte er sich versteckt. Die Melderin holte ihn da raus und der Kater protestierte lautstark und fauchend dagegen…. Unbeeindruckt davon hielt die Melderin ihn fest, setzte sich auf den Boden und sprach sanft und beruhigend auf das Tier ein. Marion näherte sich vorsichtig mit dem Chiplesegerät, sprach ebenfalls ruhig mit dem Tierchen - mehrfach scannte sie dabei die Fellnase - doch ohne Erfolg…

Auch an der Schulter hatte er eine kahle Stelle, evtl. eine Kampfverletzung? Marion durfte ihm sogar über das Köpfchen streicheln, was er auch duldete. Beim Kraulen spürte Marion weitere Verletzungen - er focht wohl ziemlich Kämpfe aus….

Marion stellte die Box direkt vor die Nase des Katers, der noch immer bei der auf dem Boden sitzenden Melderin im Arm war. Der Kater wollte seitlich weg, Marion drehte Box nach und halb mit dem Köpfchen in der Box, schob die Melderin auf Marions Bitten hin das Tier beherzt in die Box. Geschafft!

Unter Fauchen, Schreien und Protest saß das überlistete Katerchen nun fest und war „bereit“, von Teammitglied Yvette ins Tierheim gebracht zu werden. Dort wird nach einem Tattoo geschaut und sich um die Verletzungen und das Auge des Kämpfers gekümmert. Eine von uns erstellte Fundmeldung blieb bisher ohne Erfolg - niemand scheint den Kater zu vermissen….

https://www.facebook.com/Tierengelunterwegs/posts/459205132171679

Die Melderin, so erzählte sie uns, würde das Tier, sofern sich kein Besitzer findet, auch wieder zu sich nehmen und weiter versorgen.

Alles Gute kleiner Kämpfer und als erstes gute Besserung!




Ostersonntag, 04.04.2021 |

Nr. 153/2021

Ein Bericht von Nela Mauermann

Häschen in der Grube? Nein, Katze in der Falle!
Und ein kleines Osterwunder: Milou kommt nach 3 Wochen für ihre letzte Reise nach Hause…

Ostersonntag, 10.30 Uhr - ich saß auf der Terrasse und genoss noch meinen restlichen Kaffee, als auf dem Notfalltelefon ein „Stammkunde“ anrief - der Bauer vom Waldhof meldete kurz und knapp in breitestem Schwäbisch: „I han da wieder a Katz in d´r Falle.“
Da ich am langen Osterwochenende das Notfalltelefon betreute und der Bauer wie gesagt nicht zum ersten Mal anrief, stellte ich lediglich in unseren Notfallchat eine Kurzmeldung ein: „ Bauer von Waldhof bei Löchgau hat wieder eine Katze gesichert.“

Die Meldung kam ziemlich überraschend, denn normalerweise wissen wir, wenn ein Tier dort ist und der Bauer es zu sichern versucht - dass nunmehr eine neue Fellnase aufgetaucht war, nunja… nennen wir es mal „Osterüberraschung“…
Da es gleich bei mir um die Ecke ist, gab ich Bescheid, dass ich den Einsatz fahre, ich steckte mir noch eine Handvoll Schoko-Ostereier ein - wer am Ostersonntag in Sachen Tierschutz tätig ist, hat sich ein Schoko-Ei verdient!

Da ich dem Bauern bereits sagte, dass ich innerhalb der nächsten 15 Minuten eintreffe, wurde ich bereits auf dem Hof erwartet. Ich stellte mich vor und gab ihm als erstes ein kleines Schoko-Ei - er strahlte mich überrascht an und meinte, er hat ja schon ein klein wenig Bedenken gehabt, am Ostersonntag anzurufen, aber den Tieren seien die Tage ja „wurscht“. Er zeigte mir in der überdachten Lagerhalle die Falle, welche er - mittlerweile „Profi“ - mit einer Plane abgedeckt hatte.

In meiner Tasche hatte ich das Chiplesegerät, mit dem ich vorsorglich prüfen wollte, ob das Tier evtl. gekennzeichnet ist. Der Bauer nahm die Plane weg und in dem Moment, wo ich mich hinunterbeugte und mit dem Chiplesegerät Richtung Fellnase streckte, schoß diese wie der Blitz mit den Pfötchen schlagend und laut fauchend auf mich zu. Im Reflex zog ich das Chiplesegerät weg. Ich war heilfroh, dass ein Gitter zwischen uns war….

Leise redete ich auf die struppig, schmutzige Fellnase ein - aus riesigen Augen wurde ich angestarrt. Während ich auf einer Seite der Falle gut riechende Leckerlis an das Gitter hielt, führte ich von der anderen Seite nochmals behutsam das Chiplesegerät an das Fallengitter - vom Abstand her hätte es bei Vorhandensein eines Chip anschlagen müssen, doch leider blieb das Chiplesegerät stumm. Der Bauer machte eine minimale Bewegung und die Fellnase reagierte erneut abwehrend. Nach einem Tattoo zu schauen probierte ich erst gar nicht.

Kurzerhand sagte ich dem Bauern, dass ich das Tier komplett mit Falle ins Tierheim bringe - ein Umsetzen war mir zu riskant. Ich lief zum Auto und machte die Rückbank frei - als ich mich umdrehte, hatte der hilfsbereite Bauer die Falle schon einladebereit und schob sie in mein Auto. Ich sicherte die sehr lange Falle und vorsichtig legte ich noch eine Decke darüber. Dem Bauern versprach ich, die Falle bis in ca. einer Stunde wiederzubringen.

Noch auf dem Hof rief ich im Tierheim Ludwigsburg an, um mich anzukündigen. Auch dort war man überrascht, fragte, ob der Kater nicht evtl. schon kastriert sei. Ich lächelte - das könne ich nicht sagen, er hat mich nicht nachsehen lassen bzw. das hab ich erst gar nicht versucht, denn die Katze war nicht wirklich kooperativ…. An einer Ampel. an der ich warten musste, drehte ich mich um und hob minimal und ganz vorsichtig das Tuch hoch. In die Ecke gekauert schauten mich zwei wunderhübsche Augen an - ohne Fauchen, ohne Pfötchenschlagen…. ooooh…. wirkte das Autofahren etwa beruhigend???? (Spaß!)
Nach 20min. traf ich im Tierheim ein und wurde sehr nett empfangen. Und wieder gab ich als erstes Schoko-Eier aus - schließlich war Ostersonntag…. Ich musste kurz warten, dann bekam ich das Okay und durfte die Fellnase abgeben. Und staunte nicht schlecht: Ich bekam die Falle fast nicht aus dem Auto. Diese Falle hatte einen Boden aus Beton - warum auch immer…. das machte das Ausladen nicht „leichter“. Und die Falle kam definitiv von einem Bauernhof…. meine Polster hatten deutliche Spuren erhalten…. auweia…..

Letztlich erledigten wir dann noch den Papierkram, ich wünschte allen ruhige Ostern - soweit möglich - lud die immer noch schwere Falle wieder in mein Auto und machte mich auf den Weg, die Falle zurückzubringen.

Unterwegs erreichte mich auf meiner privaten Nummer ein Anruf, der mich zunächst kurz irritierte:
Ein Herr meldete sich, er habe die Nummer von TASSO, ich hätte seine Katze gefunden in Mundelsheim…. er hat das Tattoo zum Vergleich….
Puuuuh, hirn, Gedächtnisangestrengt…. ich kam nicht gleich darauf - zumal er auf meinem Privathandy und nicht dem Notfalltelefon anrief. Ich sagte ihm, dass ich gerade auf einem Einsatz bin und mich bei ihm zurückmelde, zuhause habe ich Zugriff auf unsere Einsatzstatistik und wir können dann gern die Daten abgleichen.

Noch im Auto bat ich Marion um Erinnerungshilfe und gemeinsam kamen wir auf den passenden Fall vom 11.03.2021 - ein Totfund in Mundelsheim….. Richtig - Teammitglied Denise war vor Ort, doch das Tattoo war nur teilweise zu lesen - ich hatte damals bei TASSO angerufen und diese fanden zwar keinen Treffer, nahmen die Meldung jedoch mit den Zahlen, die wir entziffern konnten, in die Datei auf. Und damals rief ich von meinem Privathandy an. Jetzt war alles klar.

Kurz darauf rief der Herr wieder an - ich war zwar noch unterwegs, nahm mir jedoch gleich die Zeit und fuhr rechts ran. Dank moderner Technik fand ich im Notfallchat dann die Tattoozahlen, schaute in Facebook in unserem Totfundpost wo der genaue Fundort war.
Die entzifferten Zahlen stimmten mit denen überein, die mir der Herr sagte, der Fundort befand sich nur 200m weg vom Wohnort der Fellnase…. Der Besitzer hatte nun traurige Gewissheit…. Am anderen Ende der Leitung war Stille…. Ich fragte nach dem Namen der Fellnase und bekam ein leises „Milou“ zur Antwort.

Mit brüchiger Stimme fragte er, wo die Fellnase sei - ich sagte es ihm. Wieder Schweigen - wie es jetzt weitergeht, wollte er wissen. Ich merkte, dass er überfordert war - die letzte Hoffnung war soeben zerstört, die Fellnase, die schon öfter mehr als eine Woche fehlte und man sich deshalb erst mal keine Sorgen machte - würde nie wieder schnurrend heimkommen….

Behutsam bot ich ihm an, mit seiner Frau zu besprechen, was sie wünschen. Ob sie Milou im Garten beerdigen möchten/können, ob sie Milou in einer Urne bei sich haben möchten…. Er bedankte sich und wollte sich später wieder melden.

Fröhliche Ostern sind anders… Ich fuhr die Falle zurück zum Bauernhof, stellte diese wie vereinbart in der Lagerhalle ab, legte noch zwei kleine Schoko-Eier obendrauf und fuhr dann nach Hause, wo mich noch eine Polsterreinigung beschäftigte.

Milous Besitzer rief mich nochmals an - sie würden Milou gern am Ostermontag heimholen… Ich „freute“ mich innerlich sehr darüber, organisierte dazu noch alles und war dann um 13Uhr auch bereit für einen ruhigen Ostersonntag…




Samstag, 03.04.2021 |

Nr. 149/2021

Ostersamstag, morgens 10 Uhr und es wurde ein zugelaufener Hase in Freiberg gemeldet. Und zwar auf dem Privathandy von„Tier-Engel unterwegs“-Gründerin Marion - diese übernahm dann auch den Einsatz, da es gleich bei ihr um die Ecke war. Marion war zunächst verwundert bis sie erfuhr, dass die Melderin die Nummer von Bekannten erhalten hatte, wo unser Team letztes Jahr 2 Einsätze gefahren hatte.

Vor Ort angekommen erfuhr Marion, dass die Schwester der Melderin das Häschen am Vorabend gefunden hatte. In der Nähe vom Rewe mitten auf der Strasse sitzend…. Als er gesichert wurde, ist er nicht weggelaufen und er habe sich kühl angefühlt, wurde Marion berichtet. Die Finderin brachte das Tier zur Melderin und diese hat das Hasenmädchen in einem Karton ,mit einem kuschligen Handtuch im warmen Bad über Nacht behalten. Salat und Wasser nahm das Häschen gern an.

Da Marion am Samstagvormittag zuhause noch einen Termin hatte, konnte sie nicht direkt ins Tierheim fahren und nahm das hübsche Häschen mit heim. Dort wurden die extrem langen Krallen geschnitten, damit ein normales Hoppeln wieder möglich war. In einem provisorischen Gehege bekam es Futter, bis es später ins Tierheim ging.

In Facebook erschien dann eine Fundmeldung eines anderen Häschens in einer Freiberger Gruppe Der Finder hat sich jedoch leider nicht auf unsere Nachrichten zurückgemeldet - wir vermuten einen Zusammenhang zwischen den beiden Tieren - zwei Hasen, gleiche Rasse im gleichen Ort zur fast gleichen Zeit…. vermutlich das Partnertier zu unserem Fundhäschen...




Donnerstag, 01.04.2021 |

Nr. 147/2021

Ein Bericht von Birgit

Eine Taube wurde am Donnerstag Nachmittag vom Sohn eines befreundeten Polizisten gefunden. Sie haben sie in Gewahrsam genommen. Da bekannt war, dass ich im Tierschutz aktiv bin, riefen sie mich direkt an.

Ich stellte den Fall in unseren Notfallchat ein und schrieb dazu, dass ich den Einsatz auch fahre. Es war übrigens mein erster Urlaubstag in diesem Jahr… Ich hab der Taube noch ein Handtuchnest gemacht, damit sie sicher beim Transport saß und hab sie dann ins Tierheim gebracht. Sie scheint nicht verletzt zu sein, aber ist noch ziemlich klein. Die Jungtaube ist wahrscheinlich aus ihrem Nest gefallen. Gut dass sie sich nicht dabei verletzt hat. Gute Besserung Täubchen!




Donnerstag, 01.04.2021 |

Nr. 146/2021

Nachdem am Mittwoch Abend der letzte Notfall als sehr dringlich im Notfallchat erschien (Kater Findus), ging es am Donnerstag, dem 1. April gleich um 9 Uhr mit dem nächsten mehr als dringlichen Fall weiter. „Apathische Katze in Ludwigsburg bei den technischen Diensten auf dem Gelände“, dazu ein Video einer zuckenden, krampfenden Katze.“

Teammitglied Vivi hatte sich eigentlich für die nächsten Tage abgemeldet, denn sie bekam eine Küche, die sie selber aufbaute - ihre alte hatte sie bereits herausgerissen. Als sie die Meldung zufällig bei einer Kaffeepause sah, gab sie die Anschrift in den Routenplaner - es war ca. 5 Minuten entfernt. Vivi zögerte keine Sekunde. Sie gab Bescheid, dass sie unverzüglich den Einsatz übernimmt.

Innerhalb von 5 Minuten war sie beim Melder angekommen, der sie bereits am Tor erwartete. Vivi fand die Katze noch immer in zuckendem, zittrigen und abwesenden Zustand vor. Es sah wie ein epileptischer Anfall aus. Schnellstmöglich legte Vivi das Tier in die Transportbox, zog das Chiplesegerät über das Körperchen - leider ohne Erfolg - und auf schnellstem Weg fuhr Vivi zu der mit uns kooperierenden Tierärztin Frau Hoffmann-Füsser.

Diese war sofort zur Stelle, als Vivi eintraf. Zunächst wurde vermutet, das Tier sei angefahren worden, doch es gab keinerlei Verletzungen, die den Verdacht bestätigten. Allerdings stellte die Ärztin fest, dass das Bäuchlein voller Wasser und der Herzschlag extrem verlangsamt war. Auch die Körpertemperatur lag nur bei 32 Grad. Nachdem die Fellnase geröntgt wurde, sah man deutlich, dass sich das Wasser bereits überall ausgebreitet hatte, der Darm war kaum zu sehen, das Herz war stark vergrößert… Das Tier selber befand sich in keinem guten Allgemeinzustand.

Während der Untersuchung hatte Vivi in den Ohren ein Tattoo entdeckt, welches sie an „Tier-Engel unterwegs"-Gründerin Marion weitergab. Über TASSO kam heraus, dass die Fellnase auf das Tierheim Ludwigsburg registriert war. Sie wurde an einer Futterstelle als freilebende Katze betreut.

So wie es aussah, befand sich das Tier bei Auffinden bereits in einem Todeskampf, so dass man ihm nur noch helfen konnte, indem man es erlöste… Vivi sprach tröstlich und mit sanfter Stimme auf die Samtpfote ein, versprach, dass sie bald nicht mehr leiden muss. Bei Vivi selber löste es schmerzliche Erinnerungen aus…. das letzte Mal in solch Situation war bei ihrer eigenen Katze….

Als Vivi heimfuhr, wusste sie jedoch, dass Hilfe in diesem Falle darin bestand, das Leid zu beenden. Ebenfalls war es für Vivi absolut kein Thema, in solch Notfall alles stehen- und liegen zulassen - schließlich ist sie aktiver Helfer der Tier-Engel unterwegs e.V. - die TIERNOTHILFE!

Gute Reise kleine Fellnase - komm gut über die Regenbogenbrücke.




Mittwoch, 31.03.2021 |

Nr. 145/2021

5 Wochen verschwunden - kurz vor dem Zusammenbrechen…dann geschah das Wunder…
Kater Findus aus Löchgau ist endlich wieder zuhause…

Es war Mittwoch, 21.45 Uhr - auf dem Notfalltelefon ging ein sehr besorgter Anruf zweier Damen aus Löchgau ein. Sie haben einen sehr sehr schwachen Kater in ihrem Garten gefunden. Er schwankt stark, ist völlig abgemagert und damit er nicht wegläuft, haben sie ihn in ihrem Schuppen eingesperrt. Als Marion nach der Adresse fragte, damit umgehend jemand vorbeikommen kann, war die Dame erstaunt und fragte: „Heute noch?“ Marion bejahte und die Melderin war sehr erleichtert darüber!
Als absolut dringlicher Notfall wurde das auch in unserem Notfallchat eingestellt.

Teammitglied Kate war mit ihrem Buddy Gassi und 10m vor ihrem Haus, als sie die Meldung las - sie gab sofort Bescheid, dass sie rausfährt. So wie sie war stieg sie ins Auto, Buddy musste ebenfalls kurzerhand mit - Kate wollte keine Zeit verschenken…

Unterwegs wurde Kate noch von Teammitglied Caro erinnert, dass sie bitte bedenken soll, dass die Katze trotz ihres schlechten Zustandes noch immense Kräfte aufbringen könnte und dass sich Kate bitte selber schützen und aufpassen soll. Katzenbisse sind kein Spass!

Vor Ort angekommen, nahm Kate die Transportbox, den Kescher und das Chiplesegerät, als ihr bereits eine Dame entgegenlief. Während beide zum Schuppen liefen, ließ sich Kate die Situation erklären. Die Dame sagte, dass sie das Tier bereits am Freitag das erste Mal gesehen haben, zuvor sei es ihnen noch nie aufgefallen. Sie haben dann in der Nachbarschaft nachgefragt, doch niemand kannte das Tier. Dann war die Katze wieder weg. Die Katze sieht sehr sehr schlecht aus, ist spindeldürr und kann sich kaum auf den Beinen halten. Sie hatte eine kleine Taschenlampe in der Hand und schon war die Schuppentür auf - Kate stockte das Herz - Himmel hoffentlich entwischte die Fellnase jetzt nicht noch! Doch nichts dergleichen passierte.

Die Dame öffnete die Tür ganz, machte das Licht an und Kate sah die Fellnase.
Findus (dass er es war, wussten wir zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht) lag in einem Körbchen mit einem wundervollen weichen Plüschbettchen darin, davor standen Futter und Wasser. Kate fragte, ob er was gefressen habe und die Dame bejahte. Die Fellnase erhob sich und Kate sah das ganze traurige Ausmaß…. ein Häufchen Elend - zu schwach zum Weglaufen, ein Skelett, umgeben von Haut und Haaren, aus einem Äuglein lief dick Eiter…. Der Anblick zerbrach Kate das Herz….. was ist nur passiert? Schnell prüfte sie das Tier auf einen Chip - leider ergebnislos.

Aufgrund des wirklich bedenklichen Zustandes von Findus und nach Rücksprache mit „Tier-Engel unterwegs“-Gründerin Marion und Tierheimleitung Ursel Gericke fuhr Kate unverzüglich in die Tierklinik nach Ludwigsburg - jede Minute war kostbar - sollten sie dort nach dem Tattoo schauen…

Während kurz nach 22 Uhr die ersten Bilder von Kate geschickt wurden mit dem Hinweis, ungechippt, sah Teammitglied Nela, dass es sich um einen roten Kater handelte - sofort fiel ihr dazu eine Suchmeldung aus Löchgau ein - nur wann war die? Über die TASSO-Datenbank war es schnell geklärt: 25.02.2021 - Kater Killer vermisst…. kein Chip, aber ein Tattoo…. Irgendwas klingelte… puh…. es waren mittlerweile 5 Wochen vergangen… konnte das sein? Von der Fellzeichnung her war es möglich… Und der Fundort war nur knapp 700 Meter vom Wohnort der vermissten Fellnase entfernt…. Sofort stellte Nela das in den Chat und sandte es auch direkt an Teammitglied Kate.
Gegen 22.30 Uhr kam Kate in der Klinik an, sie erklärte, wer sie war, was mit dem Tier ist und dass sogar evtl. ein Hinweis auf den Besitzer bestünde. Hierzu müsse man nach dem Tattoo schauen. Kate musste vor der Klinik warten…. Ganze zwei Stunden harrte sie draußen aus - in ihrem Gassigehlook, keine Strümpfe an, bequeme aber luftige Crocs, Hund Buddy im Auto… Es wurde ziemlich kalt und nach 2 Stunden klingelte Kate und bat darum, doch wenigstens nach dem Tattoo zu schauen, dass wir TASSO anrufen und die etwaigen Besitzer informieren können. Kate machte sich vor allem Sorgen um Findus, der wirklich dringend Hilfe brauchte….

Dann endlich rief die diensthabende Ärztin Kate an - die Katze sei in sehr schlechtem Zustand. Kate erklärte nochmals, dass wir durch eine TASSO-Suchmeldung bereits einen Besitzer vermuten, dazu benötigen wir jedoch das Tattoo, um weiterzukommen. Die Ärztin rasierte Findus die Ohren und Kate durfte reinkommen.
Kate sah Findus, fotografierte Findus Öhrchen, während die Ärztin ihre Einschätzung zu dem klapperdürren Tierchen gab. Findus war stark dehydriert, die Ärztin vermutete, dass er schon älter sei und evtl. auch etwas mit der Schilddrüse haben könnte. Sofern diese dann die Medikamente nicht bekommen hat, würde dies den desolaten Zustand ebenfalls erklären. Es war auf jeden Fall ratsam, dass Tier in der Klinik zu belassen, um erste Maßnahmen zu ergreifen.

Um 0.30 Uhr - ziemlich durchgefroren - schrieb Kate in den Chat, dass ein Tattoo gefunden wurde und die Fellnase kastriert sei - sie bekomme nun Infusionen und wird weiter in der Klinik versorgt. Inwiefern die Organe geschädigt wurden, wird sich noch zeigen…. Marion gab Bescheid, dass sie gleich am nächsten Morgen TASSO anrufen wird, damit die Besitzer von Findus die Möglichkeit haben, abzuklären, ob es sich wirklich um ihren seit 5 Wochen vermissten Liebling handelt.

Kate und die Ärztin vereinbarten, dass wir uns mit hoffentlich mehr Informationen zum Besitzer am nächsten Morgen wieder melden. Es war 1 Uhr, als Kate wieder zuhause war. Um 5 Uhr klingelte ihr Wecker - wirklich geschlafen hatte sie nicht - wenn das gefundene Kätzchen wirklich der seit 25.02. vermisste Kater war - und alles sprach dafür - wäre das wieder so ein kleines Wunder…. Und wie muss es sein, zu erfahren, dass das Tier, welches man solange schon schmerzlich vermisste, ganz in der Nähe war….. und doch so fern….

Und tatsächlich!!! Am Donnerstag dann stellte sich heraus, dass es Findus ist! Bei TASSO lief etwas schief und deshalb wurde der Name des vorherigen Katers Killer in der Fundmeldung genannt. Findus ist 17 Jahre, sieht nicht mehr so gut. Als diese Meldung im Helferchat erschien, waren alle sehr berührt… Die Besitzerin ließ uns am Nachmittag wissen, dass sie Findus mit nach Hause nehmen durften - er wiegt noch gerade einmal 2kg und wird nun stündlich gepäppelt, damit er wieder zu Kräften kommt. Findus wird bis auf Weiteres regelmäßig dem Tierarzt vorgestellt. Und sie berichtete, dass sie vor 4 Monaten erst ihren Hund gehen lassen mussten - dass Findus nach 5 Wochen wieder bei ihnen sein kann, wenn auch sehr geschwächt, doch lebend - das ist unbeschreiblich und sie sind überglücklich! Findus’ Katzenmama sandte uns Bilder und einigen von uns steckte ein Kloss im Hals, so gerührt waren wir über dieses Happy End.

Auch die Damen, die uns angerufen hatten, freuten sich wahnsinnig über diese Nachricht - sie hatten Kate gebeten, dass sie über das Schicksal „ihres“ Fundkaterchens informiert werden….. Kate hatte nach Erhalt dieser großartigen Nachricht die lange Wartezeit mitten in der kühlen Nacht vergessen - sie strahlte mit am meisten über diesen phantastischen Ausgang.

Findus' Besitzerin teilte uns am 02.04.2021 mit: "Findus erholt sich gut
Er läuft sogar schon herum und hat einen mega Appetit."

Wir wünschen allen und ganz besonders Findus alles alles Liebe , gute Besserung und vollständige Genesung!




Montag, 29.03.2021 |

Nr. 138/2021

Ein ziemlicher nasser Einsatz von Neu-Teammitglied Lisa

Montag, 16.30 Uhr - im Notfallchat erschien die Meldung, dass eine Rotwangenschildkröte in einem „Tümpel“ bei Ottmarsheim ausgesetzt wurde - der „Tümpel“ würde im Sommer komplett austrocknen… das Tier sei übrigens „aggressiv“…
Teammitglied Lisa gab Bescheid, dass sie den Einsatz übernimmt - er war ja fast vor ihrer Haustür….
Da sie allerdings schon mit einem Freund verabredet war, wurde dieser quasi von Lisa „verhaftet“ und mit auf den Einsatz genommen. Nein - natürlich hatte Lisa ihn gefragt, ob er sei begleiten würde - sie hatte ja keine Ahnung, was sie vor Ort erwartet… Und außerdem hieß es ja, das Tier sei „aggressiv“ - insofern machte sich ein starker Mann an ihrer Seite ziemlich gut.

Der Meldeort wurde dank Standortmarkierung schnell gefunden - überraschenderweise war das jedoch kein „Tümpel“, sondern etwas größer…. Das Tier war auf Anhieb nicht zu sehen und beide liefen um den Mini-See herum. Vor Ort waren Unmengen von Fröschen - dies machte die Suche nicht einfacher, denn jeder Kopf der auftauchte wurde zunächst für die gesuchte Schildi gehalten.

Daraufhin trennten sich die beiden und liefen entgegengesetzt herum - zweimal umrundeten sie das Gewässer - ohne Sichtung. Hatte sich die Schildi schon schlafen gelegt? Lisa setzte sich auf eine Bank, die am Ufer stand - sie vermutete, dass von dieser Bank auch das Foto gemacht wurde, welches der Melder uns geschickt hatte. So hatte sie die gleiche Perspektive… Außer Spaziergängern und die Frösche war nichts zu entdecken. Plötzlich klingelte ihr Handy - ihr Freund - er hatte die Schildkröte entdeckt!

Lisa lief zu ihm - Eimer und Kescher in der Hand - neben einem Ast, nahe am Ufer war das Tier. Allerdings war der Kescher knapp zu kurz. Die Schildi blieb sitzen und Lisa zog die Teleskopstange aus - noch immer war der Kescher zu kurz. Entschlossen, das Tier da rauszuholen, watete Lisa bis zum Schienbein ins Wasser - und hatte Erfolg. Vorsichtig zog sie das Tier aus dem Wasser, während ihr Freund dann vom Ufer den Kescher abnahm. Anschließend setzten sie das Tier, welches viel größer war, als sie vom Bild her erwartet hatte, in den fast zu kleinen Eimer. Lisa erschrak dabei, denn das kleine Tierchen fauchte sie an - sowas hatte sie bis dato noch nie erlebt - denn es war kein leises Fauchen!!!

Äußerlich konnten keine Verletzungen festgestellt werden, ein Passant, der dort Frösche beobachtet hatte, kam interessiert näher und fragte, was hier passiert. Eine Familie mit Kindern kam ebenfalls näher und die Kinder staunten die Schildkröte im Eimer an - Lisa bat alle, auf Abstand zu achten und das Tier bitte auch nicht anzufassen - die Einfangaktion war Aufregung genug für das Tier.

Am Auto angekommen, wechselte Lisa erst mal ihre völlig nassen Schuhe - diese hatte sie wegen der Trittsicherheit angelassen und selbige trieften nun heftigst. Kurz unbeobachtet, dachte sich Schildi - „Hier büx ich aus!“ doch Lisa war schneller! Mit einem Handtuch, welches sie über den Eimer legte, machten sich die beiden auf den Weg ins Tierheim nach Ludwigsburg.

Sie waren erstaunt, wie schnell die Zeit vergangen ist - die Suche dauert doch länger als es ihnen vorkam und glich zwischen den ganzen Fröschen wirklich der Suche nach der Nadel im Heuhaufen…. Kurz nach 19 Uhr dann erreichten Lisa und ihr Freund das Tierheim. Die Tierheimleiterin Ursel Gericke nahm das Tier persönlich entgegen. Auch sie konnte keine Verletzungen feststellen und vermutete, dass das Tier dort schon länger lebte.

Schildi würde nicht einsam sein - im Tierheim gibt es 23 weitere Artgenossen, die auf ein neues Zuhause warten - möchtet Ihr eventuell einer oder auch mehreren ein neues Zuhause geben?




Sonntag, 28.03.2021 |

Nr. 136/2021

Ein Hundemädchen nachts ganz allein in Tamm

Sonntag Abend, 20.45 Uhr… Gemeldet wurde uns ein zugelaufener Hund in Tamm - im Notfallchat wurde die Adresse mitgeteilt und das Bild eines Pittbulls dazu. Teammitglied Caro erkannte anhand des Namens eine frühere Kollegin und gab Bescheid, dass sie den Einsatz übernimmt. Auch Teammitglied Jessy meldete sich und bot Unterstützung an, wenn Bedarf bestünde.

Kurze Zeit später kam sie in Tamm an. Die Melderin hat selber einen 11 jährigen Pittbull - den hatte sie allerdings ins Nachbarzimmer verfrachtet, denn er hat das gefundene Hundemädchen ziemlich bedrängt. Die „Kleine“ war ein superliebes, freundliches Geschöpf. Caro beschrieb sie als zurückhaltend und unsicher, selbst die gereichten Leckerlis wurden skeptisch betrachtet und nicht angenommen. Und auch das Chiplesegerät, welches Caro wie nebenbei an die Hundedame hielt, erschreckte selbige, als das Gerät piepte und eine Chipnummer zu sehen war.

Caro freute sich mega! Noch nie hatte sie auf einem Einsatz das Glück, ein registriertes Tier zu haben…. Entweder waren die Tiere nicht gekennzeichnet, oder sie waren gekennzeichnet, aber nicht registriert - würde es diesmal anders sein?

Hoffnungsvoll rief Caro an - und wurde enttäuscht…. Keine Registrierung… „Himmel warum lasse ich dann mein Tier kennzeichnen??????" schoss es Caro durch den Kopf….
Teammitglied Birgit - selber stolze und sehr erfahrene Hundebesitzerin, hatte Caro ebenfalls Hilfe angeboten. Da Birgit eine feste Alubox in ihrem Auto hat, nahm Caro das Angebot aufgrund der Kompaktheit der Hündin gern an. Birgit machte sich auf den Weg, um das Hundemädchen abzuholen und ins Tierheim zu bringen. Caro meldete das Tier telefonisch im Tierheim an und erkundigte sich bei der Polizei in Tamm, ob bereits eine Vermisstenmeldung vorliege - ergebnislos. Teammitglied Marion rief die Stellen in Ludwigsburg und Bietigheim an. Ohne Ergebnis…

Teammitglied Birgit war mittlerweile auch eingetroffen, legte der Hündin die Leine an und führte sie zum Auto. Die Fellnase hatte ziemlich Angst, doch auch Birgit beschrieb sie als sehr sehr freundlich…. Da die Hündin nicht in die Box sprang, hob Birgit sie beherzt hinein - und die süße Maus ließ es anstandslos zu. Birgit war bereits unterwegs, als sich eine Wende ergab:

Teammitglied Kate meinte, Leute zu kennen, die wiederum den Kontakt zum Besitzer herstellen könnten… Die Melderin selber hatte schon in der Facebookgruppe Tamm eine Fundmeldung mit Bild des Hundes gepostet.
Birgit fuhr deshalb an den Strassenrand, bis weitere Infos folgten. Und tatsächlich: Inzwischen hatte sich der Besitzer aufgrund des Facebookpostes gemeldet, unsere Notfallnummer erhalten und angerufen. Er hatte Leila, wie das schüchterne Hundemädchen hieß, bereits seit 2 Stunden gesucht.

Marion und der Besitzer telefonierten, zunächst wollte dieser sein Tier bei Birgit abholen, diese allerdings wollte ganz sicher gehen, dass derjenige auch wirklich der Halter ist, sehen, wie auch die Hündin sich verhielt und fuhr zu ihm nach Hause. Stürmisch wurde Birgit dort von einem anderen Hund begrüßt. Sie glich die Chipnummer aus den Papieren der Hündin ab - sie stimmte. Birgit sprach an, dass das Tier ja nicht registriert ist und in der Tat wurde es schlichtweg „vergessen“ - denn der andere Hund war gechippt und auch bei TASSO gemeldet! Die Besitzer holen die Registrierung von Leila ganz schnell nach.
Teammitglied Marion gab im Tierheim Bescheid, dass niemand kommt. Birgit fuhr glücklich nach Hause, durch diesen Einsatz und die großartige Teamarbeit wurde der schüchternen Leila die Nacht im Tierheim erspart.




Sonntag, 28.03.2021 |

Nr. 135/2021

Das Schwanenteam wieder im Einsatz
Ein Bericht von Nela Mauermann und Marion Fleischmann

Sonntag, 16 Uhr - mein Mann und ich waren mit Freunden mal knapp 15km Wandern gewesen und saßen nun entspannt beim Kaffee auf deren Terrasse. Da ich am Wochenende das Notfalltelefon hatte, konnte ich den eingehenden Anruf direkt annehmen. Uns wurde ein verletzter Schwan auf dem Radweg zwischen Marbach und Hoheneck gemeldet. Er sitzt da schon sehr lange, die Fußgänger und Radfahrer fahren dicht an ihm vorbei - er hat Angst und schnappt, aber bewegt sich nicht…

Ich ließ mir den Standort schicken und stellte die Meldung sofort in den Notfallchat. Parallel dazu checkte ich gedanklich meine Ausrüstung im Auto - die große faltbare Hundebox hatte ich nicht dabei - insofern fehlte mir eine geeignete Transportmöglichkeit für den Schwan. Weiterhin checkte ich, wielang ich zum Einsatzort benötige, wenn ich erst nach Hause fahre und die Box hole - 45 Minuten…..  Mist, das Tier hatte Stress und Angst..

Teammitglied Marion meldete sich, dass sie anfahren würde, jedoch Hilfe braucht. Ja das ist bei einem Schwan auch besser, nicht allein unterwegs zu sein. Marion und ich waren bereits im November 2020 gemeinsam auf „Schwanenmission“ - hier könnt Ihr es nochmals Nachlesen:
https://www.facebook.com/Tierengelunterwegs/posts/384163779675815

Ich klärte kurz mit unseren Freunden und meinem Mann, dass ich gern unterstützend zu Marion fahren möchte - diese hatte dann auch die große Box dabei - verständnisvolles Lächeln bei allen….: Wir verabschiedeten uns und noch im Gehen erreichte mich die Meldung, dass der Schwan nun ins Wasser gehumpelt sei und dabei eingebrochen ist, er schwimmt jetzt auf dem Neckar… Und dass er kurz fliegen wollte, aber das auch nicht wirklich klappte….

Oha - das der jetzt auf dem Wasser war, machte das Sichern nicht wirklich einfacher - ich gab Marion Bescheid, wir entschieden, trotzdem anzufahren und vor Ort weiter zu entscheiden.
Schon von Weitem sah ich Marions Bus stehen, kurz dahinter parkte ich. Ein junges Mädchen stand oben am Weg - Tessa, die Melderin. Ich stellte mich vor und sah einen jungen Mann am Ufer sitzen, der den Schwan fütterte. Daneben Marion….

Da das Tier im Wasser schwamm, konnten wir zunächst keinerlei Verletzungen sehen - Tessa zeigte mir allerdings das Video des hinkenden Schwanes. Er war auf jeden Fall am Fuß verletzt. Ich besprach mit Marion kurz die Vorgehensweise - der junge Mann - er hieß Michi und war Tessas Freund, sollte den Schwan weiter mit Futter anlocken und versuchen, ihn aus dem Wasser zu locken. Dann wollten wir wie schon im November erfolgreich praktiziert, das Tier am Hals sichern, ein Tuch über die Flügel, am Rumpf packen und ab in die bereitstehende Box.

Soweit der Plan und die Theorie…
Doch der Schwan dachte nicht daran, auch nur einen Schritt aus dem Wasser zu kommen… Nächster Plan: Marion sollte das Tier mit einem großen Kescher von hinten fixieren, so dass er nicht wegschwimmen konnte und Richtung Ufer ziehen - wir würden ihn dann sichern… Der Schwan allerdings war mehr als schlau und sobald sich Marion mit dem Kescher auch nur irgendwie näherte, schwamm er weg….
Nochmals Planänderung: Ein Freund von uns arbeitete auf der Schleuse, die keine 100m weiter weg war - mein Plan: Nach einem Schlauchboot fragen und dem Tier von hinten den Weg abschneiden… Leider war auf der Schleuse niemand mehr erreichbar…
Michi fütterte den Schwan geduldig weiter, Marion und ich überlegten, wie das Tier am besten zu sichern sei, als ein Radfahrer anhielt. Was wir da machen? Und warum? Dann sah er die Fahrzeuge, auf denen „Tiernothilfe“ steht.

Eddie, wie er sich vorstellte, bot gleich seine Hilfe an - er kenne sich mit Tieren aus, habe schon öfter Schwäne betreut - man müsse ihn am Hals packen und dann aus dem Wasser ziehen. Ja richtig - das hatten wir vor, nur praktisch spielte das Tier bisher nicht mit….

Eddie war unerschrocken, setzte sich zu Michi ans Ufer und redete auf den Schwan ein, während Michi weiter fütterte. Michis Freundin bat ihn, doch seine Wertsachen aus der Hose zu nehmen, falls er ins Wasser fallen würde…. Ich lächelte - es war echt toll von den beiden, wie sich sich bemühten, zu helfen und ihren Nachmittag vor Ort verbrachten…

Marion und ich zogen uns zurück, 4 Menschen direkt bei dem Tier mussten nicht sein, so kam er sicherlich nicht freiwillig heraus….. Wir hielten uns mit Tüchern in Bereitschaft und beobachteten Eddie, wie er vergeblich versuchte, sich dem Schwanenhals zu nähern… Jedes Mal, wenn er auch nur die kleinste Bewegung nach vorn machte, trat der Schwan den Rückzug an… Marion lief zum Auto und holte die Geheimwaffe raus: altbackene Croissants… Ganz sicher kein artgerechtes Futter für einen Schwan - doch um das verletzte Tier zu sichern und ihm zu helfen, nahmen wir etwas Magenweh in Kauf…

Und wieder verging einige Zeit, der Schwan schmatzte, drohte hin und wieder mit Zischen, machte sich groß, ließ es sich weiter schmecken, jeder kleinste Vorstoss von Eddie und Michi wurden mit Rückzug quittiert… Eddie saß mittlerweile so nah am Ufer, dass wir wirklich Angst hatten, er würde reinfallen… Das Tuch immer noch in meinen Händen, Marion neben mir, überlegten wir eine Lösung, als plötzlich alles ganz schnell ging:

Michi hatte den Schwan am Hals zu packen bekommen, Eddie hievte den Körper aus dem Wasser, ich warf das riesige Tuch über die Flügel, damit niemand verletzt wurde - Michi war kurz überfordert, ich rief ihm zu, unbedingt den Hals weiter oben festzuhalten, dass der Schwan nicht beissen konnte, Marion brachte die Box ganz nah zu uns und der Schwan war gesichert……

Alles passierte innerhalb von Sekunden und Tessa rief von oben: „Michi Du bist mein Held!!!“ Wir lachten - ja das war er definitiv! Ich meinte zu ihm, er sei engagiert und Marion zwinkerte dazu: „Wir suchen immer aktive Helfer - die Aufnahmeprüfung hast Du grandios bestanden!“ Michi grinste… er sei aus Schwäbisch Hall und nur zu Besuch hier…. Na und - grinszurück….
Und auch Eddie strahlte - wie wir alle, über den Erfolg.

Den Schwan trugen wir in Marions Auto, dort hatte er Gelegenheit, etwas zur Ruhe zu kommen. Das junge Paar erzählte uns, dass sie entsetzt über die Gleichgültigkeit der Passanten waren - es war tolles Wetter, viele Menschen unterwegs - doch keinen interessierte der Schwan, die Radfahrer rasten nah an ihm vorbei, dumme Kommentare gab es - aber Hilfe??????? Wir kannten das leider zur Genüge - doch es gibt auch Menschen, die hinsehen, Hilfe organisieren wenn sie es selber nicht können - wie Tessa und Michi! Wir bedankten uns herzlich bei den beiden, sie baten uns, ihnen mitzuteilen, was mit „ihrem“ Schwan weiter passiert - das versprachen wir! Auch bei Eddie bedankten wir uns für das unerschrockene Helfen…

Während mein Mann und ich nach Hause fuhren, brachte Marion den Schwan ins Tierheim. Dort wurde er gleich von Ursel Gericke, der Tierheimleitung, untersucht. Es gab keine sichtbaren Verletzungen, keine Brüche… Ursel Gericke vermutete, der Schwan habe sich irgendwie den Fuß verstaucht - da das Tier ein extremes Eigengewicht hat, sei er an Land dementsprechend erst einmal liegengeblieben, um sich zu schonen - der Radweg war ihm dann wohl doch deutlich zu unruhig und er hinkte ins Wasser zurück. Die Schmerzen ließen ihn dann hinfallen… So sei er im Wasser besser aufgehoben. Dort könne er den Fuß am besten entlasten und schonen… Auf jeden Fall wurde ausgeschlossen, dass er schwerer verletzt war - dies konnten wir im Wasser leider nicht beurteilen und waren letztlich über den glimpflichen Ausgang für den Schwan erleichtert.

Marion fragte im Helferchat, wer ihr am Wasser helfen könne, das Tier vom Auto zum Wasser zu tragen und Teammitglied Caro, die eh mit dem Motorrad unterwegs war, traf sich zur Freilassung des Tieres vor Ort mit ihr. Der Schwan blieb zunächst in der Box sitzen, Caro hob ihn dann heraus und nach dieser kleinen Hilfestellung im Wasser angekommen, schwamm er majestätisch davon…

Noch am Abend informierte ich Tessa und Michi über den Ausgang und bedankte mich nochmals sehr für ihre grandiose Unterstützung…




Samstag, 27.03.2021 |

Nr. 134/2021

Eine traurige Heimkehr mit Hilfe von Social Media
Ein Bericht von Angi und  Nela

Samstag Abend, kurz vor 20 Uhr - ich hatte am Wochenende das Notfalltelefon übernommen, als eine Dame anrief, dass sie soeben auf der B27 bei Walheim, aber noch ziemlich auf der Strasse liegend, eine tote Katze mit viel weiss gesehen hätte… Ich ließ mir die Stelle genau beschreiben und stellte die Meldung in den Notfallchat ein.

Teammitglied Angi übernahm den ersten Teil des Einsatzes. Sie beschreibt ihn so:

"Da ich meine Tochter gerade ins Bett gebracht hatte, sie aber doch nicht den Anschein gemacht hat, als ob sie gleich einschlafen würde, bat ich meinen Freund, auf die Kleine aufzupassen, damit ich schnell los düsen konnte um die Fellnase von der Straße runterzuholen. Als ich ankam, habe ich sie auch sofort von der Straße geholt und nach dem Chip und Tattoo geschaut. Leider beides nicht gefunden. Anschließend habe ich nach dem Geschlecht geschaut und dachte es sei ein Mädchen, was sich im Nachhinein aber anders erwies. Nach kurzer telefonischer Rücksprache mit Nela habe ich die kleine süße Fellnase in der Nähe untergebracht in der Hoffnung, es meldet sich der Besitzer, wenn die Fundmeldug in Facebook raus ist. Traurig fuhr ich heim und hoffte, dass die Fellnase schnell nach Hause darf. Ich hatte aber auch wenig Hoffnung, da sie weder gechipt noch tätowiert war…“

Angi sandte nur 20 Minuten später die Bilder der noch recht jungen Fellnase. Und dass das Tier nicht gekennzeichnet war….Verdammt!!!! Die Samtpfote sah sehr gepflegt aus, also vermutete Angi, dass es kein Streunerchen war. Doch wie sollten wir den Halter informieren ohne Kennzeichnung????

Ich rief Angi an und bat sie um weitere Fotos - und sofort erstellte ich eine Todfundmeldung in Facebook - unsere einzige Chance, den Besitzer zu finden…
Den Post teilte ich auch in der Walheimer Facebook-Gruppe - welch Glück! Die Tochter der Besitzers sah den Post, die Mama rief gegen 21.30 Uhr auf dem Notfalltelefon an. Sie fragte mich, ob es wirklich ein Mädchen sei, denn sie glauben, dass es sich hier um ihren Gunzo handelt - er sei leider auch noch nicht zuhause…

Ich berichtete, dass unsere Helferin, die vor Ort war, sich auch evtl. getäuscht haben könne, es war schon recht dunkel und ob es möglich ist, mir noch ein paar Bilder zu senden, damit ich diese vergleichen könne….Ich melde mich dann wieder zurück….

Als ich die Bilder sah, schluckte ich tief durch…. ich war mir sicher, dass es die tote Fellnase war… Mein Mann bekam es mit und fragte: „Habt ihr den Besitzer? Ich nickte stumm, um dann die Familie zurückzurufen.

Behutsam teilte ich mit, dass ich die Fellnase mit ziemlicher Sicherheit erkannt habe. Ein Schluchzen am Ende der Leitung…. Ich versuchte mit gefasster Stimme zu sprechen und bot an, die Familie von zuhause in Walheim abzuholen und gemeinsam Gunzo heimzuholen. Sie nahmen mein Angebot gern an. Angi wollte ich wegen ihrer kleinen Tochter nicht nochmal fahren lassen…

Mein Mann nahm mich in den Arm, wünschte mir viel Kraft und bat mich, vorsichtig zu fahren. Auf dem Weg dorthin rief ich Angi an und erfragte, was mich vor Ort erwartet und wie genau ich die Fellnase vorfinden würde. Ich nahm mir vor, Gunzo in ein Tuch zu wickeln und ihn dann der Familie zu übergeben - auf den Bildern die Angi sandte, war sein Köpfchen ziemlich blutig, die Beinstellung ließ mich vermuten, dass sein Rückgrat/Hüfte gebrochen wurden - also ein ziemlich heftiger Aufprall musste passiert sein….

Samstag Abend und einer Familie sein geliebtes Fellnäschen zurückbringen…. tot…. Wieder einmal fragte ich mich, warum ich mir das zumute…. und wieder einmal die gleiche Antwort:
„Wenn meine Fellnasen tot wären, wollte ich unbedingt Gewissheit haben. Auch traurige!“
Kein Tier soll namenlos irgendwo liegenbleiben, wenn es doch eine Familie hat… doch manchmal machten uns die Familien unsere Aufgabe schwer….. wenn die Tiere - wie auch in diesem Fall - nicht gekennzeichnet sind. Oder sie sind gekennzeichnet, aber in keinem Haustierregister registriert…. In diesem Fall allerdings sollte es durch den Facebookpost hier doch noch eine Heimkehr geben…

15 Minuten später bog ich in die Strasse ein, in der die Familie wohnte - mir stockte das Herz: Mama, Papa und 2 Töchter erwarteten mich vor dem Haus… Wieder holte ich tief Luft und stieg aus, stellte mich vor… Auf meinem Handy zeigte ich den Ort, wo wir hinmüssen, fragte, wie weit es sei zu Fuss - der Papa meinte, wir fahren besser…

In einer kleinen Haltebucht, welche die Melderin mir schon auf dem Notfalltelefon mitteilte, parkten wir unsere Autos. Ich nahm Decke, Handschuhe und Taschenlampe, denn es war stockfinster dort und sagte, dass ich erst einmal vorlaufen würde und das Tier einwickeln, da sein Köpfchen nicht so gut durch den Unfall aussah. Gefasst nickten sie, der Papa holte einen Karton aus dem Auto. Ich lief los und er rief, er würde doch gleich mitkommen….

Nach wenigen Metern sah ich das weisse Körperchen im Schein der Taschenlampe dort liegen, wo Angi es mir beschrieben hatte… Als ich den kleinen Kerl vor mir sah, wusste ich, dass es Gunzo war - die herzförmige Zeichnung war sehr markant. Der Papa fragte mit gefasster Stimme, ob da ein Halsband sei - nein, es war kein Halsband bei Gunzo, doch das Fell zeigte einen Ring um den Hals und ich sagte, dieser stamme vom Halsband und dieses wurde wohl durch den Unfall abgerissen… Dann bat mich der Papa, nachzuschauen, ob es ein Junge war - ich ertastete - kaum spürbar - die „Indizien“ und bestätigte es.

Der Papa rang um Fassung, war um Beherrschung bemüht und ich sprach ihm mein Beileid aus…. keine Worte können trösten in dem Moment, nichts bringt das Fellnäschen lebend zurück…. Er bat mich, Gunzo in den Karton zu legen - sie würden ihn im Garten beerdigen… Beim Hochheben bemerkte ich ein überwegliches Hinterteil - mein Verdacht schwerer Brüche bestätigte sich….

Ich strich ein letztes Mal über das kleine Körperchen, wünschte ihm gute Reise über die Regenbogenbrücke und hob Gunzo behutsam in den Karton… Im Schein der Taschenlampe liefen wir zurück zu den Frauen, die in der Haltebucht parkten. Die Mama fragte von weitem: „Ist er es?“ Der Papa nickte schweigend… Ich sah eines der Mädchen wegrennen, fragte besorgt nach - die Mama sagte mir, ihre Tochter hätte es nicht ertragen und rennt heim… es seien ein paar 100m Luftlinie von hier… Beim Anblick des leblosen Gunzo schossen der Mama als auch der anderen Tochter die Tränen in die Augen - ich kämpfte währenddessen mit meinen…..

Ich sprach nochmals allen mein Mitgefühl aus, sagte zur Mama, dass ich sie gern in den Arm nehmen würde, dies aufgrund Corona nicht gehe… sie spürte was ich sagen wollte und bedankte sich unter Tränen… Und sie berichtete mir, dass sie bereits letztes Jahr 2 Fellnasen verloren haben und nicht wissen, wo diese sind… Ich wollte in diesem Moment nicht auf das Kennzeichnen und Registrieren hinweisen… es war schlimm genug, dass der kleine Gunzo - gerade einmal im Mai 2020 geboren - kein Jahr werden durfte….

So hinterließ ich die Visitenkarte und den Flyer unseres Vereins, bot an, dass die Familie jederzeit anrufen könne, wenn sie noch Fragen hätten - dann verabschiedeten wir uns. Ich saß im Auto, als ich sah, dass die Familie auf der Strasse anhielt, der Papa hatte Gunzos Halsband im Scheinwerferlicht entdeckt…. Sie kamen zu mir zurück um mir dies zu sagen und bedankten sich erneut, dass sie durch unseren Einsatz ihren Gunzo bei sich haben….

Nur 2 Stunden nach Meldung war die kleine Fellnase bei seiner Familie… Noch am Übergabeort nahm ich die Bilder des kleinen Gunzo aus Facebook und machte ein Update, dass er für seine letzte Reise zuhause sei… Nochmals sprechen wir der Familie unser Beileid aus und wünschen viel Kraft für die kommenden Tage….

Diesmal gab es Dank Social Media eine Rückkehr….
Wäre Gunzo gechippt oder tätowiert gewesen und bei TASSO registriert, hätten wir die Besitzer direkt über TASSO/findefix ausfindig machen können. Deshalb erneut unsere eindringliche Bitte:
Lasst Eure Tiere kennzeichnen, registriert sie dann bitte auch bei einem Haustierregister (TASSO und/oder findefix) - so kommt Eure Fellnase im Falle eines Verlustes ganz rasch wieder zu Euch zurück!




Samstag, 27.03.2021 |

Nr. 133/2021

Abenteurer Charly mal wieder auf Tour

Samstag Vormittag, 10.15 Uhr - auf dem Notfalltelefon wurde uns eine Katze in einer Tankstelle in Ludwigsburg gemeldet - sie halte sich seit 7 Uhr morgens dort auf und sei nicht zum Gehen zu bewegen. Sie würde viel maunzen und ob jemand danach schauen kann.

Die mitgesandten Bilder sorgten bei uns im Team für Erheiterung - es war definitiv ein „süßes“ Fellnäschen… Teammitglied Melly übernahm diesen Einsatz. Das wunderschöne Tier „chillte“ bei Mellys Ankunft entspannt im Hinterzimmer. So war es auch ein Leichtes, dem verschmusten Ausreisser das Chiplesegerät an das niedliche Hälschen zu halten und schon kam der von unseren Helfern bei einem Einsatz so sehnlichst erhoffte Signalton: Chip found!

Während Teammitglied Debbie bei TASSO anrief, suchte Teammitglied Nela bei TASSO online nach der Chipnummer. Und Überraschung! Das Tier war vermisst seit 20.03. Da Charly, wie die Fellnase hieß, ein sehr markantes Merkmal hatte - nämlich einen Fleck im Gesicht - klingelte es bei Nela sofort. Erst kürzlich wurde genau dergleiche Kater gesucht und wiedergefunden! Es war sogar bei uns in Facebook eingestellt…. Auch mit der Besitzerin hatten wir deshalb erst am Montag Kontakt. Und nun war er schon wieder auf Weltentdeckung!?

Über TASSO wurde die Besitzerin kontaktiert und diese machte sich auch umgehend zur Tankstelle auf, um den süßen Racker heimzuholen.

Melly erfuhr während der Wartezeit auf die Besitzerin, dass Charly zum Hinterausgang rausgebracht wurde, dieser aber bei dem morgendlichen starkem Wind die warme Tankstelle bevorzugte und zum Haupteingang mit Tankstellenbesuchern wieder reinmarschierte….. Die Besitzerin erzählte Melly, dass sie heilfroh ist, dass Charly nichts passiert ist - er sei ja erst am Montag verschwunden gewesen… Die Tochter der Besitzerin war ebenfalls mitgekommen und nahm Charly freudig in die Arme. Der kleine Mann blieb brav sitzen, kennt keine Scheu und bei der Verabschiedung meinte die Besitzerin lächelnd: „Na das kann sein, dass wir uns bald wiedersehen bei der Abenteuerlust unseres Charlys….“

Melly lächelte - solange alles so wie heute läuft…. Katze gefunden, wurde gemeldet, Chip ausgelesen, war registriert, Besitzer erreicht - Happy END! Alles Liebe dem zauberhaften Weltentdecker Charly und seiner Familie!




Freitag, 26.03.2021 |

Nr. 132/2021

Freitag Abend, 19.30 Uhr - im Notfallchat wurde ein zugelaufener Hund in Tamm gemeldet - der Finder warte beim ALDI.

Teammitglied Kate stand am Herd und war dabei, sich ihr Abendessen zu kochen. Spontan erklärte sich bereit, den Einsatz sofort zu übernehmen.
Auf dem Weg dorthin nahm Kate bereits Kontakt zu Finder auf. Als sie kurz vor dem Fundort war, rief der Finder Kate nochmals an - seine Freundin hätte den Besitzer des Hundes gefunden - dieser lief wohl suchend über die Felder… Kate sagte, dass sie sowieso gleich vor Ort sei. Als sie eintraf, sah sie den Hund, der bereits angeleint an einem Geländer wartete.

Der Besitzer erzählte Kate, der Hund sei einem Reh hinterher gesprungen -dies mache er gern mal und war nicht mehr zur Rückkehr zu bewegen…. Kate sträubten sich die Nackenhaare…. Ist es wieder einem Hundehalter nicht bekannt, dass Hunde in Waldnähe und im Wald angeleint werden sollten-besonders wenn es bekannt ist, dass sie gern jagen!?!? Freundlich in den Worten wies sie den Hundehalter darauf hin, dass wir uns  seit dem 1.März in der Brut- und Setzzeit befinden und dass in Baden Württemberg deshalb die Empfehlung gelte, Hunde an der Leine zu führen.
Der Hundehalter sagte Kate zu, zukünftig darauf zu achten. Kate bedankte sich bei den Findern und machte sich wieder auf den Heimweg.




Freitag, 26.03.2021 |

Nr. 130/2021

Stuppsis Rettung und Heimkehr

Freitag Morgen, kurz nach 10 Uhr. Ein Anruf auf unserem Notfalltelefon:
Eine Fundkatze, welche in einer Garage in einem Karton laut maunzend gefunden wurde. Offenbar war das Tier bereits seit mindestens zwei Tagen dort eingesperrt gewesen.

Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion übernahm den Einsatz.

Vor Ort angekommen, hing an der Tür ein Zettel: „Vorsicht Katze“ und völlig gechillt auf dem Schreibtisch liegend, das Bäuchlein von der Sonne gestreichelt, fand Marion die Samtpfote vor Es war eine bezaubernde Fellnase mit süßem Silberblick…

Marion wurde sehr freundlich von der Schmusekatze empfangen, die sich über die Streicheleinheiten mehr als freute…. Nebenbei hielt Marion der Schönheit das Chiplesegerät an den Körper - doch leider ohne Ergebnis. Allerdings wurde es ebenfalls von der Fellnase beschmust…

Weder Chip noch Tattoo hatte Marion gefunden - so blieb nur das Tierheim Ludwigsburg… Auffällig war jedoch, dass die Katze hinten geschoren war - also war sie ganz sicher jemandem entlaufen. Die von Marion mitgebrachte Transportbox wurde ohne Probleme von dem zauberhaften Schmusekätzchen in Besitz genommen.

Marion hatte die Box neben sich auf dem Beifahrersitz angeschnallt und die Samtpfote war die Entspanntheit persönlich. Auf der Seite liegend genoss sie die Sonne, die durch Fenster schien und war mit der Welt im Einklang. Im Tierheim Ludwigsburg wurde das Kätzchen liebevoll empfangen.

Die Gemeinde Mundelsheim hatte parallel zu uns einen Fundmeldung in Facebook erstellt - und darüber wurde die Besitzerin aufmerksam. Sie hat sich umgehend bei uns gemeldet und holte noch am selben Nachmittag die kleine Stuppsi ab.

Wäre Stuppsi gechippt oder tätowiert gewesen und bei TASSO registriert, hätten wir der süßen Maus das Tierheim ersparen und die Besitzer über TASSO/findefix ausfindig machen können.

Deshalb wieder einmal die Bitte:
Lasst Eure Tiere kennzeichnen, registriert sie dann bitte auch bei einem Haustierregister (TASSO und/oder findefix) - so kommt Eure Fellnase im Falle eines Verlustes ganz rasch wieder zu Euch zurück!




Mittwoch, 24.03.2021 |

Nr. 128/2021

Gestern gegen 17.30 Uhr erreichte uns die Meldung einer verletzten Taube in Markgröningen. Die Melderin hatte zuerst im Tierheim angerufen und von dort unsere Notfallnummer bekommen. Als enger Kooperationspartner des Tierheims Ludwigsburg fahren wir bei freien Kapazitäten auch Einsätze für das Tierheim.

Teammitglied Lisa-ganz neu dabei-, meldete sich, um den Einsatz zu übernehmen. Da wir unseren neuen Teammitgliedern bei den ersten Einsätzen - soweit möglich - gern erfahrene Teammitglieder zur Seite geben, erklärte sich Caro bereit, den Einsatz mit Lisa zu übernehmen. Die Frauen trafen vor sich Ort.

Die Taube saß in einem Hinterhof, auf dem uns vorab zugesandten Foto sah man das Tier auch ganz gut. Die Melderin berichtete den beiden Frauen, dass sie vorhin nochmal nach dem Tier geschaut hat und dieses sich dabei wohl noch weiter nach hinten verkrochen hatte… Keine leichte Aufgabe, da es ziemlich niedrig, eng und sehr schmal war, wo Caro und Lisa die Taube vermuteten…

Eine kurze Vorortbesichtigung und Caro sah sich schon auf die Kiste klettern und „Taubenangeln mit Kescher“ spielen… Das Tier war ziemlich weit hinten, das Köpfchen noch zu sehen… sie räumten noch einige Sachen weg und glücklicherweise blieb die Taube sitzen und zog sich nicht noch weiter zurück. Trotzdem war die Taube in „hab-acht-Stellung“ und Caro wollte sie nicht durch Näherkommen und Greifen mit den Händen zum Rückzug veranlassen. Deshalb kam nun der Kescher zum Einsatz. Vorsichtig jonglierte Caro den Kescher seitlich an der Regenrinne nach hinten, um de, Täubchen von hinten den Weg abzuschneiden. Dieses fand das Tier weniger toll - es wusste ja nicht, dass hier Hilfe kam…. - und versuchte trotzdem sich weiter zu verkriechen. Caro gelang es jedoch, zunächst mit Kescher und der freien Hand das Tier zu sichern, schnell ließ sie den Kescher los und packte beherzt mit beiden Händen das Täubchen - Mission geglückt.

Behutsam wurde das kleine Vögelchen in ein Handtuchnest in die Transportbox gesetzt und ins Tierheim gefahren, wo sich nun fürsorglich um das Täubchen gekümmert wird.
Unsere Teammitglieder bedankten sich bei der Melderin, diese war sehr erfreut, dass der Taube so schnell geholfen wurde und spendete unserem Verein dafür etwas, was wiederum unsere Teammitglieder freute…

Nochmals vielen lieben Dank an die Melderin für die tolle Unterstützung, welche bereits auf dem Vereinskonto ist!




Dienstag, 23.03.2021 |

Nr. 125/2021

Findelkind Bobbeles letzte Reise…🖤

Am frühen Dienstag Morgen um 7 Uhr wurde uns am Strassenrand auf der Umgehungsstrasse zwischen Neckarweihingen und Poppenweiler eine tote schwarze Katze gemeldet.

Leider konnte niemand von unserem Team zeitnah rausfahren und so informierten wir eine andere Gruppe aus dem Raum Ludwigsburg und fragten nach, ob jemand von ihnen rausfahren und die Katze sichern könne - ehe hier Bauhof und Polizei ins Spiel kamen und das Tier u.U. namenlos „verschwindet“.

Auch von dieser Gruppe konnte kein Helfer zeitnah rausfahren wie wir später auf Nachfrage erfuhren - alle ehrenamtlichen Mitglieder beider Gruppen waren auf Arbeit - die Zeit drängte und so stellte „Tier-Engel unterwegs“-Gründerin Marion ihre Termine um und fuhr gegen 11 Uhr zum Meldeort. Marion bekam nochmals von der Melderin eine genaue Beschreibung, doch vor Ort angekommen fand Marion keine Katze mehr… Verdammt war sie doch zu spät????

Sie hatte in einer Parkbucht gehalten, zog sich zum eigenen Schutz ihre Warnweste an, nahm Handtuch, Handschuhe und Chiplesegerät und begann die Gegend systematisch abzusuchen. Nach nochmaliger Kontaktaufnahme zur Melderin und einer minimalen Standortkorrektur hätte Marion die Fellnase sehen müssen, welche laut Melderin im Grünstreifen knapp an der Strasse liegen müsste. Niedergeschlagen stellte Marion fest, dass sie wohl doch zu spät dran war, denn eine Katze war nirgends zu sehen. Traurig lief sie zu ihrem Auto zurück und bemerkte plötzlich ein paar Meter nach dem Umdrehen aus dem nun anderen Blickwinkel einen leblosen kleinen Körper - hinter der Leitplanke im Grünstreifen…. Offenbar hatte jemand das Tier bereits zur Seite gelegt.

Erneut drehte Marion um, schaute dabei, wie sie möglichst von der anderen Seite an das Tier kommt, denn ein Halten auf der vielbefahrenen Straße war zu gefährlich. Sie konnte dann ohne sich selber in Gefahr zu bringen zu dem Tier laufen und es sichern. Der Zustand des Tieres ließ auf eine starke Kollision schließen. Vorsichtig wickelte Marion die Fellnase in das Handtuch und trug sie zum Auto. Dort bettete sie das sehr junge, gepflegte Kätzchen in einen Karton, deckte es wieder auf und fuhr mit dem Chiplesegerät über das zierliche Körperchen.

Der Signalton verkündete: Chip gefunden! Marion war erleichtert-hoffentlich war das Tier nun auch registriert….sicherlich gehörte es irgendwohin, so wie es aussah… Umgehend rief sie bei TASSO an. Dort war das Tier registriert, doch leider war keine Telefonnummer hinterlegt - nur eine Email und eine Anschrift. Glücklicherweise hatten die Besitzer Datenfreigabe erteilt, so dass die TASSO-Mitarbeiterin die Adresse an Marion weitergeben durfte, während sie auch eine Email an die Besitzer schrieb.

Marion gab die Adresse in ihr Navi ein - die Fellnase war nur 200m Luftlinie weiter zuhause… Auf gut Glück fuhr Marion mit der leblosen Samtpfote zur angegebenen Adresse in der Hoffnung, es würde jemand dasein. Auf Marions Klingeln öffnete eine Dame und auf Marions Frage, ob sie eine schwarze Katze hätte, antwortete die Dame: „Ja - das Bobbele“… Behutsam  und selber um Fassung ringend brachte Marion der Dame bei, dass ihr Bobbele im Auto sei - tödlich verunglückt….

Ungläubig sah die Dame Marion an…. Marion erklärte, wer sie sei und wie es dazu kam, dass sie nun hier ist… Völlig überfordert mit dieser traurigen Nachricht wusste die Dame spontan nicht, was sie nun machen sollte und bat Marion, kurz zu warten, bis sie mit ihrem Mann telefoniert hatte. Nach dem Gespräch teilte sie Marion mit, dass sie die Fellnase selber beerdigen werden und Marion holte Bobbele, um sie für ihre letzte Reise in die Arme ihrer Besitzerin zu legen… Marion erfuhr, dass Bobbele schon gestern Abend um 21h vermisst wurde, da sie ganz zuverlässig immer heimkommt. Bobbele wurde lange gesucht - ohne Erfolg…

Und noch etwas machte diesen Unfall besonders tragisch: Bobbele wurde vom Ehemann als Miniwinzling draußen gefunden, es hatte noch geschlossene Augen und wurde mit Flasche und ganz viel Liebe von ihren Ersatzeltern „großgezogen“. Gerade einmal 6 Monate wurde die Kleine….

Marion war zutiefst berührt und dies war wieder so ein Moment im Tierschutz, an dem sie zerrissen war…. Ein Tier den ahnungslosen Besitzern tot zurückzubringen ist so ziemlich mit das Härteste, was es im Tierschutz gibt. Und gleichzeitig ist man „glücklich“, dass das Tier gekennzeichnet und registriert war und die Daten stimmten, so dass man überhaupt die Möglichkeit hat, das Tier heimzubringen…..statt dass es namenlos irgendwo „entsorgt“ wird….

Den Besitzern wünschen wir nochmals ganz viel Kraft, um diesen schmerzlichen Verlust zu bewältigen und Dir kleinem Bobbele wünschen wir eine gute Reise über die Regenbogenbrücke…🌈🖤




Montag, 22.03.2021 |

Nr. 123+124/2021

Doppeleinsatz für Claudia

Am Montag wurde uns gegen Mittag eine verletzte Taube in Bietigheim gemeldet. Die Melderin hatte diese mitten auf der Straße gefunden und in einen Grünstreifen gesetzt, um dann uns zu informieren.

Teammitglied Claudia aus Waiblingen hatte zu diesem Zeitpunkt als einzige Zeit denn es war ihr Urlaubstag…. Sie nahm den langen Weg aus Waiblingen auf sich und fuhr zum Meldeort. Dort angekommen, war keine Taube zu sehen. Claudia lief die ganze Gegend um den Hofmeister ab - doch ohne Erfolg.

Vermutlich hatte das Tier ein Anflugtrauma, an der Glasbrücke zwischen den Hofmeistergebäuden angeschlagen und auf die Fahrbahn geplumpst…. Da die Taube nirgends auffindbar war, gehen wir vom Guten aus, dass sie sich wieder erholt hat und weggeflogen ist.

Claudia machte sich auf den Heimweg, als ein weiterer Einsatz im Notfallchat erschien:
Unser Kooperationspartner, das Tierheim Ludwigsburg, hat uns gebeten, eine Katze, dessen Besitzer verstorben ist, in der Wohnung zu sichern und in Tierheim zu bringen. Da der Sicherungsort auf Claudias Heimweg lag, übernahm sie auch diesen Einsatz in Neckarrems.

Claudia setzte sich mit dem Melder in Verbindung, dessen Kontaktdaten wir erhalten hatten, da dieser weder in der Wohnung noch im Haus lebt. Sie trafen sich dann in der Wohnung, wo die Fellnase wohnte. Der Melder erzählte Claudia, dass er die Katze gern selber genommen hätte, doch er hat einen Hund, der leider nicht katzenverträglich ist.

Die Samtpfote war wenig begeistert davon, dass Claudia sie anfassen wollte, geschweige denn mitnehmen. Es dauerte etwas, bis Claudia die Samtpfote, die sich zwischen und hinter allen Möbeln wie Schrankwand, Fernseher und Sofa im Zimmer versteckte. Letztlich gelang es Claudia jedoch, das Tier zu fassen und in die Transportbox zu bekommen. Sie fuhr die Fellnase ins Tierheim, wo sich liebevoll um die kleine Seele gekümmert wird und wo sich hoffentlich bald ein neuer Besitzer ihrer annimmt.

Der Melder war übrigens ein Freund von dem Verstorbenen. Dem Katzenhalter wurde in der Vergangenheit der Unterschenkel amputiert auf Grund einer Verletzung, die nicht richtig verheilt ist. Der Melder hatte seinen Freund regelmäßig besucht, Lebensmittel eingekauft und Besorgungen für ihn übernommen… Nicht nur ein Herz für Tiere, sondern auch für Menschen in dieser schweren Zeit - vielen Dank dafür!




Samstag, 20.03.2021 |

Nr. 121/2021

Premiere für Lisa

Samstag Abend, 18 Uhr - im Notfallchat wurde eine flugunfähige Taube gemeldet. Die Ursprungsmeldung kam in einem Gruppenchat unseres Kooperationspartners „Grenzenlose Tierhilfe e.V.“, in dem Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion auch drin ist. Nachdem dort kein Helfer den Einsatz übernehmen konnte, klärte Marion ab, dass wir gern übernehmen können. Svenja, Leiterin der Grenzenlosen Tierhilfe, war sehr dankbar darüber.
Tier-Engel unterwegs Neu-Teammitglied Lisa aus Besigheim gab allen Bescheid, dass sie den Einsatz übernimmt und machte sich auch unverzüglich auf den Weg.

In Gemmrigheim angekommen, fand sie an der angegebenen Stelle leider keine Taube. Aufgrund der Beschreibung lief sie zunächst in die falsche Richtung, doch kurz darauf hatte Lisa das Tier gefunden. Das Täubchen saß geschwächt im Grünstreifen direkt am Strassenrand, völlig apathisch… Lisa sah, dass irgendjemand wohl noch Futter hingeworfen hatte, doch dies aufzunehmen war das Tier nicht mehr in der Lage….

Ganz behutsam setzte Lisa die Taube in ihre Transportbox und erkannte, dass das Tier seitlich am Kopf verletzt war. So schnell es ihr möglich war, fuhr sie ins Tierheim nach Ludwigsburg. Auf dem Weg dorthin versuchte Lisa, jemand im Tierheim zu erreichen - doch vergeblich… Lisa war irritiert. Sie versuchte über das Team Kontakt ins Tierheim zu bekommen - ergebnislos - auch vom Team konnte niemand das Tierheim erreichen. Das war sehr ungewöhnlich - war etwa das Telefon defekt? Dieser Verdacht wurde später bestätigt.

Lisa wartete an der Pforte, die Sorge um die verletzte Taube und dass sie doch schnell Hilfe benötigt, machte sie unruhig. Glücklicherweise kamen aus einem Seiteneingang zwei Leute, die dann eine Pflegerin privat erreichten und diese kam auch unverzüglich zu Lisa raus. Zeitgleich war jedoch auch Ursel Gericke, die Tierheimleiterin vor Ort. Die Taube wurde umgehend untersucht und medizinisch versorgt. Lisa war erleichtert und machte sich auf den  Heimweg.

Erhol Dich gut kleine Taube und vielen Dank an alle im Tierheim, die sich um die vielen Tiere kümmern, die Ihr uns meldet!




Freitag, 19.03.2021 |

Nr. 120/2021

Freitag, 17 Uhr - auf dem Notfalltelefon wurde ein Rabe in Ludwigsburg mit vermutlich gebrochenem Flügel gemeldet. Teammitglied Petra kam eben vom Gassigehen mit ihrer Fellnasen heim, als sie die Nachricht las. Unverzüglich machte sie sich auf den Weg

Schon von weitem sah Petra das Tier in einem Vorgarten. Der Melder wartete auf seiner Terrasse. Kurze Zeit später konnte Petra das Tier mit einem Kescher erfolgreich sichern. Im Tierheim angekommen, untersuchte Tierheimleiterin Ursel Gericke gleich das Tier und stellte beim vorsichtigen Abtasten einen vermutlichen Bruch am Brustkorb fest. Es waren keine guten Nachrichten…

Danke an den Melder und das Tierheim - auch wenn das Tier erlöst werden muss, konnte man durch die Sicherung ein qualvolles Dahinsiechen unter Schmerzen verhindern…




Freitag, 19.03.2021 |

Nr. 119/2021

Leas erster Einsatz als aktiver Helfer in unserem Team

Bereits am Donnerstag Morgen wurden wir auf dem Notfalltelefon angerufen, dass in Ludwigsburg ein an der Pfote verletzter Kater sei. Die Melderin hatte uns über eine Suchmaschine im Internet gefunden. Wir vereinbarten mit ihr, wenn der Kater wieder vor Ort sei, sollte die Dame sich bei uns melden.

Im September 2020 wurde (nicht durch uns!) festgestellt, dass der Kater kein Chip und Tattoo hatte. Eine Fundmeldung in Facebook in einer Ludwigsburger Gruppe blieb ohne Erfolg.  Die Finderin erklärte sich deshalb bereit, ihn zu versorgen.
Nachdem bis zum Donnerstagabend keine Information von der Melderin kam, fragte „Tier-Engel unterwegs“-Gründerin Marion bei der Melderin nach, doch diese verneinte uns gegenüber, dass der Kater aufgetaucht sei.

Am Freitagmorgen dann war das Tier da, die Melderin rief uns an und Teammitglied Lea übernahm den Einsatz. Als Lea vor Ort ankam, wurde sie bereits freundlich empfangen. Die junge Mama mit ihrer kleinen Tochter hatte Lea schon erwartet. Der Kater lag entspannt im Bad und hatte Lea sein Hinterteil zugewandt. Als sie näher kam, stand er auf und setzte sich etwas weiter weg und zeigte ihr ganz deutlich: „Kein Interesse an Dir!“

Lea stellte der Melderin ein paar Fragen, konnte allerdings aus der Entfernung keine sichtbare Verletzung an der Pfote erkennen. Mit Hilfe der Melderin wurde das Tier in Leas Transporttasche gesetzt. Die Fellnase war superlieb und ruhig - perfekt für Leas ersten Einsatz als „Tier-Engel unterwegs“.

Auch während der Fahrt ins Tierheim blieb das Tier entspannt und ruhig. Im Tierheim angekommen klopfte Leas Herz etwas - was würde hier passieren? Sie kannte ja alles noch nicht. Doch auch im Tierheim wurde Lea wieder sehr freundlich empfangen und innerlich fiel ihre Anspannung ab.

Im Tierheim wurde festgestellt, dass der Kater unkastriert (!) war - insofern sehr bedauerlich, als  dass dies im September 2020 nicht festgestellt wurde und die Fellnase fleissig und unkontrolliert für Nachwuchs sorgen konnte…. Selbstverständlich wird die Kastration nachgeholt!

Eine Vermittlung dieses sanften Wesen dürfte einfach sein - alles Liebe für Dich und ein wunderschönes Zuhause wünschen wir Dir !




Mittwoch, 17.03.2021 |

Nr. 117/2021

Am Mittwoch meldete sich gegen 16.15 Uhr ein Papa auf unserem Notfalltelefon.
Er steht mit seiner Tochter in Bietigheim im Ellental an der Bushaltestelle und nimmt gleich den Bus. In der Brotdose seiner Tochter würde eine verletzte Meise mitfahren. Er hatte sie entdeckt und wollte sie nicht liegen lassen. Da er nichts anderes zum transportieren dabei hatte, nahm er die Brotdose als Transportmittel. Und er gab uns an, wann und wo er mit dem Bus ankommen würde.

So etwas nennt man kreativ, tierlieb und bedeutete für uns ganz schnell zu der uns bekannten Bushaltestelle zu fahren, um das Meislein schnellstmöglich medizinisch versorgen zu lassen.

Teammitglied Dagmar übernahm den Einsatz, es klappte alles wunderbar - sie bedankte sich beim Melder und brachte das Meislein dann wohlbehalten ins Tierheim. Dort wurde eine Verletzung am Auge festgestellt. Der kleine Piepmatz wird nun aufgepäppelt und nach der Genesung wieder in Freiheit entlassen.




Mittwoch, 17.03.2021 |

Nr. 115/2021

Ein Bericht von Nela

„Aus dem Kochtopf ins Tierheim“

Mittwochmorgen, 9 Uhr - ich war noch etwas verschlafen, denn wieder einmal saß ich bis spät in der Nacht am Rechner und war in den Tiefen unserer Vereins-Homepage versunken.
Meine Fellnasen waren bereits versorgt, der Kaffee lief gerade durch den Filter und im Notfallchat erschien die Meldung: „Feldhäschen in Asperg von der Straße geholt, Finder leider nicht mobil“. Und ein Bild eines Minihäschens im Kochtopf - fragende Blicke bei mir und den anderen - Marion erklärte uns, dass der Melder nichts anderes zuhause hat, um das Kleine „aufzubewahren“ so seine Aussage - lächel.

Ich wartete kurz, nachdem niemand anders konnte, gab ich Bescheid, dass ich bis in 1 Stunde übernehmen kann. Bis zu meinem Termin um 11 Uhr würde ich das gut hinbekommen.

Nachdem ich die Adresse und Telefonnummer des Melders hatte, machte ich mich auf den Weg. Unterwegs rief ich den Melder an - dieser freute sich auf mein Kommen, denn der Winzling begann unruhig zu werden - so seine Aussage. 15 Minuten später war ich vor Ort und sah beim Anfahren den Melder schon auf der Treppe seines Hauses sitzen, in seiner Hand etwas Schwarzes.

Ich parkte, nahm im Aussteigen die zuhause vorbereitete kleine Transportbox und stellte mich vor. Der Melder war mir entgegen gelaufen und hielt mir etwas Schwarzes hin - Bruchteile von Sekunden brauchte ich um zu erkennen, dass es eine schwarze Strickmütze war und das Baby tief unten darin saß….

Als ich es rausholte, hielt ich den Atem an - es war sooooo unfassbar winzig und sah aus wie der kleinste goldene-Mini-Schokohase - nur eben in echt und noch viiiiil süüüüsser…. Ich schaute kurz nach Verletzungen - nichts Erkennbares. Der Melder sagte mir, dass er es direkt mitten auf der Straße bei Eglosheim sitzend gefunden hat und es nicht sterben sollte-darum hatte er es mitgenommen. Ein Wunder, dass er dieses Minifeldhäschen überhaupt erkannt hat!

Ich bedankte mich sehr für seine Aufmerksamkeit, verabschiedete mich, rief das Tierheim an und machte mich auf den Weg. Das Baby hüpfte ziemlich in der Box rum - vermutlich hatte es auch Hunger und vermisste seine Mama. Da ich ein Automatik-Auto habe, steckte ich meine rechte Hand vorsichtig in die kleine Transportbox und bildete eine Art Höhle mit meiner Handfläche an der Wand. Das Minihäschen kuschelte sich in meine Handfläche und blieb die ganze Zeit ruhig darin liegen - es wärmte sich selber und mir mein Herz… Welch zauberhaftes Gefühl durfte ich spüren…. ich war unbeschreiblich dankbar….

Nicht immer hab
en wir im Tierschutz solch Glücksmomente… meistens ist die Arbeit im Tierschutz hart und traurig, oft steht man hilf- und fassungslos vor Tatsachen und könnte nur noch heulen….

Und dann gibt es diese zauberhaften Augenblicke wie jetzt… - ich genoss jeden Moment des Vertrauens dieses kleinen Wesens, ehe ich es dann an Ursel Gericke im Tierheim in erfahrene Hände abgab.

Das Feldhasenbaby ist ein paar Tage jung und wird nun mit Aufzuchtmilch im Tierheim gepäppelt. Ich bedankte mich auch bei ihr für die Annahme und machte mich auf den Weg zu meinem 11 Uhr-Termin.

Während der Fahrt erreichte mich dann ein Anruf von „Tier-Engel unterwegs“-Gründerin Marion: „Was für Pläne hast Du Nela? Kannst Du unterstützend zu einer Katze fahren, die in den Wehen liegt?“ - in meinem Kopf schossen die wildesten Gedanken, wielang dauert der Termin jetzt, passt das in meine anderen Tagespläne? Ich gab Bescheid, dass ich auf 12 Uhr vor Ort sein kann. Und was ich da erlebte, lest Ihr demnächst auch hier….

Eines ist klar: Der 17.03.2021 war definitiv mein Babytag….




Montag, 15.03.2021 |

Nr. 114/2021

Ein Bericht von Andrea

Kurz vor halb zwölf Uhr sah ich im Notfallchat die Meldung, dass in Ludwigsburg eine flugunfähige Taube Hilfe braucht. Auf dem Foto des Melders sah die Taube mehr als mitgenommen aus. Eile war geboten. Ich meldete mich aus dem Homeoffice zur Mittagspause ab und übernahm unverzüglich den Einsatz.

Der oder die Melderin hatte inzwischen noch ein Foto von der Taube gesandt - er hatte sie in einem Karton gesichert und fürsorglich mit einem Tuch abgedeckt. Vor Ort angekommen überlegte ich kurz, ob ich die Taube in meine Transporttasche umsetzen soll, entschied mich allerdings dagegen, da ich mir unsicher war, was für Verletzungen sie hatte und ich ihr nicht weh tun wollte. Das Tier sah noch schlechter aus als auf dem ersten Bild.

So schnell ich konnte fuhr ich mit dem Täubchen ins Tierheim. Dort angekommen war das Auge des Vogels fast geschlossen. Ich zeigte der Expertin im Tierheim das Melderfoto wie die Taube gefunden wurde. Sie nahm das Tier ganz behutsam aus dem Karton. Es war aber leider zu spät. Die Taube hat es leider nicht geschafft und war mittlerweile über die Regenbogenbrücke geflogen…

Traurig verabschiedete ich mich und fuhr nach Hause… Viele Fragen im Kopf…. Hat man Dich nicht gesehen oder Dich einfach liegenlassen, ehe irgendjemand Hilfe rief? Hätte man Dich retten können, wenn Du eher im Tierheim gelandet wärest? Fragen, die offen bleiben….

Flieg gut rüber kleines Täubchen und vielen Dank an den Melder!




Freitag, 12.03.2021 |

Nr. 112/2021

Es war Freitag, 17 Uhr und im Notfallchat erschien ein Screenshot mit der Meldung aus einer Facebookgruppe, dass eine vermutlich auf einem Auge blinde Katze auf einem Baum sitzt und dies seit mehreren Stunden.
Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion hatte Claudia diesen Post weitergeleitet und gefragt, ob sie nach Fellbach fahren könne, um die Lage vor Ort einzuschätzen. Claudia ist Mitglied des „Tier-Engel mobil-Teams“ und die Aufgabe der Helfer besteht darin, Transportfahrten bereits gesicherter Tiere zu übernehmen. Das Sichern von verletzten Tieren oder Rausfahren zu Totfunden übernehmen in der Regel die Helfer des Teams „Tier-Engel unterwegs“.

Claudia wohnt in Waiblingen, war am nächsten dran und konnte zeitnah zum Meldeort. Sie hatte sich bereits mit dem Melder in Verbindung gesetzt und den genauen Standort erhalten, so dass Claudia das Tier schnell fand.

Es hatte sich nicht von der Sichtungsstelle bewegt. Claudia zog sich Handschuhe an und kletterte den Baum hoch und hatte zu tun, das nach ihr schlagende und dazu fauchende Tier aus den Ästen herauszubekommen. Mit einem beherzten Nackengriff konnte Claudia das Tier aus den Ästen zu holen. Allerdings musste sie wieder runter vom Baum und brauchte dazu ihre zwei Hände. Behutsam liess sie das Tier knapp über dem Boden frei - als der Kater sich dann in ein Gebüsch zurückzog erkannte Claudia, dass er seine Hinterbeine nicht richtig bewegen konnte. Das Ganze spielte sich an einer stark befahrenen Strasse ab - hatte der Kater evtl. einen Unfall, wurde angefahren und bewegte sich deshalb so? Zudem hatte Claudia Bedenken, wenn sie ihn aufscheuchte, dass er auf die Straße lief und forderte bei Marion noch Unterstützung an.

Die meisten Helfer von uns sind im Raum Ludwigsburg, also dauert die Anfahrt entsprechend länger, parallel dazu fragte Claudia bei einer Freundin nach Unterstützung. Zeitgleich dazu begaben sich Teammitglied Vivi und auch Frieda (die am Abend dann ganz offiziell Teammitglied bei uns wurde) zum Einsatzort, um zu unterstützen.

Claudia, ihrer Freundin und Frieda gelang es so, die Fellnase aus dem Gebüsch zu bekommen und mit einem Handtuch zu sichern. Vorsichtig wurde das Tier in eine Transportbox gesetzt, über die die Helfer eine Decke legten, damit sich die Fellnase beruhigt. Zu diesem Zeitpunkt kam Vivi an, die die weiteste „Anreise“ hatte. Ein Chipauslesen war leider nicht möglich, doch aufgrund des Zustandes entschied man sich, dass Tier in die Tierklinik zu bringen. Vivi übernahm diese Fahrt.

Leider hatte die Tierklinik keine guten Nachrichten:
Die Fellnase war nicht tätowiert nicht gechipt und nicht kastriert. Sie musste erlöst werden, nachdem man ein gebrochenes Becken, einen zertrümmerten Oberschenkel und Flüssigkeit im Bauchraum festgestellt hat… Die Tierklinik war sehr freundlich und hat sich bedankt, dass wir die Fellnase gebracht haben und er so nicht irgendwo mit Schmerzen sterbend umherirrte. Komm gut über die Regenbogenbrücke und grüß die anderen Samtpfoten…

Wir haben uns auch nochmals bei dem Melder bedankt und ihm die traurige Nachricht mitgeteilt. Claudia stellte zudem am Abend fest, dass sie nicht nur als mobiler Tier-Engel sondern auch als aktiver Helfer bei uns tätig sein möchte und wurde herzlich in der „Tier-Engel unterwegs-Team“ aufgenommen.




Freitag, 12.03.2021 |

Nr. 111/2021

Es war Freitag, als im Notfallchat die Meldung über eine gesicherte rote Katze in Häfnerhaslach erschien.
Dazu gab es natürlich eine Vorgeschichte: Der sehr schlanke Kater ist in Häfnerhaslach vor Tagen im Garten der Melderin aufgetaucht und nicht mehr gegangen. Die Melderin hat sowohl im Ort als auch online nach einem Besitzer gesucht - vergeblich. Die Fellnase wurde angefüttert und mittels Falle gesichert.

Die Melderin war übrigens unser Neu-Teammitglied Bex. Teammitglied Kate saß quasi auf Abruf, sobald das Tier gesichert sei, würde sie wegen Chip auslesen vorbeikommen, um den Besitzer zu ermitteln. Bereits am 11.03. sah es so aus, doch die Fellnase stellte die Geduld von Bex, die die Falle über mehrere Tage betreute, auf eine harte Probe. Diese hatte zum Zeitpunkt der Sicherung noch keine Ausrüstung, denn erst am späteren Abend des Freitag fiel Bex’ Entscheidung, in unser „Tier-Engel unterwegs“-Team zu kommen. So fuhr Kate mit Ausrüstung zu Bex.

Vor Ort angekommen, wurde die Falle ins Kinderzimmer gebracht, ein prima Ort für den Fall, dass die Samtpfote beim Umsetzen in die Box entwischt. Das Katerchen marschierte auch ohne Probleme von der Falle in Kates Transportbox. Kate öffnete vorsichtig oben das Gitter der Box und näherte sich behutsam dem sehr lieben Tigerchen, welches sich streicheln ließ. Der Blick verriet Angst, doch keinerlei Aggression war zu spüren.
Kate setzte das Chiplesegerät an, doch leider war weder ein Chip noch ein Tattoo vorhanden. Kate sah viele Kratzer auf dem Näschen und vermutete, dass der Kater unkastriert sei und entsprechend Revierkämpfe ausfocht. Bex berichtete allerdings, dass es mit ihren Katern und dem Tiger keinerlei Zwischenfälle gab. Um sicherzugehen, wollte Kate nachschauen, ob der Kater kastriert war oder nicht, während Bex mit ihrem Sohn, der bisher interessiert zusah, den Raum verließ.

Kate öffnete die Box, der Tiger war ja bisher superlieb, sie zog sich bissfeste Handschuhe an, und die Fellnase sprang schnurstracks in einen winzigen kleinen Zwischenraum am Bett. Oha - das war seeeeehr winzig. Bex’ Mann half Kate und nahm von oben die Matratze weg, so dass Sichtkontakt bestand. In dem Moment schnellte der Stubentiger hervor, an der Wand hoch und jagte quer durch das Kinderzimmer - nur Zentimeter vor Kates Nase vorbei und machte es sich dann in einem Regal zwischen Kuscheltieren gemütlich.

Bex’ Mann verließ das Zimmer und Bex kam wieder hinzu. Auch sie hatte sich inzwischen ihre bissfesten Handschuhe angezogen. Während Bex das Tier aus dem Regal hob, eskalierte der kleine Mann so richtig - völlig panisch vor lauter Angst biß er heftig in Bex Hände. Diese hielt die Fellnase tapfer weiter fest, bis er in der Box war. Kate fuhr ihn ins Tierheim.

Wir haben in der Zwischenzeit die Information bekommen, dass eine Dame glaubt, ihre vermisste Fellnase (kein Chip, kein Tattoo) erkannt zu haben. Sie wohnt 120 km weg und hatte sich aufgrund Bex’ Online-Suche nach dem Besitzer gemeldet. Wir haben die Dame zur Klärung an das Tierheim Ludwigsburg verwiesen.




Mittwoch, 10.03.2021 |

Nr. 106/2021

Am Mittwoch wurden wir vom Tierheim Ludwigsburg gebeten, einen verletzten Bussard zu sichern. Dieser saß in einem Garten in Neckarweihingen. Teammitglied Debbie übernahm diesen Einsatz.

Das Tier zeigte beim Sichern keinerlei Gegenwehr, hatte auch keine sichtbaren Verletzungen.
Im Tierheim wurde der Bussard gleich untersucht, doch auch hier wurde nichts Konkretes festgestellt - es wurde ein Stromschlag vermutet, den das Tier erlitten haben könnte und was den Greifvogel so benommen sein ließ.

Er wird nun aufgepäppelt und dann vor Ort wieder ausgewildert - erhol Dich gut Du Hübscher!




Dienstag, 09.03.2021 |

Nr. 105/2021



Nachteinsatz mit Feuerwehr

Es war Dienstag, 22 Uhr, als im Notfallchat die Meldung erschien: „Katze sitzt seit 2h auf einem Baum, das Tier kommt nicht runter, die Besitzerin ist sehr verzweifelt, kann jemand hinfahren?“

Die Meldung war in Sachsenheim - Teammitglied Kate hat wohl eine Einsatzoption rund um Sachsenheim. Sie kam eben aus ihrer Schicht, welche bis 22 Uhr ging, war noch nicht mal an ihrem Auto und gab im Team Bescheid, dass sie den Einsatz übernimmt.

Auf der Fahrt überlegte sie, wie sie das Tier am besten vom Baum bekommt, eine Leiter hatte sie nicht dabei, allerdings ihren Kescher - zusammen mit ihrer Größe und dem Teleskop des Keschers müsste es klappen. Vor Ort angekommen stellte Kate allerdings fest, dass die Höhenangabe von 3m glatt mal als 6m genommen werden muss. Insofern war ein Rankommen an das Tier, welches sie von unten erspähte, ausgeschlossen.

Von der Besitzerin erfuhr Kate, dass die Fellnase im Juni 1 Jahr wird, also noch ein junges Tier, welches sich wohl ziemlich überschätzt hat bzw. vor lauter Jagdtrieb den Baum zwar hoch, allerdings nicht mehr allein runterkam. Das Tier sitzt nun schon ziemlich lang ohne sich zu bewegen. Da die Temperatur sehr frisch war, sollte das Kätzchen auch nicht über Nacht da oben bleiben. Kate hielt kurz Rücksprache mit Tier-Engel unterwegs - Gründerin Marion. Nach einigen Varianten, die in Frage kamen, entschied man sich letztlich für die Sicherheit von Kate und dem Tier - Kate rief die Feuerwehr, welche ganz sicher mit entsprechend gutem technischem Equipment aufweisen kann.

Kate führte ein tolles Gespräch mit der Leitstelle, verstand sich auf Anhieb mit dem diensthabenden Feuerwehrmann. Dieser war froh, dass die Katze auf dem Baum war und nicht die Besitzer - Kate musste lachen - das war genau ihr Humor - um 22 Uhr ist auch nicht jeder so lustig drauf! Schon kurze Zeit später sah Kate das Aufgebot der Feuerwehr und war platt. Das große Feuerwehrauto voll besetzt - oha - und die Umgebung wurde ziemlich hell erleuchtet.

Der Kommandant kam auf Kate zu, sie tauschten sich kurz aus und er meinte, es könnte ja auch sein, sobald die Kameraden mit der Drehleiter aktiv werden, dass die Katze flüchtet. Verletzungsgefahr sei dadurch leider nicht ausgeschlossen. Die Feuerwehr entschied sich dann für eine andere Leiter, auf der ein Feuerwehrmann dann nach oben kletterte. Die Katze sass während der ganzen Zeit ziemlich still auf ihrem Platz, so dass sie problemlos gesichert werden konnte.

Unten angekommen, schaute sie sich mit riesen Augen um so nach dem Motto: Alles nur für mich!?!?! Der Retter übergab die Samtpfote direkt an die überglücklichen Besitzer. Kate verabschiedete sich von den Besitzern, bedankte sich bei den tollen Jungs der Sachsenheimer Feuerwehr für das superschnelle Handeln und verließ um 22.45 Uhr den Ort des Geschehens Richtung Heimat.

Auch an dieser Stelle ein mega Dankeschön an die Sachsenheimer Feuerwehr und die Jungs, die an dieser Rettungsaktion beteiligt waren! https://www.facebook.com/FFSachsenheim




Montag, 08.03.2021 |

Nr. 104/2021

Am Montag wurde uns um 15 Uhr eine abgemagerte Katze, der stellenweise Fell fehlt und die in Kleinsachsenheim mitten auf einer Verkehrsinsel gesessen ist, auf dem Notfalltelefon gemeldet.

Teammitglied Kate hatte soeben ihren Laptop im Homeoffice zugeklappt, als der Anruf von Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion kam. Marion teilte Kate mit, dass sich ein Mann bei uns gemeldet hatte, der eine abgemagerte Katze gefunden hat. Kate übernahm diesen Einsatz. Sie telefonierte auf dem Weg mit dem Finder, um den genauen Treffpunkt zu erfahren. Als Kate auf den Parkplatz fuhr, kam der Melder bereits auf sie zu und erklärte Kate, wo die Katze genau sei. Sie saß zunächst mitten auf einem Kreisverkehr, dort hatte er - aus Angst dass sie angefahren würde - das Tier runtergeholt und in ein angrenzendes Wohngebiet getragen. Vor Ort lief die Katze zielstrebig in ein Haus und der Melder fragte daraufhin eine ältere Dame, ob sie die Katze kenne und die Dame erzählte ihm, sie würde das Tier ab und zu füttern weil es so dünn sei, es sei jedoch nicht ihre. Während des Gesprächs liefen Kate und der Melder zu diesem Haus. In dem Moment ging die Haustür auf, die Katze lief raus und dahinter die ältere Dame.

Kate hoffte, dass das Tier nicht weiter weg lief - auf den ersten Blick sah die Fellnase wirklich nicht gut aus. Die Dame erzählte, dass sie nicht weiß, wem das Tier gehört, sie hätte sich auch schon überlegt, mit der Katze zum Tierarzt zu fahren, weil sie ja so arg schlecht aussieht und wohl niemand gehört. Laut der Dame, die selber 2 Katzen hat, war das Tier allerdings die letzten 3 Wochen nicht mehr zum Fressen da. Auch eine junge Mama mit Kind, die zufällig vor Ort war, kannte das Tier nicht.

Auf einer Wiese fanden sie die Fellnase wieder, sie kam auch gleich zu Kate sowie dem Melder und der Dame und ließ sich das hingelegte Katzenfutter schmecken. Der Hunger war immens - schon bei der Dame im Haus hatte die Fellnase gefressen… Kate streichelte das Tierchen und erschrak - sie spürte jeden Knochen unter dem teilweise fehlenden Fell… Vorsichtig ging Kate dabei mit dem Chiplesegerät über das kleine Körperchen - doch leider kam kein Signalton. Kein Chip…. Auch ein Tattoo konnte Kate nicht erkennen. Das Mäulchen und die Nase sahen ziemlich verklebt aus, ein Tier in solch Zustand wollte Kate nicht sich selber überlassen und packte es dann vorsichtig in die mitgebrachte Transportbox. Ohne Probleme ließ der kleine Mann, wie sich später herausstellte, dies mit sich geschehen.

Kate brachte das Tier ins Tierheim Ludwigsburg und in Facebook erstellten wir eine Fundmeldung mit der Frage, wer das Tier kennt bzw. den Besitzer. Es dauerte nicht lange, bis wir einen Hinweis bekamen:
Zitat: „Das ist Chipsy, die Besitzer sind gerade von mir informiert worden und rufen an.
Der Kater ist 20 Jahre alt, ist momentan in Tierärztlicher Behandlung und da wurde auch das Fell entfernt. Er hat eine ganz tolle Familie die ihn schon vermisst hat. Er stromert schon seid vielen Jahren hier im Wohngebiet herum und ist eigentlich auch jedem bekannt. Wurde denn gefragt ob ihn jemand kennt bevor man immer gleich einsammeln muss... Das ist jetzt schon das zweite Mal innerhalb eines halben Jahres.“

Nunja, wir sind eine Tiernothilfe. Und kannten Chipsy bis Montag nicht.
Wir wurden zu einem Tier gerufen, welches mitten auf einem Kreisverkehr saß und der Finder aufgrund des Zustandes sich Sorgen machte.
Vor Ort wurden anwesende Personen befragt, welche das Tier nicht kannten.
Wir prüften sowohl Chip als auch Tattoo - leider hatte das Tier beides nicht und somit konnten wir den Besitzer nicht verständigen.

Nach unserem Ermessen haben sowohl der Finder als auch unser Teammitglied alles richtig gemacht!
Fraglich ist, wenn das Tier in solch Zustand Freigang erhält, warum man es - nachdem es nicht das 1. Mal war - das Tier nicht kennzeichnen und registrieren lässt? Der Chip wird mit einer kleinen Spritze unter die Haut gesetzt - da das Tier in ärztlicher Behandlung ist, dürfte dies kein zusätzlicher Aufwand sein…

Die Besitzer haben sich noch am Abend bei uns gemeldet und konnten Chipsy mittlerweile wieder nach Hause holen.
Wir wünschen Dir kleinem Kerlchen alles Gute!




Sonntag, 07.03.2021 |

Nr. 103/2021

Sonntags gibt es Hühnchen... (zu sichern)

Los ging es mit einer Meldung, welche in unserem Facebook-Postfach eintraf – ein Screenshot aus einer Gruppe, in der freilaufende Hühner bei Neckarwestheim, Richtung Pfahlhof gemeldet wurden. Da dies eine private Gruppe war, konnten wir keine Details lesen und die Melderin sandte uns dann noch einige Informationen, anhand deren wir uns orientierten.

Unsere beiden Vereins-Vorstände Marion und Caro saßen in Freiberg zusammen, um Vereinsdinge zu besprechen und übernahmen kurzerhand den Einsatz. Vor Ort angekommen, sahen sie die jungen Tiere auch schon – diese machten sich allerdings bei Annäherung gleich aus dem Staub, sprich – sie zogen sich weiter in das Dickicht zurück...

Caro warf bröckchenweise Brot zu den Hühnern, während Marion zurück zum Auto lief und die Kescher holte. Die Tiere kamen wieder näher, Caro meinte, das Federvieh sei völlig ausgehungert. Eines davon war besonders mutig – oder hungrig – ca. 20cm vor Caros Füße kam es, doch diese hatte Bedenken, wenn sie sich runterbeugt, dass das Tier dann wieder flüchtet. So lenkte Caro das Huhn mit weiteren Brotkrumen ab, während sich Marion anschlich und es dann mit dem Kescher sichern konnte!

Während Marion Nummer 1 in die Box ins Auto trug, hielt Caro Nummer 2 weiter mit Brot bei Laune – doch Nummer 2 dachte nicht daran, kooperativ zu sein und Caro vermutete, dass Nummer 1 noch geschrien hatte: „Lauf weg – schnell!“
Nummer 2 hatte sich zurückgezogen und spielte mit Caro und Marion „Fangt mich doch“ – nur ohne Erfolg für die Frauen...

Nachdem beide 45 Minuten sich vergeblich bemühten, forderten sie im Team Verstärkung an. Teammitglied Birgit meldete sich und fuhr zum EInsatzort, während Marion sich an Petra erinnerte. Diese hatte uns bereits mehrfach unterstützt und Hilfe angeboten, falls etwas sein sollte. Da Petra nicht weit weg wohnte, rief Marion diese an
und Petra sagte sofort ihr Kommen zu.
Das Tier zog sich teilweise tief in das dornige Dickicht zurück, was Marion und Birgit nicht abhielt. Tapfer ging sie ebenfalls rein – trotz Jeans fanden die Dornen ihren Weg durch den Stoff in die Haut. Doch dies bemerkten beide Frauen zunächst kaum, zu sehr fokussiert waren sie auf Huhn Nummer 2. Außerhalb des Dickichts warteten Petra und Caro. Sie sahen nichts und wurden von Marion und Birgit instruiert. Caro hatte den Kescher parat und als das Huhn endlich sichtbar und aus dem Dickicht war, befand sich auch schon der Kescher über ihm. Herausragende Teamarbeit Ihr 4!

Um 18 Uhr war der Einsatz erfolgreich beendet und die beiden hübschen, doch relativ dünnen Tiere im Tierheim Ludwigsburg abgegeben. Es handelt sich um 2 junge Hähne – leider keine Seltenheit, dass diese ausgesetzt werden.... Sie sind laut, haben ein extrem ausgeprägtes Revierverhalten und werden oft beim Erwerb von Weibchen einfach mit dazu „verschenkt“ oder wie wir in diesem Fall vermuten, ausgesetzt.
Schaut Euch mal das Video im Kommentar an – die 2 waren richtig ausgehungert

Marion holte sich zuhause noch etliche Dornen aus Hose, Rücken und Händen...
Übrigens: Petra wurde noch am Abend offiziell ein aktives Teammitglied der Tier-Engel..... letztlich eine kleine offizielle Formalität  über die wir uns sehr freuen!
An dieser Stelle vielen Dank an die Melderin, dass sie uns informiert hat und gleichzeitig die Bitte an Euch: Meldet so etwas auf unserem Notfall-Telefon – dieses ist 24/7 besetzt!




Freitag, 05.03.2021 |

Nr. 101/2021

Ein Bericht von Nenne
Mein 1. Einsatz bei den Tier-Engeln unterwegs

Im Notfallchat wurde von Teammitglied Melly gemeldet, dass ein verletztes Eichhörnchen in Waiblingen am alten Postplatz in einer Astgabel sitzt, die Melderin sei schwanger und kann leider nicht selber hoch, zumal die Astgabel schon etwas höher gelegen war. Die Erstmeldung traf bei der Eichhörnchenhilfe Stuttgart ein, da Melly selber Päppelstelle für Hörnchen ist, wurde sie über den Eichhörnchennotfall automatisch informiert. Leider konnte niemand aus der Gruppe hinfahren, so hat Melly den Vorgang an die Tier-Engel unterwegs weitergeleitet. Tierschutz funktioniert am Schnellsten, wenn man zusammenarbeitet.

Ich bin seit heute aktives Mitglied bei den Tier-Engeln und da ich aus Winnenden komme, war ich am nächsten vor Ort. So bin ich - nachdem um ca. 12.00 Uhr das Hörnchen gemeldet wurde - um 13.30 Uhr nach Ende meiner Arbeitszeit zum Einsatzort aufgebrochen.  

Mit Alu-Klappleiter, Transportbox, Notbehelfs-Kescher und Wärmepad traf ich gegen 13.45 Uhr an der Einsatzstelle ein. Die Melderin wartete dort auf mich; dankenswerter Weise kam sie nochmals an den Fundort zurück um mir die Stelle zu zeigen – das fand ich sehr sehr nett von ihr und ist keine Selbstverständlichkeit.  

Das Hörnchen war in ca. 2,50 m Höhe in einer Astgabel. Da also musste ich hoch.... Schon als ich die Leiter ins Auto packte, dachte ich, hoffentlich ist es nicht allzu hoch, da ich Höhenangst habe 😊 ....

Die Melderin hielt die Leiter fest und ich stieg mit gemischten Gefühlen nach oben. Tatsächlich stand ich dann auch auf der obersten Stufe – und irgendwie habe ich nur noch an das verletzte Hörnchen gedacht und die Höhenangst in diesem Moment vergessen.

Mit dem Kescher versuchte ich das Hörnchen zu sichern – leider drehte es mehrere Male und so musste ich die Leiter zwei Mal verstellen. Letztlich ist es dann aber vom Baum nach unten gerobbt und in ein Gebüsch verschwunden. Dabei konnte man sehen, dass es seine Beine nachzog. Ich konnte es mit einem Handtuch, welches ich über das Hörnchen legte, im Gebüsch sichern. Behutsam trug ich das kleine Tier zur Transportbox und legte es vorsichtig hinein.

Das kleine Herz pochte wie verrückt – das konnte ich deutlich sehen.

Ein Handtuchnest in der Transportbox hatte ich bereits vorbereitet und habe, um den Stress zu vermindern, die Transportbox mit dem Hörnchen sofort mit einem Handtuch abgedeckt.

Leider erfuhr ich, dass in solch Fällen die Prognosen nicht so gut sind – zumal es ja die Beine nachzog.

Als ich den Einsatzort verließ, sprang noch ein weiteres Hörnchen herum – ich vermute es war der/die Partner/-in oder Geschwisterchen. Das hat mich auch sehr berührt; man kann den Tieren leider nicht erklären, dass man ja nur helfen will…..

Ich klärte mit Teammitglied Melly ab, wie wir nun weiter vorgehen. Ich sollte das Hörnchen in eine TA-Praxis in Weissach bringen. Unterwegs hielt ich nochmals kurz an um zu erfragen, wann ich dort einen Termin bekommen könnte. Leider machte die Tierarzt-Praxis erst gegen 16.00 Uhr wieder auf. Mit Melly beriet ich mich erneut. Um 16.00 Uhr versuchte ich die TA-Praxis vergeblich zu erreichen, kam aber nicht durch.. Also rief ich einen anderen Arzt an – und wurde dort ziemlich unwirsch abgewiesen... Ein weiterer Tierarzt hatte erst um 18 Uhr Sprechstundentermin.

Letztlich habe ich das Hörnchen bei der Wildtierstation Arche in Rettersburg untergebracht. Es hatte die Augen offen und sich tatsächlich in seiner Transportbox aufgesetzt. Frau Sailer meinte nach Begutachtung, dass eventuell auch nur ein Bein betroffen sei. Sie hat das Hörnchen aufgenommen und gleich mit Schmerzmitteln versorgt.

Ich war froh. In einer Wildtierauffangstation hat es m.E. die Chance zu gesunden und im allerbesten Fall könnte man es wieder in Waiblingen auswildern.

Erleichtert fuhr ich heim und hoffte nur das Beste für das kleine Hörnchen – doch leider ist es noch am Abend verstorben... Insofern waren die Verletzungen wohl zu schwer, evtl. hatte es auch innere Verletzungen... Manchmal lassen Greifvögel die Hörnchen aus der Höhe fallen, wenn sie dann aufschlagen, gibt es nicht nur Brüche sondern auch schwere innere Verletzungen, denen sie letztlich erliegen.....

Gute Reise über die Regenbogenbrücke kleines Hörnchen – Du findest hoffentlich genug Spielkameraden dort oben.....




Mittwoch, 03.03.2021 |

Nr. 99/2021

Es war Mittwoch, 21 Uhr, als im Notfallchat die Meldung einer toten Katze auf einem Gehweg in Ensingen erschien. Die Teammitglieder in der Nähe konnten leider beide nicht – Teammitglied Kate brauchte 15min. bis zum Fundort und übernahm den Einsatz.

Als sie zum Auto lief, wurde Kate klar, dass sie bisher immer nur bei Einsätzen war, wo die Tiere zum Glück alle noch am Leben waren – und nun der erste Einsatz bei einer toten Fellnase.... Theoretisch wusste sie genau, was zu machen war, war ein Chip vorhanden, wurde Tasso angerufen, im besten Falle der Besitzer verständigt, der sein Tier mit heimnehmen konnte. Was jedoch, wenn das Tier weder Chip noch Tattoo hatte oder es war gekennzeichnet, und nirgendwo registriert??? Sie vergewisserte sich telefonisch nochmal bei Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion um für alle Eventualitäten am Fundort handlungssicher zu sein.

Da der zuerst mitgeteilte Standort nur eine ungefähre Angabe war, war es Kates erstes Ziel, das Tier zu finden. Am Standort angekommen, war kein Tier zu finden – Kate bog links ab und wollte umdrehen, doch sie war in einer Einbahnstraße gelandet, aus der sie nur in eine Richtung wieder rauskam – und erhielt nun auch den korrekten Fundort von den Findern mitgeteilt. Es war direkt in der nächsten Straße und Kate sah die beiden bereits.

Kate kannte die Straße, oft fuhr sie dort durch und wusste, dass hier leider fast immer zu schnell gefahren wurde... Sie parkte ihr Auto auf der anderen Straßenseite, als ihr eine Dame entgegenlief. Es war die Finderin – diese erzählte ihr, dass sie mit den Hunden spazieren waren und sie haben aus einiger Entfernung gesehen, dass ein Mann aus einem Auto ausstieg und etwas auf den Gehweg legte und weiterfuhr. Als sie näher kamen, sahen sie die Samtpfote. Im ersten Moment wussten sie nicht, was zu tun ist, doch dann erinnerten sie sich an die Tier-Engel unterwegs und riefen auf dem Notfalltelefon an.

Kate beugte sich zu der Fellnase runter, es war kein schöner Anblick – das Mäulchen war offen, die Zunge hing raus und das Blut lief zu einem Fleck auf den Boden, ein Auge stand weit draußen...

Ein letztes Fünkchen Hoffnung, dass hier doch noch etwas zu Helfen sein könnte, ließ Kate die Fellnase am Pfötchen kitzeln – vergeblich. 21.35 Uhr gab das Chiplesegerät von Kate den so ersehnten Signalton ab. Sie war erleichtert.... War die Chipnummer auch registriert?

Während Teammitglied Marion bei TASSO anrief, suchte Teammitglied Nela online – Treffer – es handelte sich um Muck – gut dass er registriert war – fast zeitgleich teilte Marion mit, dass die Besitzer laut Tasso unbekannt verzogen seien, Tasso würde jedoch die hinterlegte Handynummer anrufen in der Hoffnung, diese würde noch stimmen.

Kate legte ihre mitgebrachten Handtücher auf den Gehweg, breitete eines davon aus, behutsam bettete sie die Samtpfote, die noch ganz warm war, darauf.

Während sie auf Rückmeldung von Marion bzw. Tasso wartete, machte Kate ein paar Fotos für den Fall, dass die Besitzer evtl. nicht erreicht werden und wir eine Totfundmeldung in Facebook erstellen können. Immer wieder gelingt es uns dadurch, nicht registrierte Tiere doch noch nach Hause bringen zu können.

Kate legte Muck, wie der bildhübsche Katzenbub hieß, auf die Seite mit dem weniger schönen Auge – sie folgte einer Eingebung. Marion informierte Kate jetzt, dass die Besitzer erreicht wurden und gleich dasein müssten. Kate erfuhr, dass Muck noch vor 30 Minuten zuhause war.... und die Besitzerin am Telefon vor lauter Weinen sehr schwer zu verstehen war.... Kate schluckte tief durch – tröstende Worte in solch schrecklicher Situation zu finden ist schwer.... Vorsichtig deckte sie Muck zu und legte ihn etwas erhöht auf einen breiten Zaunpfostenvorsprung. Sie sah, wie sich das Handtuch bereits mit dem Blut färbte... und erschrak, denn hinter sich hörte sie ein Weinen... Kate drehte sich um und war fassunglos – direkt hinter ihr aus dem Haus kam Mucks schluchzende Besitzerin..... Wie konnte das Schicksal so grausam sein – Muck hatte vermutlich gerade mal ein Pfötchen auf die Straße gesetzt, als der furchtbare Unfall geschah....  

Hinter der weinenden, völlig aufgelösten Frau kam ihr Mann... Sie brachte kein Wort raus, streichelte wieder und wieder ihren geliebten Muck. Kate stellte sich und die Melder vor und schilderte kurz alles. Mucks Besitzerin hatte sich ein wenig gefangen und erzählte, dass letztes Jahr ihr Hund verstorben sei, sie haben einen neuen Hund und dieser war mit Muck ein Herz und eine Seele... jetzt ist Muck tot.... erneut überkamen Mucks Besitzerin die Tränen... als wenn Muck sie hören könne, sprach sie zu ihm: „Ich hab Dir doch immer gesagt, Du sollst an der Straße aufpassen, weil die hier so rasen...“

Kate spürte auch bei sich einen Kloß im Hals aufsteigen, sie programmierte sich, irgendwie zu funktionieren, solange die beiden Besitzer da sind. Trotz der schlimmen Situation bedankten sich Mucks Besitzer bei Kate, diese bot an, dass sie gern noch ein zweites Handtuch haben können, denn Mucks Blut verfärbte das Handtuch, in den Kate ihn gewickelt hatte, immer mehr.... Innerlich sandte sie ein Gebet in den Himmel, dass sie die Eingebung hatte, Muck auf die „bessere“ Seite zu legen und so den ersten Anblick für die Besitzer erträglicher zu machen.....  

Nachdem Kate sich verabschiedet hatte, ging sie zu ihrem Auto. Sobald sie innen saß, ließ Kate ihren Gefühlen und den Tränen freien Lauf... Der Schmerz, die Trauer und Verzweiflung der Besitzerin waren nicht spurlos an Kate vorbeigegangen.... Es war so unfair.... quasi zuhause bzw. vor der Haustür so tragisch ums Leben zu kommen.... 

Dankbar war Kate, als Teammitglied Nela sich gleich bei ihr erkundigte, wie es ihr geht, ihr tröstende Worte sandte und sie bat, in diesem auch für Kate emotionalen Zustand doch bitte vorsichtig zu fahren. Kate weiß, dass sie dieser Einsatz sie noch einige Zeit in Gedanken beschäftigen wird...   

Wir wünschen Mucks Besitzern ganz viel Kraft, um diesen schrecklichen Verlust zu bewältigen und Muck eine gute Reise über die Regenbogenbrücke...




Montag, 01.03.2021 |

Nr. 98/2021

Nachtschicht für Teammitglied Kate

Montag Nacht – 23.45 Uhr und Einsatz Nummer 6 für diesen Tag wurde auf dem Notfalltelefon gemeldet – ein Hund ist in Großsachsenheim zugelaufen.

Teammitglied Kate war noch wach – noch immer beschäftigte sie ihr heutiger Einsatz zuvor – die Katze mit dem abgerissenen Beinchen in Walheim.... – und so gab Kate Bescheid, dass sie den Einsatz übernimmt.

Die Finderin erwartete Kate bereits, und Kates erster Eindruck vom Hund: „Wow ziemlich viel Locken  – vermutlich hat er – wie wir Menschen – auch keinen Frisörtermin in den letzten Wochen erhalten – zwinker.“

Kate setzte ihr Chiplesegerät an – doch leider kam kein erhoffter Signalton, der einen Chip anzeigte. Da ab und an die Technik nicht so funktioniert, wie wir es wollen, startete Kate einen 2. Versuch, machte das Lesegerät aus und wieder an und tatsächlich – ein Chip wurde angezeigt! Sie stellte die Chipnummer in den Helferchat – Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion rief sofort TASSO an.

Der Besitzer wurde erreicht und meldete sich ziemlich schnell zurück – der Hund sei aus dem Garten ausgerissen – sie haben zwei Hunde, wovon der eine schon vermisst wurde. Blacky – so hieß der Ausreißer, wurde bei der Finderin abgeholt – Happy End für Blacky und endlich Feierabend für Teammitglied Kate.




Montag, 01.03.2021 |

Nr. 96/2021

Ein Bericht von Nela und Kate

Einsatz Nummer 4 am Montag.
Die Meldung „verletzte Katze in Walheim, in Lichtschacht geflüchtet – wer kann schnellstmöglich hin?“ erschien um 18.40 Uhr in unserem Notfallchat. Oha – Eile war geboten – ich ließ alles stehen, gab an die Einsatzzentrale Bescheid, dass ich übernehme und erfuhr, dass Teammitglied Kate ebenfalls auf dem Weg ist. Innerhalb von 5 Minuten waren wir unterwegs.

Noch auf dem Weg zum Auto nahm ich Kontakt zu Kate auf.
Vor Ort angekommen, nahm ich Kescher, Transportbox, Chiplesegerät und Handschuhe mit und lief in Richtung einer jungen Frau, welche auf dem Gehweg stand. Ich stellte mich der jungen Frau vor und sah dann 2 Menschen bzw. deren Beine bäuchlings unter einem sehr tief hängenden Balkon liegen. An der Stimme erkannte ich Kate – gegenüber ein junger Mann. Sofort trat ich hinzu – der junge Mann hing Kopfüber im Lüftungsschacht und hatte die Fellnase beherzt am Nacken. Er hatte kaum Spielraum, um sich zu bewegen und dementsprechend schwierig gestaltet sich die Sicherung. Zunächst hatte ich meine Box direkt neben dem Lichtschacht platziert, doch die kleine Fellnase hatte panische Angst, der junge Mann konnte sich kaum drehen – das Fellnäschen wand sich heftigst und weigerte sich, in die Transportbox zu gehen. Blitzschnell hatte ich den Kescher vor sie platziert, sie entwischte dem jungen Mann zurück in den Lichtschacht – und wir sahen, dass ihr hinteres Beinchen fehlte – abgerissen wie die Wunde aussah.... und nicht erst seit gestern – Himmel was ist Dir nur zugestoßen???
Kate holt ihre Transportbox dazu, wir versperrten sozusagen einen möglichen Fluchtweg und der junge Mann ließ es sich nicht nehmen, die Fellnase nochmals zu packen. Tatsächlich gelang es, sie in Kates Transportbox zu setzen.

Aufgrund des abgerissenen Beinchens rief ich sofort Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion an, damit diese die ärztliche Versorgung abklärt – während wir nach einem Chip suchten – leider ergebnislos. Das Tattoo in den Ohren konnten wir leider nicht entziffern – es war verblasst und draußen war es bereits sehr dunkel. Nach 5 Minuten brachen wir ab – das Tier musste schnellstmöglich in ärztliche Obhut. Marion hatte das bereits bei der mit uns kooperierenden Tierarztpraxis Hoffmann-Füßer in Bietigheim abgeklärt.

Die völlig verängstigte und trotzdem sehr liebe kleine Maus hatte den jungen Mann mit einer Kralle verletzt – sie hat nicht gebissen, trotz der für sie bedrohlichen Situation... Ich lief mit dem jungen Mann zu meinem Auto, wo ich Desinfektionsmittel und Desinfektionsgel hatte und versorgte die blutende Kratzwunde. Dabei erzählte er mir, dass bereits gestern ein Sicherungsversuch einer anderen Tierschutzgruppe leider missglückt sei. Das Tier hatte regelrecht Hilfe gesucht und die junge Frau berichtete mir, die Katze sei sogar bei dem jungen Mann auf dem Schoß gesessen....

Wir bedankten uns bei den beiden, dass sie nicht aufgegeben haben, ebenfalls für die tatkräftige Unterstützung und das Tier nun versorgt werden kann – wir gaben an, dass wir beim Tierarzt versuchen, das Tattoo zu entziffern um darüber den Besitzer zu ermitteln.

Die Beiden waren sehr am Schicksal der Fellnase interessiert und so gab ich ihnen die Visitenkarte unseres Vereins und sagte, sie sollen sich in 2-3 Tagen melden, dann wissen auch wir mehr.
Das Tier war in einem stabilen Zustand und es machte mich sprachlos, wie extrem zäh Katzen mit solch Verletzungen sind. Erst letzten Sommer gab es einen Einsatz, wo ein Kater – ebenfalls mit einem abgerissenen Beinchen - nach ca. 1,5 Wochen gesichert werden konnte. Er wurde ebenfalls zu Frau Hoffmann-Füßer gebracht, dort wurde das Beinchen amputiert und er springt heute wieder lebenslustig durch die Gärten.

https://www.facebook.com/Tierengelunterwegs/posts/282479876510873

Ich bin keine Ärztin, doch aufgrund des Zustandes der kleinen Maus glaubte ich an eine gute Chance für sie. Wenn der Beinstumpf amputiert wird, kann sie noch ein gutes Katzenleben führen – Tiere sind wahre Meister im sich Anpassen.....
Viele glauben, dass das Tier schwer behindert sein wird und somit keine adäquate Lebensqualität mehr hat. Das ist jedoch ein großer Irrglauben. Katzen kommen mit ihren drei Beinen anschließend extrem gut zurecht. Schon nach kurzer Zeit ist die Katze in ihrer Beweglichkeit kaum noch von dem gesunden Tier zu unterscheiden. Die Tiere fangen Mäuse, klettern auf Bäumen und sitzen auf ihrem Katzenbaum, sie können sowohl drinnen wie draußen ihr gewohntes Leben weiterführen. Wir müssen immer bedenken, dass unsere Katzen ganz schnell vergessen, dass ihnen eine Gliedmaße fehlt und sie ganz elegant mit Ihrer “Behinderung“ zurechtkommen. Es ist unser Kopf, der sich an den Anblick eines dreibeinigen Tieres gewöhnen muß.

Kate und ich fuhren umgehend zur Tierarztpraxis, wo wir auch sofort empfangen wurden.  Die kleine Fellnase war unglaublich lieb, die Entzifferung des verblassten Tattoos war allerdings ziemlich schwer. Der Beinstumpf roch unangenehm – eine Amputation wurde schnellstmöglich angesetzt.
Das kleine Mädchen genoss die Streicheleinheiten, die sie bekam, zuckte nur kurz bei der Spritze mit dem Antibiotika zusammen... welch liebes Wesen – was nur ist Dir zugestoßen und warum vermisst Dich niemand?

Unser Team hatte parallel bei TASSO nach vermissten roten Katzen im Umkreis von Walheim gesucht, doch leider nichts gefunden. Doch dann die Wendung: noch in der Tierarztpraxis rief Marion uns an – über einen Facebookpost in der Walheimer Facebook-Gruppe hatte sich die vermutliche Besitzerin auf unserem Notfalltelefon gemeldet. Ein Vergleichsbild welches uns geschickt wurde, machte uns sicher, dass es die Fellnase ist. Nach Rücksprache mit Frau Hoffmann-Füßer gaben wir der Besitzerin die Nummer der Praxis, wo sie sich noch am gleichen Abend meldete.

Tatsächlich war es das Katzenmädchen... Noch am selben Abend bedankte sich die Besitzerin mit einem lieben Post bei unserem Team.

https://www.facebook.com/Tierengelunterwegs/posts/437512494340943

Doch Tierschutz funktioniert nur gemeinsam -  auch den Meldern gilt hier Dank und denjenigen, die auf Facebook den Kontakt zu uns herstellten!
An dieser Stelle auch wieder einmal ein riesiges Dankeschön an Frau Hoffmann-Füßer und das Team, welche uns zu jeder Tages- und Nachtzeit hilfreich zur Seite steht!

Kate und ich unterhielten uns noch ein wenig vor der Praxis – einiges war in diesem Fall für uns nicht ganz nachvollziehbar, doch Hauptsache ist, dass dem Samtpfötchen nun definitiv geholfen wird und es nicht mehr in diesem Zustand allein umherirrt. Wir fuhren nach Hause, um den Abend ruhig zu genießen – bei mir war das der Fall – Kate sollte sich allerding noch kurz vor Mitternacht erneut zu einem Notfall auf den Weg machen – doch das wusste sie in diesem Moment noch nicht...

https://www.facebook.com/Tierengelunterwegs/posts/437979247627601

Kate und ich haben uns am Donnerstag bei der Besitzerin nach dem aktuellen Stand und Befinden von Prinzessin erkundigt. Hier ein Auszug daraus:

„Prinzessin geht es gut❤ Sie wurde am Dienstag Vormittag operiert, das Beinchen voll entfernt. Sie isst gut und darf wenn es so bleibt am Wochenende Nachhause.... Vielen lieben Dank, dass Sie unsere Prinzessin genau dort hingebracht haben. Wir fühlen dass Prinzessin in sehr guten Händen ist. Danke❤......

Dann von Herzen weiterhin rasche Genesung kleine Prinzessin und alles Gute für Dich und Deine Familie!




Montag, 01.03.2021 |

Nr. 97/2021

Einsatz Nummer 5 an diesem Tag wurde uns gegen 21.45 Uhr gemeldet. Zwischen Freiberg und Bietigheim lag eine tote Katze auf dem Gehweg.
Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion selber übernahm diesen Einsatz. Kurz darauf meldete sie, dass der Unfall erst vor kurzem gewesen sein musste – das Katzenmädchen war noch warm.....

Es waren einige Höfe in der Gegend – gehörte die Samtpfote zu einem von ihnen? Da die Fellnase leider weder Chip noch Tattoo hatte, konnten wir den Besitzer zunächst nicht ermitteln. In solch Fällen posten wir allerdings in Facebook eine Totfundmeldung in der Hoffnung, jemand kennt die Fellnase bzw. deren Besitzer.

https://www.facebook.com/113563563402506/posts/437492441009615/?d=n

Tatsächlich hat sich durch einen Hinweis unter diesem Post der Besitzer bei uns gemeldet. Marilyn – so hieß das gerade mal ein Jahr junge Katzenmädchen, wurde am Mittwoch nach Hause geholt. Für viele Fellnasen gestaltet Marion liebevoll und individuell das Tuch, in welchem die kleinen Seelen übergeben werden.

Gute Reise kleine Marilyn...

Auf dem Heimweg holte Marion dann noch einen kleinen Babyhasen, der offenbar Opfer eines Autos wurde, von der Straße... Auch Dir kleinem Seelchen eine gute Reise über die Regenbogenbrücke....




Montag, 01.03.2021 |

Nr. 93/2021

Was lange währt wird gut..... 🕊
Am Montag, dem 01.03.2021 wurden wir wegen einer weissen Taube in einem Garten in Remseck auf dem Notfalltelefon angerufen. Die Meldern erzählte, dass das Tier sicher keine Wildtaube ist und sie seit ein paar Tagen bei ihr auftaucht, eine Sicherung ihr leider bisher nicht möglich war. Sie würde aber regelmässig zum Fressen kommen.

Da solch auffälliges Tier draußen keine guten Überlebenschancen hat, war es klar, dass es eingefangen werden musste. Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion fuhr umgehend nach Remseck zur Melderin, doch die Taube saß nicht mehr im Garten, sondern hochoben auf einem Dach und sonnte sich. Es dauerte eine ziemliche Weile, bis das Tier herunterkam.

Die kleine Taube war allerdings so aufmerksam und vorsichtig, dass jede kleine Bewegung argwöhnisch beäugt wurde und die Sicherung mit dem Kescher ausgeschlossen war. Auch der offensichtliche Hunger des Täubchen konnte daran nichts ändern, dass sie sich nicht sichern ließ. Marion baute zunächst aus der mitgebrachten Stoffbox, auf die oben Körner platziert wurden, eine provisorische Taubenfalle. Ziel: Sobald die Taube darauf landet, gibt das Netz unter ihr nach und sie fällt in die Box. Soweit die Theorie.

Diesen Gefallen tat das Täubchen den wartenden Frauen natürlich nicht und nach 2 Stunden ist Marion gefahren. Die Melderin erklärte sich bereit, weiter “Wache” zu halten und erhielt Kescher, Box und Sicherungshinweise. Leider tat sich daraufhin nichts. Marion sandte der Meldern nunmehr ein Video zu einer Taubenfalle, die man leicht selber herstellen kann und fragte, ob sie diese aus einem Karton bauen kann, sonst würde Marion ihr eine bauen und bringen. Doch auch hier unterstützte die Melderin sofort und meinte, sie baut diese Falle. Dafür ganz lieben Dank - doch die Falle funktionierte nicht wie gehofft und Marion fackelte nicht lange rum. Sie bestellte eine Taubenfalle und diese wurde am Donnerstag geliefert.

Marion baute selbige auf und brachte die Falle zur Melderin. Es dauerte doch noch bis zum Sonntag, ehe das Tier dann endlich in der Falle gesichert werden konnte! Da Marion mit Teamkollegin Caro zum Zeitpunkt des Anrufes auf einem “Hühnereinfang-Einsatz” war, vereinbarten sie, dass die Melderin die Falle mit einem Tuch bis zur Abholung abdecken soll. Die Hoffnung, dass wir auf dem Ring, welchen das Tier trug, etwas finden würden, was auf den Halter schließen lässt, zerschlug sich leider.

Das Tier wurde ins Tierheim nach Ludwigsburg gebracht, wo sie vor Feinden aus der Natur sicher ist.




Freitag, 26.02.2021 |

Nr. 90/2021

Ein Bericht von Vivi
"Do you speak English?"

Ich staunte nicht schlecht als heute ein ziemlich pelziger „Schüler“ meinen Englischunterricht besuchte. Mitten in den Prüfungsvorbereitungen mit meinen 10-Klässlern in Ludwigsburg sagte ein Schüler zu mir: „Schauen Sie mal – da ist eine Katze!“

Wir waren im 2. Stock und ich dachte, da will mich jemand ablenken – doch tatsächlich durchstreifte die schwarz-weiße Katze etwas panisch das Klassenzimmer auf der Suche nach dem Ausgang. Offensichtlich hatte er dann doch nicht soooo große Lust auf Unterricht.

Als Tier-Engel nahm ich mich sofort dem Tier an, an Unterricht war jetzt eh nicht mehr zu denken. Mir fiel als erstes auf, dass der Fellnasenbub ein Geschirr trug, ich war mir sicher, dass er wohl ausgebüxt sein muss.

Ich sperrte ihn kurzerhand in ein leerstehendes Klassenzimmer ein und eilte zu meinem Auto, um eine Box, das Chiplesegerät und Futter zu holen. Als ich zurückkam, hatte die Fellnase vor lauter Aufregung einen ziemlich großen Haufen in das Klassenzimmer gesetzt – darum kümmerten sich später freiwillig beherzt zwei Schüler.....

Wie leider so oft war der Kleine weder gechippt noch tätowiert. Ich beriet mich telefonisch mit unserer Vereinsgründerin Marion. Das Tierheim war die eine Option, ihn ziehen zu lassen, die andere. Wir entschlossen uns ihn gehen zu lassen. Er war nicht verletzt, sah gepflegt aus und war offenbar nur sehr sehr neugierig....

Ich beschriftete einen Flyer unseres Vereins mit der Nachricht, dass der Besitzer sich doch bitte bei uns melden solle und befestigte den Flyer klein zusammengefalzt mit Tesafilm am Geschirr des Tieres. Ich hatte wegen des Geschirrs schon etwas Bauchschmerzen, ihn gehen zu lassen. Das Tier lief auch ein paar Schritte weg – kam dann allerdings wieder zurück zu mir. Also setzte ich mich noch etwas zu ihm auf den Pausenhof und wie ich noch ein paar Streicheleinheiten verteilte, kam der Besitzer auf uns zu.

Er hatte den Kater namens Milo bereits seit längerem gesucht und war froh, ihn endlich gefunden zu haben. Ich sprach mit ihm und klärte ihn auf, wie gefährlich es für eine Katze ist, ohne Begleitung ein Geschirr anzuhaben. Selbst ein kleines Gebüsch kann da schon zum Verhängnis für das Tier werden. Des Weiteren sagte ich ihm, dass es sinnvoll ist, seine Katze chippen und registrieren zu lassen – besonders wenn es so ein Abenteurer ist. Innerhalb von zwei Anrufen ist ein vermisstes Tier wieder beim Besitzer und die Sorgen vorbei. Der freundliche Mann sagte, dass er das machen würde.

Alles Gute Du kleiner, vierbeiniger „Englisch-Schüler“.

 




Montag, 22.02.2021 |

Nr. 84/2021


Der achte Einsatz an diesem Montag kam kurz nach 19 Uhr herein.
Allerdings wurde hier schon seit fast 2 Wochen am Gelingen gearbeitet:
Es war der 9. Februar, als Annabell zur Melderin Kontakt aufgenommen hat.

Diese hatte sich zuvor auf unserem Notfalltelefon gemeldet, da ein fremder roter Kater seit einiger Zeit bei ihnen in der Waschküche auftaucht und sich am Futter bedient. Die Familie hat selber drei Katzen und eine Katzenklappe in der Tür. Irgendwie hat der rote Tiger dies wohl herausgefunden und nachdem es doch recht kalt war, konnte er hier Fressen und sich ausruhen. Die Familie war so lieb und stellte ihm eine Katzenhöhle hin, damit er sich einkuscheln konnte. Es wurde eine Kamera aufgestellt, so dass das Tier gut beobachtet werden konnte - leider ließ sich die Fellnase nicht anfassen. Sobald jemand in die Nähe kam, verschwand es rasch.

Auf den Bildern der Kamera sah es teilweise so aus, als ob das Tier trächtig ist - oder war es gar ein kastrierter Kater, der lediglich auf Wanderschaft war? Dafür hatte das Tier allerdings immer immens Hunger… also doch ein Streuner?

Am 10. Februar wurde eine Falle hingebracht und erklärt, wie diese funktioniert.
Am 14. Februar erkundigte sich Annabell dann, wie es aktuell aussieht und ihr wurde berichtet, dass die Fellnase pünktlich 19.30 Uhr zum Fressen kommt und nachts im Keller schläft, in die Falle allerdings traue sich das Tier nicht rein. Daraufhin wurde die Falle entschärft, die seitlichen Schieber entfernt und dann lediglich das Anfüttern fokussiert.
Am 17. Februar dann ein kleiner Lichtblick:  Die Katze nimmt die Falle ganz langsam an, ist trotzdem sehr vorsichtig.
Am 20. Februar um 2 Uhr nachts war die Fellnase da, hat kurz gefressen und ist wieder gegangen. Allerdings seit es nicht mehr so kalt schläft das Tier auch nicht mehr im Keller sondern verschwindet immer wieder.
Am 21. Februar  wurde die Falle aktiviert.
Am 22. Februar nahm Annabell wiederholt Kontakt auf um zu wissen, ob das Tier die Falle angenommen hatte, doch leider war die Katze in der Nacht gar nicht da gewesen.
Annabell bat darum, es heute erneut zu versuchen und die Melderin solle Bescheid geben, wenn das Tier in der Falle war - und tatsächlich: Um 19 Uhr war es dann soweit!

Annabell und Fabi fuhren zur Melderin nach Löchgau. Als erste Handlung vor Ort legte Annabell dort eine Decke über die Falle, denn das Tier darin warf sich wild gegen die Gitterstäbe. Theoretisch sollte es in eine Transportbox umgesetzt werden, doch sobald die Decke angehoben wurde, sprang die Fellnase heftigst hin und her und fauchte lautstark dazu….

Annabell hatte sich einen ersten Eindruck vom Tier verschafft - er sah älter aus und nicht gut was den Allgemeinzustand betraf. Langsam spürte Annabell Tränen aufsteigen - Erinnerungen kamen hoch…erst letztes Jahr hatte sie ihren Charly gehen lassen müssen - er war auch ein roter Tiger…. wie dieser hier…. Sie konzentrierte sich wieder auf den Einsatz, doch an Chipauslesen war nicht zu denken, so unkooperativ war die Fellnase.

Da sich das Tier nicht umsetzen ließ ohne Gefahr zu laufen, es würde evtl. beim Umsetzen ausbrechen, sind Fabi und Annabell zu Marion gefahren - diese hat in einem extra Raum genug Platz und große Gitterboxen. Darin kann eine normale Transportbox bzw. die Umsetzbox platziert und diese von außen geöffnet werden.

Vor Ort war allerdings auch hier ein normales Chipauslesen nicht möglich - sobald man sich dem Tier näherte, setzte es drohend seine Pfoten mit den ausgefahrenen Krallen ein. Annabell kam dann auf die Idee, das Chiplesegerät an einen langen Stab zu befestigen, der durch die Gitterstäbe der Box geschoben werden konnte - die Fellnase war unerschrocken und biss mehrfach in das Chiplesegerät. Was diesem wenig ausmachte, denn beim Fauchen erkannte man deutlich das fast zahllose Mäulchen… Bei Licht erkannte man zudem die tränenden Augen und hörte Atemgeräusche, die nicht dem aufgeregten Zustand des Tieres zugeordnet wurden.

Nachdem Annabell und Fabi gegangen waren und sich das Tier beruhigt hatte, verschlang es gierig das Futter, welches Marion ihm reichte. Da uns bekannt war, dass im Tierheim Bauarbeiten waren und abends auf der Quarantänestation nur die Notbeleuchtung verfügbar, wurde das Tier am nächsten Morgen ins Tierheim gefahren. Eine Meldung über die Sicherung wurde jedoch veranlasst, falls jemand das Tier vermissen und sich im Tierheim melden würde.

Der Kater wurde am nächsten Tag im Tierheim untersucht, ärztlich behandelt und kastriert - ein Besitzer konnte nicht ermittelt werden. Die Familie in Löchgau hat sich bereit erklärt, die ältere Fellnase weiterhin zu versorgen.

Als Marion das Tier wieder zurück nach Löchgau brachte, wurde er in der gewohnten Umgebung - der Waschküche - ausgesetzt, wo sich der Tiger umgehend in den Trockner legte so nach dem Motto: Hier gehöre ich her….

Wir wünschen allen eine gute Zeit und sagen herzlichen Dank an die tierlieben Melder!




Manic Monday – die Woche ging ja gut los.... 8 Einsätze an einem Tag...

77 #1 22.02.21
tote Katze an Schleuse in Hessigheim, gesichtet 21.02.

78 #2 22.02.21
Katze bei Bauern im Waldhof in der Falle

79 #3 22.02.21
tote Katze zwischen Eberdingen und Nussdorf

80 #4 22.02.21
freilaufendes Huhn in Freiberg am Chinesen

81 #5 22.02.21 tote Katze/Hase (?) von der Polizei Tamm gemeldet

82 #6 22.02.21
Nilgans mit vermutlich gebrochenem Flügel am ENBW Werk in Marbach

83 #7 22.02.21
tote Katze ca. 200m vor dem Bootshaus

84 #8 22.02.21
Katze in Löchgau in der Falle, prüfen ob Streuner

#1/22.02.2021
Uns wurde am Morgen mitgeteilt, dass in Hessigheim eine tote dreifarbige Katze an der Schleuse im Wasser ist, diese sei allerdings bereits seit gestern dort. Teammitglied Nela tätigte unverzüglich einige Anrufe – die Zeit arbeitete hier gegen eine Sicherung – wenn die Schleuse betätigt wird, verändert sich auch die Wasserströmung....  Teammitglied Marion fuhr mit Teammitglied Yvette schnellstmöglich zur Schleuse – doch leider bestätigte sich die Vermutung: Es war keine Katze mehr vor Ort – die Schleuse wurde seit gestern zu oft betätigt und das Tier dadurch vermutlich weitergetragen... irgendwohin.....

Schade.... nun wird ein etwaiger Besitzer wohl niemals Gewissheit erlangen, was mit seiner Fellnase passiert ist....

#2/22.02.2021
Eine weitere Streuner-Katze wurde bei einem Bauern in der Falle gesichert – die Teammitglieder Marion und Yvette fuhren auch diesen Einsatz, setzten das Tier um und brachten es zur weiteren Versorgung/Kastration ins Tierheim Ludwigsburg.

#3/22.02.2021
Eine tote Katze wurde zwischen Eberdingen und Nussdorf gemeldet-Teammitglied Saskia machte sich unverzüglich auf den Weg. Leider war die Fellnase nicht gechippt, nicht tätowiert. Eine in Facebook erstellte Totfundmeldung mit der Suche nach einem Besitzer blieb bisher leider ergebnislos.

https://www.facebook.com/Tierengelunterwegs/posts/433225378102988

#4/22.02.2021
Den Bericht zum Einsatz von Andrea und Anna beim freilaufenden Huhn findet Ihr ausführlich unter diesem Bericht mit der Nummer 80.

#5/22.02.2021
Ein von der Polizei Tamm gemeldetes totes Tier (Katze?/Hase?) stellte sich als Hase heraus – die Teammitglieder Marion und Yvette waren noch gemeinsam von anderen Einsätzen unterwegs und fuhren nach Tamm.

#6/22.02.2021
Im Einsatz Nr. 6 wurde eine Nilgans mit vermutlich gebrochenem Flügel am ENBW-Werk in Marbach gemeldet – Marion setzte Yvette zuhause ab und fuhr zu diesem Einsatz weiter. Teammitglied Melly kam zur Unterstützung dazu – leider war vor Ort kein Tier zu sehen/finden.

#7/22.02.2021

Eine weitere Meldung über eine tote Katze ca. 200m vor dem Bootshaus von Richtung Steinheim kommend übernahm Teammitglied Debbie. Vor Ort angekommen stellte sich die Katze als ein ziemlich überfahrenen Marder heraus, von dem leider nicht mehr viel übrig war....

#8/22.02.2021

Eine Sicherungsaktion eines seit Tagen dort fremden, nicht gut aussehenden Katers forderte die Teammitglieder Annabell und Fabi so ziemlich, da das Tier mehr als aggressiv war und ein Chipauslesen unmöglich war. Das Tier ist in einem schlechten Zustand und wurde zur weiteren Versorgung ins Tierheim gebracht. den ausführlichen Bericht lest Ihr weiter oben unter der Nummer 84.




Montag, 22.02.2021 |

Nr. 80/2021

Ein Bericht von Andrea

Der vierte Einsatz heute schon, es war doch erst mittags, 13.30 Uhr... In der Freiberger Facebook-Gruppe wurde ein freilaufendes Huhn am China-Haus gemeldet. Es ist bekannt, dass dort Hühner leben. Tier-Engel unterwegs-Gründerin Marion, die zu einem Einsatz unterwegs war, fuhr an der Kreuzung vorbei und bat mich telefonisch, dass ich dort anrufe. Das Huhn, welches übrigens ein Hahn war, lief so nah an der viel befahrenen Stelle rum, dass es wirklich gefährlich war für das Gockeltier.

Da niemand im China-Haus ans Telefon ging, fuhr ich hin um zu verhindern, dass der Hahn unter ein Auto kommt. Es kam zur Unterstützung noch Teammitglied Anna hinzu. Selbst zu Zweit hatten wir keine Chance, den Hahn einzufangen. Ich entdeckte jemand im Garten des China-Hauses und ging hinüber um zu fragen, ob der Hahn hierher gehört. Der Mann sagte, dass der Hahn in seinem Garten lebt und er sich kümmern wird. Somit beendeten wir unseren Einsatz.




Samstag, 20.02.2021 |

Nr. 73/2021

Die Teammitglieder Jule und Melly waren jeweils von einem anderen Einsatz zum Tierheim gefahren, um die gesicherten Tiere abzugeben. Vor Ort angekommen, wurden sie von Tierheimleiterin Ursel Gericke gefragt, ob jemand vom Team der „Tier-Engel unterwegs“ nach Korntal fahren könnte – soeben sei ein Anruf gekommen. Eine verletzte Elster, welche ins Tierheim muss – der Melder sei leider nicht mobil.

Jule stellte den Einsatz im Notfallchat ein. Dies wäre ein klassischer Fall für unser Team der „Tier-Engel mobil“.... Teammitglied Dagmar, die ursprünglich zu einem Schwaneneinsatz nach Besigheim unterwegs war - allerdings handelte es sich dabei um eine Taube und Dagmars Unterstützung war nicht mehr nötig – gab Bescheid, dass sie ja sowieso schon im Einsatzmodus ist und den Einsatz fahren kann.

Die kleine Elster wurde von Dagmar im Tierheim abgegeben und wird nun dort fürsorglich aufgepäppelt.




Samstag, 20.02.2021 |

Nr. 72/2021

Donnerstag, 15.45 Uhr und eine weitere Meldung im Notfallchat hieß: „verletzter Schwan in Besigheim an der Enz“ Die Teammitglieder Kate und Melly übernahmen den Einsatz, einen Schwan allein sichern war zu riskant. Es hieß, der Schwan würde humpeln und bereits den halben Tag an der Straße sitzen... Niemand wusste, in welchem Zustand das Tier war, unter starken Schmerzen werden auch wir Menschen manchmal agressiv ;-)

Ein Schwan passt nicht wirklich in eine „normale Transportbox“, Vögel an sich werden auch besser in einer Stoffbox transportiert, um die Verletzungsgefahr zu verringern - doch noch hat nicht jedes Teammitglied eine entsprechend große Stoffbox. Behelfsweise wurde ein großer Karton mit Handtüchern ausgepolstert in Erwägung gezogen. Weder Melly noch Kate hatten einen zur Hand und Teammitglied Dagmar meldete sich. Sie hat einen entsprechenden Karton, braucht jedoch etwas länger um nach Besigheim zu kommen.

Prima – das Team bewies auch hier wieder einmal den Zusammenhalt – gemeinsam ist alles möglich!

Kate wollte sich auch nicht mit langem Suchen nach einem geeignetem Karton aufhalten, ihr war es wichtig, den Schwan schnellstmöglich von der Straße wegzuholen. Zudem verfügte ihr Auto über einen großen Kofferraum, der abgetrennt vom übrigen Auto ist. Zur Not hätte das Tier hier seinen Erstplatz bekommen. So war Kate innerhalb 15min. vor Ort.

Am gemeldeten Sichtungsort angekommen, sah Kate 2 Männer mit einem Kind und sprach diese an. Die Männer fragten, ob sie wegen der Taube da sei – Kate war kurz irritiert – also dass die Männer einen Schwan von einer Taube unterscheiden konnten, davon war sie zu 100% überzeugt. Kate meinte, sie komme ursprünglich wegen einem als verletzt gemeldeten Schwan. Die Männer bestätigten Kate, dass tatsächlich ein junger Schwan an der Straße entlanggelaufen sei, dieser jedoch mit seinem Schwanenpapa weggeflogen ist. Der Schwan sei auch nicht verletzt, der laufe öfter an der Straße rum.

Na gut, war das geklärt. Doch was war mit der Taube? Diese lag offenbar in der Nähe und war nach Angaben der beiden Männer „fast tot“. Kate wollte keine Zeit verlieren und fragte nur: „Wo ist das Tier?“ und schon lief sie los. Das Kind, welches dabei stand, lief Kate hinterher, um ihr die Stelle zu zeigen.

Kate gab kurze Info an das Team, dass aus dem Schwaneneinsatz ein Taubeneinsatz wurde und Dagmar, welche mit einem großen Karton unterwegs war, wurde gebeten, doch wieder umzudrehen (Dagmar war jedoch nicht „umsonst“ unterwegs sondern übernahm noch einen Einsatz mit einer verletzten Elster die in Kornwestheim gemeldet wurde).  

An besagter Stelle gab es viel Schilf und jede Mengen Kletten, welche sich in Kates Haaren niederließen. Denn der Junge lief mitten rein in diesen „Urwald“ und Kate unerschrocken hinterher. Das war auch gut so, denn der Bub beugte sich zur Taube runter und wollte sie nochmal „anstupsen“. Kate ging dazwischen, doch der Bub „beruhigte“ sie – er hat sie vorhin auch angefasst, das sei kein Problem....

Kate erklärte ihm ruhig, dass nicht jedes Wildtier erfreut ist über Berührung und dass dies auch gefährlich werden kann, besonders wenn Tiere verletzt sind, sind sie aufgrund von Schmerzen teilweise unberechenbar. Der Junge erzählte, dass der Papa die Taube auch schon angefasst hat und in die Luft geworfen hat, aber die sei nicht weggeflogen... Oha – Kate wurde ganz anders, als sie das hörte und explodierte innerlich. Das arme Tier.... In Gedanken brüllte sie raus: „Das ist jetzt nicht wahr was ich da höre?????“ doch Kate hatte sich unter Kontrolle – das Kind konnte ja nichts dafür.... Sie blieb äußerlich ruhig und sagte, er solle das Tier so sitzen lassen, sie holt gleich eine Stofftasche aus dem Auto. Dort hinein wurde das Täubchen, welches mit geschlossenen Augen halb auf dem Boden lag und das Köpfchen ganz hinten hatte, behutsam gesetzt. Kate vermutete gleich das Virus – PMV* – was zur Zeit in vielen Regionen umgeht und die Tauben sehr leiden lässt (ungefährlich für den Menschen!).

Fast zärtlich setzte Kate das Vögelchen in das Handtuchnest, dabei schlug die Taube die Augen auf – ob sie instinktiv spürte, dass man ihr helfen möchte? Kate dunkelte die Box mit einem weiteren Tuch ab und trug sie vorsichtig ins Auto. In diesem Moment traf Melly ein. Beide schauten nun nochmal gemeinsam nach einem Schwan, doch weit und breit kein Tier zu sehen.

Um das Täubchen auch schnellstmöglich Hilfe zukommen zu lassen, hielten sich die Frauen nicht weiter auf – Melly übernahm die Taube, denn sie kam auf dem Heimweg sozusagen am Tierheim vorbei und gab das kranke Tier dort ab. Dort wurde bestätigt, dass es PMV* war.

Rasche Besserung dem Täubchen und vielen Dank an das Tierheim, welches zu jeder Tages- und Nachtzeit parat steht, um die Tiere zu versorgen!

*PMV = Paramyxovirose

Ausführliche Infos dazu findet Ihr in unserem Hilfeaufruf vom 28.01.2021:

https://www.facebook.com/Tierengelunterwegs/posts/418576702901189




Samstag, 20.02.2021 |

Nr. 71/2021

Einen traurigen Einsatz hatte Teammitglied Christiana am Samstag. Gegen 14 Uhr wurde im Notfallchat eine tote Katze in Pleidelsheim gemeldet. Die Melderin hatte die Fellnase in ihrem Gartengrundstück gefunden.

Christiana und die Melderin trafen sich in Pleidelsheim – die Fellnase war noch jung, nicht gechipt, hatte aber ein Tattoo. Ein Anruf bei TASSO erfolgte – die Fellnase war registriert.
Allerdings noch auf das Tierheim Ludwigsburg. Dieses kontaktierte die Besitzer und teilte ihnen die traurige Nachricht mit.

Die Besitzer waren so geschockt, dass sie nicht mehr in der Lage waren, zu fahren. Sie fragten, ob man ihnen ihr Tier bringen könnte... Das Kuriose war, sie wohnten in Ludwigsburg am Zuckerberg – ihre Fellnase wurde in Pleidelsheim gefunden.... das sind ca. 9km.... Ist sie in ein Auto gesprungen? Wie die Samtpfote nach Pleidelsheim kam, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.

Christiana erklärte sich gleich bereit, die Fellnase nach Hause zu bringen...
Gute Reise kleiner Katzenbub – komm gut über die Regenbogenbrücke...

 




Freitag, 19.02.2021 |

Nr. 70/2021

Die Meldung „Verwahrloste, verfilzte Katze in Marbach am Stromwerk aufgetaucht, Gangbild nicht gut, scheu !!“ erschien am Freitag gegen
11 Uhr in unserem Notfallchat.

Es war ratsam, mit einer Falle hinzufahren und die Fellnase zu sichern. Teammitglied Alexandra gab Info, dass sie gegen 16 Uhr einsatzbereit ist. Teammitglied Debbie gab Bescheid, dass sie bis 16 Uhr Zeit hat. Wunderbar!

Nachdem Debbie von Teammitglied Vivi eine Falle geholt hatte, fuhr sie zum Sichtungsort, wo sie sich mit der Melderin traf.
Sie stellte die Falle auf und wartete... Leider vergeblich... 3 Stunden hat sie gewartet, ohne dass sich die Fellnase blicken ließ. Leider ist dort auch eine Baustelle und eine Spedition, so dass es auch ziemlich laut und rege zuging.

Teammitglied Alexandra entschied gemeinsam mit Debbie, dass es einfach bei dem Tumult keinen Sinn hat und übernahm ab 18.30 Uhr die „Fallenwache“. Tatsächlich gab Alexandra kurz darauf Info, dass die Katze aufgetaucht ist, sie sehe ziemlich mitgenommen aus, aber es sei immer noch einiges los. Und sobald sie sich dem Tier nähert, flüchtet sie.

Gegen 19.20 Uhr dann verschwand die Fellnase, ohne sich irgendwie für das Futter zu interessieren. Dummerweise waren auch ständig Leute in der Nähe, Freitag Abend und Industriegebiet.... Alexandra sah noch eine zweite Fellnase, die mal so eben die Falle markierte... Auch das noch.... Sie sah die Fellnase nochmals kurz gegen 20 Uhr – so wie sie aufgetaucht war verschwand sie auch wieder ins Dunkle. Debbie kam am Abend ebenfalls nochmal zum Sichtungsort. Dort übernahm sie die Falle, da sie am Folgetag gleich die erste „Fallenwache“ übernahm.
Gegen 21.15 Uhr wurde der Einsatz dann abgebrochen und es wurde ein „Schichtplan“ für den folgenden Tag erstellt.

Debbie bis 14 Uhr
Vivi 14 Uhr bis 16 Uhr
Jule 16 Uhr bis 18 Uhr
Alexandra ab 18 Uhr

Am Samstag war bis 13.30 Uhr keine Katze bei Debbies Schicht zu sehen, Vivi fragte gegen 15.30 Uhr im Team, ob jemand noch 2 Fallen bringen könnte – ab 16 Uhr hatte Jule „Fallenwachdienst“.
Teammitglied Caro machte sich um 16.30 Uhr auf den Weg zum Vereinslager, um 2 weitere Fallen einzuladen und nach Marbach zu bringen.
Auf Nachfrage aus dem Team um 16.50 Uhr, ob Jule die Katze heute schon gesehen hat, verneinte sie – um nur 1 Minute später mitzuteilen, dass die Fellnase in diesem Moment erschienen sei.
Jule berichtete, dass die Samtpfote an der Falle sitzt und versucht, von außen an das Futter zu kommen.... Außerdem seien ein paar „coole Jungs“ mit heftigst lauter Musik im Auto aufgetaucht. Himmel echt jetzt????? Würde die Fellnase flüchten? Offenbar hatte sie richtig viel Hunger und nachdem das seitliche „Angeln“ nur teilweise Erfolg brachte, schnuffelte sie nun doch von vorn am Falleneingang. Jule hielt die Luft an.... Gedanklich schob sie von hinten helfend am Katzenpopo und tatsächlich:

Im Chat kam die erlösende Nachricht von Jule. „DRIN!!!!“

An unseren Handys feierten wir alle diesen Erfolg – großartig – jetzt wird der Fellnase geholfen.... was auch immer sie hat... Teammitglied Caro war noch am Vereinslager und lud dort die Fallen, welche sie kurz zuvor ins Auto lud, wieder auszuladen.
Teammitglied Melly, noch unterwegs aufgrund eines anderen Einsatzes, fuhr zu Jule. Die Fellnase sah gar nicht gut aus. Trübe Augen, unterschiedlich große Pupillen, eine Platte aus Fell auf dem Rücken... Wielang bist Du schon unterwegs und was hast Du erlebt?

Die Fellnase wurde ins Tierheim Ludwigsburg gebracht. Dort kümmert man sich nun liebevoll um sie. Wir erfuhren, dass das Tier bereits älter ist und einen Pilz hat. Erhol Dich gut kleine Maus – Du bist nun in guten Händen....




Montag, 15.02.-18.02.2021 |

Nr. 65/2021

Ein mehrtägiger Bericht
Dieser Einsatz läuft aktuell noch, da noch nicht alle Streunerchen gesichert werden konnten.
Von den bisher erfolgreichen 3 Tagen erhaltet Ihr nun jeweils einen Einsatzbericht, aufgeteilt in 3 Teilberichte...

Sichern von Streunern kann auch mal länger dauern... Dieser Einsatz hat eine Vorgeschichte – die Melderin hatte uns vor einiger Zeit eine tote Katze bei ihrem Haus gemeldet. Im Rahmen dieses Einsatzes erzählte sie uns, dass noch ein Jungtier mit (vermeintlicher) Mutter rumspringt.
Eine Sicherung damals war leider nicht möglich. So vereinbarten wir mit der Melderin, dass sie die Fellnasen anfüttert und wenn die Tiere dann regelmäßig kommen, wir diese sichern und kastrieren lassen, um eine unkontrollierte Vermehrung zu vermeiden.